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Tiefe Geothermie als künftige Nutzung des Kohlegebirges unter der Ruhr

Bergmann bei der Arbeit unter Tage. Foto: Ludwig Bergmann / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a> / Bundesarchiv

Zum Ende des Bergbaus spielt der Geowissenschaftliche Dienst NRW Optionen für die Zukunft durch

Hängen im Schacht war schon schlimm genug, aber ab sofort ist Schicht.

Am 21. Dezember 2018 wird die letzte Kohle im Bergbau des Ruhrgebiets aus der Erde geholt, dies auf der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop. Das geschieht mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit, dies nicht zu unrecht, denn die über 200 Jahre Kohlebergbau zwischen Duisburg und Dortmund haben ganz wesentlich zum Wohlstand in Deutschland beigetragen.

Schauen wir nach vorn.

Fest steht, dass die Folgen des Bergbaus noch viele Generationen beschäftigen werden. Es sind vor allem die Grubenwässer, die auch fortan mit Hochleistungspumpen aus den Schächten geholt werden müssen, und ebenso die Grubensenkungen.

Dafür wird man viel wieder Energie und viel Geld aufwenden müssen – Bilanzen über den Ertrag aus der Kohle und den langfristigen Kosten werden wohl zahlenmäßig nie zu erstellen sein. Denn die Rolle der Kohle als Starthilfe für die Industriealisierung war wohl wichtiger als alle ehemaligen und noch kommenden Aufwendungen.

Zur Bewältigung der Kosten wurde die RAG Stiftung gegründet, die sich den so genannten „Ewigkeitsaufgaben“ widmen soll.

Dabei bietet der völlig durchlöcherte Untergrund unter dem Ruhrgebiet auch interessante Perspektiven. Sie werden im „gd Report“ (1/18) diskutiert. Das ist das Informationsblatt des Geologischen Dienstes NRW, das man kostenlos herunterladen kann.

Neben Übersichten etwa zu den NRW-Vorkommen von Kies und Sand sowie Naturstein gibt es in der Broschüre eine Bestandsaufnahme zu Geothermie und zu ihrem Potenzial. Ein Beispiel für die oberflächennahe Nutzung der Erdwärme sind Neubausiedlungen in Dortmund und Werne, wo die Wärme für 90 beziehungsweise 120 Wohneinheiten aus dem Untergrund kommt.

In einem Text zu den „besonderen geologischen Strukturen unter dem Ruhrgebiet“ heißt es folglich: „Das Deckgebirge aus Locker- und Festgesteinen wird schon vielerorts durch oberflächennahe geothermische Anlagen genutzt, aber in der Tiefe gibt es noch viel mehr zu holen.“

Käme man bis in 5000 m hinunter, könnte man theoretisch Wasser mit 177 Grad Celsius ausbeuten.

Dieses ganze Spielfeld soll das Forschungsprojekt TRUDI des Geothermiezentrums Bochum ausloten. Ausgeschrieben lautet der Titel „Tief-runter-unter-die-Ruhr“.

Andere Ideen sind unterirdische Pumpspeicherwerke.

Jedoch: „Vor der Hacke ist es düster“, weiß der Bergmann. Solche Tiefen sind bisher unbekanntes Terrain.

gd Report (1/18)

RAG Stiftung

Deutschlandfunk Kultur

Autor: Peter Becker

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(21.12.2018)