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Die Designerin Hanne Willmann nutzt bei dem Beistelltisch „Gravity“ den edlen Marmor materialgerecht

Hanne Willmann, Favius: „Gravity“.Hanne Willmann, Favius: „Gravity“.

Dennoch geht bei ihrem Entwurf die Schönheit des Steins nicht unter / Zu sehen in der Ausstellung „Stone Infinite“ auf der Messe in Xiamen

Wird Naturstein für Kaffee- oder Beistelltische verwendet, gibt es ein Problem: der Stein, weil er teuer und schick ist, wird als Platte eingesetzt, was zur Folge hat, dass der Schwerpunkt solcher Möbel hoch liegt und sie gerne wackeln oder kippen.

Nur: Wo sonst soll man den Naturstein hintun? Etwa an die Basis des Tisches, wo man ihn gar nicht sieht?

Die Berliner Designerin Hanne Willmann hat für die deutsche Marke Favius sich der Herausforderung gestellt. Entstanden ist der Tisch mit dem treffenden Namen „Gravity“ (Schwerkraft): das schwere Material wird materialgerecht an der Basis des Mobelstücks für die Stabilität genutzt, und die Platte ist aus Holz.

Das Kunststück besteht nun darin, den teuren Marmor (auf den Fotos Brecchia Perni und Nero Marquina) sichtbar zu halten. Hanne Willmann hat dafür den Fuß als senkrecht stehende Platten gestaltet – der Tisch steht gewissermaßen auf Stiefelchen. Die Steinplattten sind gekreuzt, so dass das Ganze Stabilität bekommt.

Hanne Willmann, Favius: „Gravity“.

Auf dem Weg nach oben zur Tischplatte nun ändert sich die Materialität und mit ihr das Design: aus den massiven Steinscheiben unten werden dünne Metallrohre, die leicht und luftig und oben in die Platte aus Holz münden, die ihrerseits sich angenehm warm anfühlt.

Wir hatten schon den Tisch „Network“ aus der Favius-Produktpalette vorgestellt, der denselben Effekt konstruktiv mit einem gespannten Drahtgitter erreicht.

„Gravity“ wurde auf der Messe IMM Cologne (14.-20. Januar 2019) der Öffentlichkeit präsentiert. Er und auch „Network“ werden im Rahmen der Ausstellung „Stone Infinite“ auf der Xiamen Stone Fair (07.-09. März 2019) zu sehen sein, Hanne Willmann hält dort einen Vortrag.

Hanne Willmann gründete 2015 ihr eigenes Designstudio in Berlin. Sie studierte dort an der Universität der Künste, wo sie seit 2017 lehrt. Nach dem Studium in Berlin und an der Elisava Barcelona School of Design and Engineering arbeitete sie in Istanbul für das Studio „Autoban“ sowie in Berlin für den Designer Werner Aisslinger. 2015 wurde sie vom A&W Magazine zum „Designtalent des Jahres“ gekürt. Auch wurde sie mit dem Deutschen Designpreis „Newcomer Finalist 2016“ ausgezeichnet.

Favius hat seinen Sitz in Regensburg und zeichnet sich durch Liebe zum Handwerk und zu hochwertigen Materialien aus. Gefertigt werden die Produkte in Deutschland. Das Spektrum der Gegenstände reicht von Stühlen und Tischen bis hin zu Vasen und Schalen. Gründer ist Christian Stoffel, selber aktiv als Designer.

Studio Hanne Willmann

Favius

Fotos: Favius

Hanne Willmann.

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(22.02.2019)