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Die Rocalia in Frankreich will zu ihrer 2. Ausgabe keine Engineered Stones oder Quarzkompositmaterialien zulassen

Das neue Poster der Messe Rocalia.

Neu ist auch ein stärkeres Bemühen um Fachleute aus den Nachbarländern rund um Frankreich

„Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein!“ Jeder kennt die Einleitung zu den Comix’ mit Asterix und Obelix, und wir benutzen sie hier, um von einer weltweiten Alleinstellung der Messe Rocalia in Lyon (3.-5. Dezember 2019) zu künden: die Organisatoren haben beschlossen, bei dieser 2. Ausgabe nur Naturstein zuzulassen.

Gelesen haben wir die Neuigkeit in der Fachzeitschrift Pierre Actual (Januar 2019). Dort heißt es: man will nicht grundsätzlich „alle anderen Materialien ausschließen“, aber diejenigen, „die nicht natürlich sind“.

Chefredakteur Claude Gargi kommentiert die Entscheidung mit großer Freude und schreibt: „Hochachtung vor denen, die den Naturstein verteidigen.“

Die Debatte, ob man Engineered Stone oder Quarzkomposit zulassen soll, beschäftigt die Messen seit dem massenhaften Auftauchen dieser Materialien vor etwa 10 Jahren. Die Mehrheit der Steinmetze arbeitet heute damit. Deren Begründung ist: der Kunde will diese Produkte.

Außerdem lassen diese Kunststeine sich mit den üblichen Maschinen und Werkzeugen für Naturstein bearbeiten.

Jedoch gibt es in Frankreich (siehe gallisches Dorf) eine recht aktive Fraktion unter den Steinmetzen, die mit den neuen Materialien nichts zu tun haben will. Dass diese Gruppe die Zustimmung der Steinbruchfirmen findet, ist klar.

Noch in anderer Hinsicht wird die Rocalia ihr Profil verändern: Stärker als bisher will man in diesem Jahr auch „ausländische Fachleute gewinnen, speziell solche aus Frankreichs Nachbarländern“, so Pierre Actual. Dazu soll es eine Veranstaltung zusammen mit Euroroc geben. Das ist der Dachverband der nationalen Natursteinverbände in Europa.

Wie vor 2 Jahren soll es wieder ein reiches Programm geben. Dabei will man das Thema der Naturstein-Innovationen stärker in den Vordergrund stellen. Geplant ist, dass der italienische Architekt Giuseppe Fallacara wieder eine ungewöhnliche Konstruktion aus Naturstein aufbaut. Im letzten Jahr hatte er mit seinem Gewölbe „Flux“ für Aufsehen gesorgt.

Das Thema Naturstein-Design wird wiederum in einer speziellen Präsentation und an den Ständen der Austeller vorkommen.

Zum Thema Denkmalschutz soll es am 1. Tag eine Führung durch das Grand Hôtel Dieu in Lyon geben. Es geht auf das 12. Jahrhundert zurück und ist heute ein Prachtbau mit viel Naturstein.

Die Rocalia wurde im Dezember 2017 aus der Taufe gehoben, als sich die Messegesellschaft in Lyon und Pierre Actual, zuhause dort, zusammentaten. Der Messename ist der Gartenschau Paysalia entlehnt, mit der die Steinschau gleichzeitig in einer Nachbarhalle ausgetragen wird.

Der Erfolg der 1. Ausgabe war überzeugend gewesen: es kamen 125 Aussteller und 14.580 Besucher. Bemerkenswert daran war, dass es sich nicht nur um Aussteller von Maschinen und Werkzeugen handelte, sondern auch um Steinproduzenten. Woanders haben sich die Steinbrüche und -verarbeiter von den nationalen Steinmessen abgewandt und sind auf Architektur- oder Designmessen gewechselt.

Rocalia, in Lyon (3.-5. Dezember 2019)

Pierre Actual (französisch)

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(10.03.2019)