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Tag des Geotops am 16. September 2018: von Erdgeistern und Gesteinen auf dem Weg zur Vollendung

Plakat zum Tag des Geotops 2018.

Führungen zu ehemals wirtschaftlich wichtigen oder auch sagenhaften Felsformationen, Höhlen und Steinbrüchen

Am vergangenen Wochenende fand der Tag des Offenen Denkmals statt – rund um den dritten Sonntag im September (16.09.2018) steht jährlich der Tag der Geotope an, der ebenfalls bundesweit stattfindet. Beide Veranstaltungen widmen sich außergewöhnlichen Orten in Deutschland, im Fall der Geotope sind das zum Beispiel Felsformationen, Höhlen oder auch alte Steinbrüche, um nur einige zu nennen. Sie sind geologisch bedeutsam oder haben für die Wirtschaft vergangener Zeiten eine Rolle gespielt.

Dabei hatten viele der Geotope von heute ehemals auch Rollen in den Sagen und Mythen der jeweiligen Regionen inne. Denn Auffälliges in der Landschaft animierte die Menschen schon immer dazu, passende Episoden zum Beispiel mit Riesen (Rübezahl im Erzgebirge) oder dem Teufel (Teufelstische allerorten) zu erfinden.

Das war nicht immer pures Spintisieren, sondern entsprang zumindest im Bergbau einem Weltbild, das auch die Alchemie als eine vernünftige Wissenschaft möglich machte. Danach sollte alles Material den göttlichen Odem in sich tragen und sich auf einem Weg zur paradiesischen Vollendung befinden – sprich: im besten Fall früher oder später zu Gold werden (können).

So glaubte man schlichtweg, dass ein Glanz oder ein Schimmer in einem Gestein von dessen Silber- oder Goldgehalt im Inneren kündete. Wer nun diese Edelmetalle herausholte, würde nicht nur reich werden, sondern tat auch der Welt insgesamt etwas Gutes.

Logisch war in diesem Weltbild auch, dass Gott den Gesteinen im Untergrund Leben mitgegeben hatte – den Bergleuten, die die Erze heraufholten, konnte so die Rolle zukommen, die auf den ersten Blick wertlosen Brocken mittels Abbau und Verhüttung einen Schritt näher zur Vollendung zu bringen.

Jedoch: es lebten im Untergrund auch die Berggeister, Arten von Trollen vielleicht, und wenn die Knappen ihnen querkamen, waren plötzlich die zuvor ergiebigen Adern leergeräumt oder gab es übelste Unfälle. Folglich mussten die Bergleute dieses Volk der Tiefe mit Zeremonien freundlich stimmen, bevor zum Beispiel ein neuer Stollen angefahren wurde – das Christentum nahm diese alten Rituale auf und deutete sie mit neuem Inhalt um.

Der Tag des Geotops geht zurück auf eine Initiative der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e.V., ehemals Akademie der Geowissenschaften zu Hannover. Schirmherr ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Tag des Geotops wird von der Unesco unterstützt.

Auf einer Seite der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung e.V. (DGGV) kann man nach einzelnen Veranstaltungen suchen.

Tag des Geotops / DGGV

Autor: Peter Becker

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(11.09.2018)