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Bei der Neugestaltung des AT&T-Towers in Manhattan bleibt die historische Fassade aus Stony Creek Granite unangetastet

Der AT&T-Tower in Manhattan, gesehen vom Rockefeller Tower. Foto: Citizen59 / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Kritiker an Snøhettas ersten Entwurf hatten bemängelt, dass damit die „Verglasung der Innenstädte“ vorangetrieben würde

Die Granitfassade des berühmten AT&T-Hochhauses in Manhattan bleibt bei der aktuellen Modernisierung des Gebäudes unangetastet. Das hat die örtliche Denkmalbehörde durchgesetzt. Mitte Februar 2019 hat sie dem nun überarbeiteten Entwurf des norwegischen Architekturbüros Snøhetta zugestimmt.

Vorausgegangen war eine heftige Debatte um Snøhettas 1. Entwurf. Danach sollte die Granitfassade im unteren Teil des Gebäudes entlang der Madison Avenue durch wellenförmiges Glas ersetzt und so das Innere mit den Geschäften optisch geöffnet werden.

Der Eingang zum AT&T-Tower. Foto: MBisanz / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Gegner hatten sich mit flotten Sprüchen wie „Rettet unseren Stein“ oder „Hände weg von meinem Johnson“ dagegen gewehrt und in sehr kurzer Zeit erreicht, dass das Bauwerk überhaupt erst in die Liste der Nationalen Denkmale aufgenommen worden war.

Zur Geschichte: Philipp Johnson hatte zusammen mit seinem Partner John Burgee das Gebäude im Jahr 1984 fertiggestellt. Auftraggeber war die Telefongesellschaft AT&T, damals Monopolist in den USA und einer der großen Konzerne weltweit.

Heftig waren schon damals die Reaktionen auf das 187 m hohe Gebäude. Kritisiert wurde zum einen das Dach, das an eine Kommode im Chippendale-Stil erinnert, und zum anderen der unterste Teil, dem Snøhetta nun etwas Gutes hatte tun wollen.

Der Eingang zum AT&T-Tower. Foto: MBisanz / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Anlass dafür gab es hinreichend. Wenn man nämlich ebenerdig vor dem eigentlich eleganten und leichten Turm stand, kam man sich wie ein winziger Wurm vor. Johnson und Burgee hatten den Zugang als ein schmales Tor mit 7 Geschossen Höhe gestaltet, daneben ein paar ebenfalls über mehrere Geschosse hochgezogene Fenster.

Allerdings: als Ganzes war dieser Turm immer sehr gelungen und unglaublich elegant gewesen.

Der Architekturkritiker des Guardian hatte Snøhettas Konzept treffend kritisiert: „Es wäre, als würde man einen der feinen Anzüge von Johnson nehmen und ihm unter den Knien abschneiden.“ Und weiter, zu Snøhettas Materialwahl: „Es wäre ein weiterer Schritt in der allgegenwärtigen Verglasung unserer Städte auf Straßenebene.“

Und eine architekturhistorische Bedeutung hatte das Gebäude zweifellos auch: dieser Bleistift, der oben in eine Telefongabel mündet, deren Hörer irgendwie verloren gegangen zu sein scheint, steht perfekt für die Idee der Postmoderne. Mit dieser modernen Richtung wurde es für eine Weile üblich, das Architekten ein Zitat von hier und eins von dort holten und alles miteinander verrührten.

Gelungen zweifellos war das Raster der kleinen Steinplatten an der Fassade mit den langen Linien von unten nach oben, das es woanders kaum gibt.

Bei den Steinen handelt es sich um den rosafarbenen Stony Creek Granite, den man am Fuß der Freiheitsstatue oder an der Außenfassade der Grand Central Station findet, um nur 2 berühmte Beispiele zu nennen.

Die Denkmalbehörde hat nun Snøhettas überarbeiteten Entwurf „unter bestimmten Bedingungen“ akzeptiert. Kern der Umgestaltung ist ein neuer öffentlich zugänglicher Bereich, für den vorangegangene Veränderungen und Anbauten zurückgenommen werden.

Der Umbau im Inneren geht schon vor sich. Der Neubezug des Bauwerks soll im Jahr 2020 beginnen.

Snøhetta

The Guardian

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(25.03.2019)