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Beim Linghsan Brahma Palace hat Chinas Natursteinbranche gezeigt, in welchen Dimensionen sie arbeiten kann

Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.

Die gewaltige Anlage umfasst Ornamente in Granit an den Fassaden und künstlerische Arbeiten in Marmor im Inneren

Bauwerke der Religionen sind Paradeaufträge für die Natursteinbranche. Dort kann sie nicht nur wie in Flughäfen viele Quadratmeter ihres Materials verkaufen, sondern auch die gestalterische Bandbreite von Marmor, Granit und Co unter Beweis stellen. Das jüngste herausragende Beispiel war die Sheik Zayed Moschee in Abu Dhabi, bei der zahlreiche Firmen aus dem Westen mitwirkten. Wir hatten darüber berichtet.

Nun wollen wir ein im Umfang vergleichbares Projekt aus China vorstellen. Es handelt sich um den Linghsan Brahma Palace in der Stadt Wuxi. Er liegt am Fuß der Lingshan Bergkette in der Provinz Jiangsu im Hinterland von Shanghai.

Es ist eine riesige Anlage, bei der Naturstein in außergewöhnlicher Menge und Verarbeitung zum Einsatz kam. Im Jahr 2008 fertiggestellt, feiert sie nun ihr 10jähriges Jubiläum.

Es ist eine Mischung aus Ort der Meditation und des Betens, gleichzeitig eine Galerie für Kunst und nicht zuletzt eine erstrangige touristische Attraktion. Etwa 3 Millionen Besucher kommen jedes Jahr vorbei. Seit 2008 findet hier das Buddhistische Weltforum statt.

Die Baukosten betrugen 2,6 Milliarden Yuan, umgerechnet ehemals etwa 380 Millionen US-$.

Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.

Drei Stockwerke hat der Palace, 5 Türme in unterschiedlicher Höhe krönen ihn. Aus der Distanz beeindruckt die schiere Größe, aus der Nähe kommt man aus dem Staunen über die Ornamente in der Fassade nicht heraus.

Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.

Der Stein ist der Granit G682, ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Dinglistone. Sie ist auf solche künstlerischen Projekte spezialisiert. Und auch auf große Dimensionen: etwa 100.000 m² Natursteinarbeiten waren an den Fassaden und in Marmor im Eingangsbereich zu erledigen.

„Das ist alles Handarbeit“, betont Andrew von Dinglistone, „für den Einsatz von Maschinen gab es zu viele besondere Details in der Fassade.“ Die Anordnung der vielfältigen buddhistischen Ornamente hat der Firmenchef entwickelt und mit dem Bauherren abgestimmt.

Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.Dinglistone: Lingshan Brahma Palace.

Als „buddhistisches Wunderland“ oder als „Louvre des Ostens“ wurde die Anlage schon bezeichnet. Im Inneren geht die Pracht weiter. Besucher schreiben über die 3 großen Hallen (Aisle Hall, Tower Hall, Altar Hall): sie seien so hoch und so voller Details, dass man ohne Nackenstarre nicht davonkomme, und dann habe man auch nur die wenigsten Details wahrgenommen.

Die Natursteinarbeiten in den Innenräumen führte die Firma UMGG aus. Außer der Verlegung der Fliesen aus weißem und poliertem Marmor auf dem Boden waren auch hier zahlreiche Details mit hohem künstlerischen Rang anzufertigen. Dazu zählen die Wandverkleidungen, die Medaillons auf dem Boden, die Säulen usw.

UMGG: Lingshan Brahma Palace.UMGG: Lingshan Brahma Palace.UMGG: Lingshan Brahma Palace.

Wir zeigen einige der Arbeiten. Die dafür benutzten Steine waren Giallo Royal Tafu, Lotus Beige, Energetic Red, and King Gold, Marmore meist mit polierter Oberfläche, wie uns Sheng Zhe von der Firma mitteilt.

Die Anlage wurde mit dem Luban Award ausgezeichnet. Das ist der wichtigste chinesische Preis für Architektur und Bauwesen.

Dass die Anlage bei der Stadt Wuxi gebaut wurde, hängt mit der Rolle der Lingshan Berge im Buddhismus zusammen. Neben dem Palace gehören zu der Lingshan Scenic Area noch eine der größten Buddha-Statuen weltweit (88 m hoch, 700 t Bronze), das Five Mudra Mandala, das Nine Dragons Bathing Sakyamuni oder der Xiangfu Temple, um nur einige der Attraktionen zu nennen. Das gesamte Terrain erinnert nach westlicher Sehweise an einen Themenpark.

Dinglistone ist in Chongwu in der Privinz Jujian zuhause. Die Stadt gilt als das Zentrum von Chinas Steinbildhauern. Die Firma hat an zahlreichen Projekten auch im Westen mitgewirkt, unter anderem in den USA, Spanien und Frankreich.

UMGG ist einer der großen Player in Chinas Steinbranche. Es hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als 1800 Projekte weltweit ausgeführt. Neben zahlreichen Standorten in der Provinz Guangdong hat es seinen Hauptsitz in Dongguan.

Dinglistone, Mail: Katya

UMGG, Mail: Ms SHENG Zhe

Fotos: Dinglistone / UMGG

Autorin: Alexandra Becker

Lingshan Brahma Palace.

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(29.10.2018)