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Die türkische Firma Silkar/Akdo zeigt, welche Möglichkeiten in millimeterdünnen Steinpaneelen wirklich stecken

Silkar/Akdo: „YinYang“.

Technische Neuheiten sind nicht zwingend immer eine Konkurrenz für das Original von Marmor und Granit

Dass die türkische Firma Silkar/Akdo unter dem Markennamen AkdoLAM einen millimeterdünnen Stein auf einem Trägermaterial auf den Markt gebracht hat, hatten wir vor einer Weile mit einer kurzen Meldung bedacht. Denn schon zahlreiche andere Firmen hatten zuvor die Technologie des Dünnsteins im Programm.

Was uns nun zu AkdoLAM zurückbringt, sind die Anwendungen, die die Firma inzwischen für ihr Material entwickelt hat. Betrachtenswert ist dabei auch, wie sie Marketing für den Dünnstein betreibt: AkdoLAM wird nämlich nicht als leichtere und billigere Alternative (und folglich Konkurrenz) zu normalem Marmor propagiert, sondern als ein innovatives Material, das neue Möglichkeiten eröffnet.

Das letzte Projekt aus dieser Reihe ist „YinYang“. Es war im Rahmen eines Wettbewerbs von türkischen Designstudenten entwickelt worden, hatte einen Preis gewonnen und wurde auf der Messe Marble in Izmir präsentiert.

Silkar/Akdo: „YinYang“.

Interessant an YinYang war nicht nur die fließende Form der Streifen aus 2 Sorten Marmor, die der Nachwuchs-Designer Mert Taş dem Stein mittels einer Trägerschicht aus 3D-Glasfiber gegeben hatte.

Viel bemerkenswerter war, dass hinter den weit ausladenden Biegungen eine neue Technologie steht, die Silkar/Akdo entwickelt hat. Das Geheimnis liegt darin, wie das Material bei bestimmten Temperaturen über einer Form gebogen wird.

Erste Zwischenerkenntnis: Die Firma gibt sich nicht zufrieden mit bloß einer neuen Technologie (Dünnstein), sondern legt gleich noch weiteres Knowhow drauf, nämlich das Biegen solcher Platten (das erst die neuen Anwendungen ermöglicht).

Silkar/Akdo: „Marble Garden“.Silkar/Akdo: „Marble Garden“.

Ein vorangegangenes Projekt war „Marble Garden“, entstanden aus einem Wettbewerb für junge Architekten. Preisträger war das Büro PIN. Auch es hatte den Wert von AkdoLAM durch eine technische Neuheit angereichert, nämlich die Art und Weise, wie die Platten übereinander gestapelt sind.

Mehr noch: als „Biophilic Design“ bezeichnet Gökhan Karakuş vom Designstudio Emedya das Konzept. Er war der Kurator des Wettbewerbs. Der Begriff Biophilie meint, dass es zwischen dem Menschen und dem Leben in der Natur Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten gibt, und dass man diese nutzbringend einsetzen kann.

Im Fall des Marble Gardens war die Idee, Marmor als natürliches Material mit Pflanzen zu kombinieren und so eine gesunde Atmosphäre zu schaffen.

Zweite Erkenntnis: man kann eine technische Neuheit auch damit wertvoll machen, dass man ihr einen emotionalen Gehalt gibt. Hier wurde der Stein zum Träger von Natur, Gesundheit, Heilung…

Kein Wunder, dass ein Teil des Marble Gardens nun im Eingangsbereich eines Krankenhauses in Istanbul steht.

Technische Details zu AkdoLAM kann man auf der Webpage nachlesen.

Natürlich reißt der Stein, wenn er nicht nur extrem dünn geschnitten, sondern auch noch gebogen wird. Jedoch hält Harz das Material zusammen. Bei YinYang sind die Steinstreifen immerhin 2,40 m lang. Allein mit solchen flatterigen Bändern umzugeben, verlangt ein besonderes Knowhow.

„Wir haben 4 Jahre daran gearbeitet und lernen immer dazu“, schreibt uns Aşkın Çağatay nüchtern. Sie ist die Marketingmanagerin bei Akdo.

Auf der Website der Firma wird noch ein weiteres Einsatzgebiet für AkodoLAM gezeigt: auf dem Boden eines Luxushotels in Chicago.

AkdoLAM

Video YinYang

Video Marble Garden

Autor: Peter Becker

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(06.08.2018)