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Marsotto: Stand- und Wanduhren aus Marmor sowie die Kollektion „Seasaw“ des Designers Oki Sato

Marsotto LAB.

Marsotto LAB nennt sich eine neue Marke, die ganz neue Ideen mit Naturstein realisieren will

Die neue Marke Marsotto LAB war die große Neuheit von Marsotto Edizioni 2018: als erste Kollektion wurde in Kooperation mit der Kunsthochschule ECAL (École cantonale d’art de Lausanne) eine Reihe von exklusiven Uhren mit Marmorgehäuse für den hängenden, stehenden oder auch liegenden Gebrauch entwickelt.

„Unsere Leidenschaft für die Suche nach originalen Lösungen und neuen Verwendungen für Marmor brachte uns dazu, unseren Horizont zu erweitern“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Firma.

Der Design-Fachbereich der ECAL ist bekannt für die Zusammenarbeit mit Luxusmarken wie zum Beispiel Alessi, Vacheron Constantin, Galeries Lafayette oder Hermès, um nur einige zu nennen.

Marsotto LAB.Marsotto LAB.

Die Uhren wurden von Studenten des Masterstudiengangs Design für Luxus und Handwerk (Design for Luxury and Craftsmanship) entworfen. Die Projektleitung hatte der spanische Designer Jaime Hayon inne.

Marsotto LAB.Marsotto LAB.

Zuvor hatte Marsotto die Studenten in den Firmenwerkstätten in Bovolone unweit von Verona mit dem Naturstein vertraut gemacht.

Marsotto LAB.

Vorgestellt wurden die neuen Dekorationsobjekte wie üblich in Mailands Innenstadt während der Möbelmesse dort. Marsottos außergewöhnliche Präsentationen in der verschwiegenen via Bigli unweit des Doms haben sich inzwischen zu einem festen Anlaufpunkt während der Designwoche entwickelt.

Marsotto Edizioni, Oki Sato: „Seasaw“.Marsotto Edizioni, Oki Sato: „Seasaw“.

Neu war neben den Uhren in diesem Jahr auch die Kollektion „Seasaw“ (Wippe) des Designers Oki Sato vom japanischen Studio nendo. Wie der Name sagt, scheinen die Tischplatten zu schweben. Erreicht wird der Effekt dadurch, dass die Tischbeine oben spitz zulaufen.

Marsotto Edizioni, Oki Sato: „Seasaw“.

Ein wenig erinnerten sie uns an Häuser oder Hochhäuser, so als hätten sie auf der einen Seite eine Art von Schornstein, der – zusammen mit einer ausgefeilten und nicht sichtbaren Befestigung – es ist, was der Platte die sichere Auflage gibt.

Wie üblich, arbeitete Marsotto mit 2 Marmorsorten: White Carrara und Black Marquina. Beide sind matt poliert.

Marsotto Edizioni, Oki Sato: „Into Marble“.

Diesmal hatte Marsotto Edizioni seine Kreationen in die Welt der Metamorphose überführt. „Into Marble“ war der Name der Installation: kuratiert vom Studio nendo hatte man kleine Pfützen aus dem schwarzen Marmor um die Beine der Möbelstücke platziert. Die Wellen an der Oberfläche des Steins deuteten darauf hin, dass da im Untergrund etwas im Gange war: vielleicht hatten die Objekte gerade ihre submarine Phase abgeschlossen und waren auf dem Weg an Land.

Die Metamorphose kennt man aus der Biologie: beim Frosch wird aus der Kaulquappe mit Kiemen am Ende des Sommers eine Amphibie, die fortan mit Lungen atmet und Beine statt Flossen hat; der Schmetterling lebt als Raupe an Pflanzen, bis er nach einer Ruhephase ein Fluginsekt wird.

Auch beim Marmor gibt es diese Metamorphose, die jedoch über Millionen von Jahren abläuft: vor unendlich langer Zeit war der Marmor einmal ein Kalkstein, der mit der Bewegung der Erdplatten ins Innere des Globus abtauchte und dort noch einmal mit Druck und Hitze durchgebacken wurde.

Insofern kann man Oki Satos Installation auch umgekehrt verstehen, dass nämlich die Steinmöbel gerade dabei sind, in den Untergrund abzutauchen.

Wie schon der antike Philosoph Heraklit schrieb: „Panta rhei“, alles fließt.

Marsotto Edizioni

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(11.06.2018)