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Ànforum aus Spanien hat Weinfässer aus galicischem Granit und mit Eiform entwickelt

Anforum: Weinfass aus Granit.

Form und Material sollen dem Premium-Getränk eine besondere Note geben und auch zur der Dekoration in den Bodegas diesen

Einen guten Wein zu produzieren ist eine Wissenschaft für sich. Dazu gehört auch das Fass, traditionell aus Holz, neuerdings auch aus Stahl oder anderen Materialien. Eine ganz neue Idee für diese Behälter kommt nun aus Galicien im Norden Spaniens: es handelt sich um Fässer in Eiform und aus heimischem Granit.

Hersteller ist die Firma Ànforum, die mit dem Namen auf die klassischen Amphoren Bezug nimmt. Weitere Beteiligte bringen das Knowhow in Sachen Naturstein, Weinherstellung und Gaststätten ein.

Anforum: Weinfass aus Granit.

„Ànforum ist die Rückkehr zur Vergangenheit mit der neusten Technologie“, beschreibt Technikchef Fernando García blumig das Konzept. Die Idee ist patentiert.

Sie geht auf Beobachtungen aus der Natur zurück. Das Mineralwasser aus Galizien hat einen besonderen Geschmack, weil es aus den Bergen kommt und dort durch Kanäle tief im Fels läuft.

Bei den Granitfässern von Ànforum mit 10 cm dicken Steinwänden haben Material und Form zweierlei Funktion: die Poren im Granit garantieren den Kontakt des Weins zum Sauerstoff, den er fürs Reifen braucht.

Anforum: Weinfass aus Granit.

Man sieht auf den Fotos, dass die Außenwände des Fasses nass sind – jedoch läuft die Flüssigkeit nicht heraus, sondern wird offenbar immer wieder mit dem Inneren ausgetauscht.

Die Ei-Form erzeugt im Inneren eine spiralförmige Bewegung von oben nach unten. So wird das Ganze mitsamt dem Bodensatz ständig durchmischt.

Seit November 2017 befand sich die erste Charge im Testfass. Sie soll in diesen Tagen der Weinprobe unterzogen werden. Dann wird sich auch zeigen, ob der Stein dem Wein vielleicht einen leicht mineralischen Geschmack gegeben hat.

Bei Holzfässern jedenfalls gehört die Wahl des Materials zu den Geheimnissen der Weinherstellung. Wir hatten vor einer Weile über ein Stein-Bier aus den Niederlanden berichtet, wo heiße Granitbrocken ins Fass gehängt werden.

Natürlich geht es bei Ànforum um Premiumweine, schließlich kostet dass Fässchen mit 450 l, wie auf den Fotos gezeigt, 7800 € ab Werk. Aber, wie wir wissen, trinkt auch das Auge mit, und so kann man sich durchaus vorstellen, dass in einer Bodega eine Reihe von Granitfässern zum Ausschank bereit steht.

Sieben Modelle in Größen von 425 bis 2690 l sind im Angebot. Die 450-l-Variante auf den Fotos wiegt rund 1730 kg. Dazu gehört ein Tisch ebenfalls aus Granit, auf dem das Fass aufgestellt ist: der Tisch ist 60 cm hoch, das Fass selbst misst 140 cm in der Höhe und 100 cm im Durchmesser.

Anforum: Weinfass aus Granit.

Die Herstellung erfolgt mit Maschinen. Für die Innenform braucht es Handarbeit. Zuletzt wird der Boden angeklebt.

Und wenn der Wein getrunken ist?

Dann wird das Granit-Ei mit heißem Wasser ausgespült, wie auch bei Holzbehältern üblich. Chemie kommt dafür auf keinen Fall in Frage, warnt Fernando García: „Gibt es Ablagerungen, nimmt man Sandpapier und wäscht mit heißem Wasser nach.“

Es geht darum, die Oberfläche aktiv zu halten: Durch das Sandpapier wird wenn nötig „die Innenwand ,reaktiviert’ und so kann der Wein von der ,neuen Steinschicht“ wieder eine Mineralisierung bekommen“.

Weitere Beteiligte an dem Projekt sind neben Ànforum die Firmen Epetrum, Caetano Otero Asesoría Enológica und Bodegas Santiago Roma.

Ànforum

Epetrum

Video (spanisch)

Fotos: Ànforum

Das Ànforum-Team (v.l.n.r.): Santiago Roma (R&D&I, Weinspezialist), Cayetano Otero (Weinproduzent), Martin Busto (Verkauf), Alexandre García (Design), Fernando García (Manager und Technikchef). Foto: Monica Irago / La Voz de Galicia

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(13.05.2018)