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„Trotz eines Rückgangs der Blockexporte nach China können die Strafzölle von Trump Vorteile für türkische Lieferungen in die USA bringen“

Banu Bekisoglu, Mitglied im Vorstand der Aegean Minerals & Natural Stone Exporters (Exporteure von der Ägäis, EIB) und Chefin der Firma SU Marble.

Interview mit Banu Bekisoglu, Mitglied im Vorstand der Aegean Minerals & Natural Stone Exporters (EIB)

Die Strafzölle, die US-Präsident Donald Trump gegen chinesische Exporte in die USA verhängt hat, werden sich nicht nur auf Chinas Exporteure und US-Konsumenten auswirken. Auch andere Lieferanten in die USA werden Folgen spüren. Peter Becker von Stone-Ideas.com sprach mit Banu Bekisoglu, Mitglied im Vorstand der Aegean Minerals & Natural Stone Exporters (Exporteure von der Ägäis, EIB) und Chefin der Firma SU Marble.
 

Peter Becker: Werden Trumps Maßnahmen gegen China sich auf die Natursteinausfuhren der Türkei in die USA auswirken?

Banu Bekisoglu: Die Türkei ist einer der größten Exporteure von Endprodukten in die USA, vor allem Marmor und Travertin, aber auch andere Sorten wie Onyx. Mit China hatten wir einen harten Preiskampf, insofern können Trumps Strafzölle von Vorteil für uns sein.
 

Peter Becker: Aber hat die türkische Natursteinbranche auch ausreichend Kapazitäten, um ihre Lieferungen in die USA zu steigern?

Banu Bekisoglu: Selbstverständlich. Die türkischen Firmen haben in den letzten Jahren sowohl ihre Professionalität im Geschäft und ihre technische Ausstattung als auch die Kreativität und das Know-how ihrer Mitarbeiter enorm verbessert. Im Moment übernimmt eine neue Genration das Management. Jetzt liegt unser Fokus mehr auf Qualität als bloß auf Quantität. Das Zauberwort heißt „Der Wunsch des Kunden”. Unsere Mitarbeiter bringen ihr Marktwissen ständig auf den aktuellen Stand, etwa indem sie internationale Messen besuchen. Um Ihre Frage mit einem Satz zu beantworten: die türkischen Firmen warten schon sehr lange auf eine steigende Nachfrage.
 

Peter Becker: Aber droht Ihnen nicht parallel zu einem möglichen Anstieg bei Endprodukten in die USA ein Rückgang bei den Lieferungen von Blöcken nach China?

Banu Bekisoglu: In den ersten 4 Monaten von 2019 sind unsere Exporte nach China im Vergleich zum Vorjahr von 221 Millionen US-$ auf 183 Millionen zurückgegangen. Selbst wenn diese Verringerung sich noch verstärkt, könnte ein Anstieg bei den Endprodukten sich mehr als kompensierend auswirken. Die türkischen Natursteinfirmen investieren sehr stark in Design und Business-Training, so dass unsere Mitarbeiter auch hochwertige Bauprojekte abwickeln können.
 

Peter Becker: Schon während des vergangenen Jahres hatten Sie besondere Initiativen gestartet, um die Rolle türkischer Natursteine auf dem US-Markt auszuweiten. Können Sie uns ein paar Details dazu sagen?

Banu Bekisoglu: Die EIB hatte eine Delegation mit 12 türkischen Steinfirmen organisiert, die wichtige Architekturbüros in den USA besuchten. Das Natural Stone Institute was uns sehr behilflich, US-Importeure und Großhändler zu treffen. Schließlich sind unsere Produkte in Amerika auch nicht gerade unbekannt: Natursteine von der Ägäis kamen in den Häusern zahlreicher bekannter Persönlichkeiten zum Einsatz, etwa bei Sting oder Jennifer Lopez, genauso am Flughafen JFK oder bei verschiedenen Casinos in Las Vegas, um nur einige Beispiele zu nennen. Darüber hinaus haben türkische Firmen unseren Nobelpreisträger Aziz Sancar beim Sancar Turkish Cultural & Community Center (STCCC) in New York City unterstützt und dafür Marmorböden und weitere Indoor-Materialien zur Verfügung gestellt. Diese Spende wird die positive Reputation der türkischen Natursteine USA-weit noch stärken.

Ege Ihracatçi Birlikteri (EIB, Aegean Minerals & Natural Stone Exporters)

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(27.06.2019)