www.stone-ideas.com

Die beiden neuen Präsidenten von Euroroc sehen „Kommunikation und Kooperation als Kernthemen“

Die Euroroc Ko-Präsidenten für den Zeitraum 2018-2020: Kristof Callebaut (links) und Stijn Renier.

Stijn Renier und Kristof Callebaut aus Belgien gestalten die Präsidentschaft ihres Landes gemeinsam

Euroroc, die Dachorganisation der europäischen Natursteinverbände, hat im Zeitraum von 2018 bis 2020 zwei Präsidenten: es sind Stijn Renier und Kristof Callebaut, beide vom der „Union des Carrières et Scieries de Marbres de Belgique” (Union der Marmor-Steinbrüche und -Fabriken in Belgien”). Renier ist einer der Eigentümer von Renier Natuursteen, Callebaut ist Chefgeologe bei der Brachot Hermant Group. Peter Becker von Stone-Ideas.com fragte nach, auf was sie ihre Arbeit konzentrieren wollen.
 

Stone-Ideas.com: Wo muss die Steinbranche stärker werden?

Stijn Renier: Die Steinindustrie ist sehr zerstückelt. Nicht nur sind die meisten Unternehmen nur klein und mittelgroß, sogenannte KMUs. Sie sind auch weit verteilt über ganz Europa. Deshalb müssen wir enger zusammenarbeiten, dies in vielen Bereichen. Kommunikation und Kooperation sind die Kernthemen.

Kristof Callebaut: Wir müssen lernen, die besonderen Qualitäten unseres Materials besser zu kommunizieren. Und nochmal: weil die Branche so zerstückelt ist, müssen wir zusammenarbeiten. In Belgien zum Beispiel haben wir eine Kampagne für Naturstein gemacht – warum machen wir so etwas nicht auch auf europäischer Ebene? Das ist eine große Herausforderung für Euroroc.
 

Stone-Ideas.com: Worin liegt denn die größte Stärke der Branche?

Stijn Renier: Das ist schwer zu sagen, es gibt so viele…

Kristof Callebaut: Unsere Material hat seine Stärken über Jahrhunderte unter Beweis gestellt! Gibt es Zweifel an der Qualität des Travertins von Tivoli? Oder am Marmor aus Carrara oder Estremoz? Oder am Jura Kalkstein? Oder am Kalkstein Pierre Bleue aus Belgien? Kaum ein anderes Material kann solche eine Geschichte vorweisen.

Stijn Renier: Naturstein kann an allen Bereichen verwendet werden, und auch die Vielfalt an Farben ist riesig: von weiß bis schwarz mit allen Farbtönen dazwischen, zudem Oberflächen von eben bis rau. Bei Bedarf können die Oberflächen selbst noch vor Ort geändert werden.

Kristof Callebaut: Jeder Stein ist ein Unikat und ein Original. Keramiken mit Naturstein-Look hingegen sind nur Kopien unserer Originale.
 

Stone-Ideas.com: Wie ist die Branche in „grüner” Hinsicht aufgestellt?

Stijn Renier: Unser Material ist das „grünste“, das man finden kann. Es muss nicht hergestellt werden – es ist von Natur aus da, und wir müssen es nur noch schneiden und polieren! Nicht mal Holz kann das von sich behaupten, denn es muss mit Chemie oder Wärme behandelt werden, sonst verrottet es.

Kristof Callebaut: Noch ein Beispiel: Fliesen aus Naturstein können aufgearbeitet und viele Male wiederverwendet werden. Und was Steinbrüche betrifft: selbst im Betrieb zerstören sie nicht die Natur, sondern öffnen Lebensräume für bedrohte Arten. Viele alte Steinbrüche wurden inzwischen in Konzertarenen, Freizeitparks oder sogar Open-Air-Museen umgewandelt.
 

Stone-Ideas.com: Welche Pläne haben Sie im Bezug auf Euroroc?

Kristof Callebaut: Zu unserer Kommunikations-Strategie gehört auch, mehr Beiträge auf die Webpage von Euroroc zu stellen, also Lernprogramme, eine digitale Bibliothek oder Wissen über Naturstein, das vorhanden ist. Ein regelmäßiger Newsletter sollte an die Mitglieder verschickt werden. Die Social Media sind ein weiteres Thema.

Stijn Renier: Als Teil der Kooperations-Strategie wollen wir die Erfahrungen aus erfolgreichen Beispielen aus Arbeitssicherheit, Materialtests oder Marketing für alle zugänglich machen, ohne dass es große Kosten für die Mitglieder mit sich bringt. Wir werden Virtuelle Teams schaffen, die eng zusammenarbeiten und das Wissen für alle nutzbar machen.
 

Stone-Ideas.com: Warum schicken die Belgier zwei gleich Leute in ihr Präsidentenamt?

Kristof Callebaut: Wir meinen, dass das Präsidentenamt eine aktive Sache sein sollte, und das kostet Zeit. Also haben wir eine Ko-Präsidentschaft vorgeschlagen, und die Generalversammlung hat auf der Marmomac 2018 der Idee zugestimmt.

Stijn Renier: Aber es ist nicht nur das. Wir wollen auch die Zusammenarbeit der aktuellen Präsidenten mit den Vorgängern initialisieren. So wird uns Peter Harrison als Berater zur Seite stehen. Und während der 2. Hälfte unserer Amtszeit, werden wir auch schon den nächsten Präsidenten einbinden.

Euroroc

Anmerkung der Redaktion: das Amt des Euroroc-Präsidenten ist ehrenamtlich und wird nicht bezahlt.

Das Logo von Euroroc.

See also:

 

 

 

 

(25.10.2018)