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Der „Ewigkeitsbrunnen“ ist ein Ort für die Asche eines Verstorbenen für alle Zeit

Timothy Vincent: Ewigkeitsbrunnen.

Steinbildhauer und Ingenieur Timothy Vincent entwickelt innovative Konzepte für moderne Bestattungen

Eine innovative Idee für Grabmale kommt von Steinbildhauer und Gestalter im Handwerk Timothy Vincent aus Wetter im Ruhrgebiet: zusammen mit der Friedhofsverwaltung der Stadt Hagen im Ruhrgebiet hat er einen „Ewigkeitsbrunnen“ entwickelt und installiert. Dort kann die Asche von bis zu 500 Verstorbenen in den Untergrund verbracht werden und für alle Zeit verbleiben.

Timothy Vincent, in England geboren und vor seiner Zeit als Steinbildhauer Ingenieur für Werkstofftechnik mit Tätigkeit in einem Steinbruchbetrieb, setzt sich schon lange mit der Friedhofskultur im Wandel auseinander. Er entwickelt Konzepte, die einerseits die Bedürfnisse der modernen Menschen berücksichtigen und andererseits die Gedenkkultur intakt halten. Denn: „Ich glaube, wir brauchen Erinnerungsorte, um Tod und Verlust verarbeiten zu können”, so sein Leitgedanke.

Vincent stellt sich also der weit verbreiteten Behauptung entgegen, dass die Menschen in der heutigen Welt voll von Spaß und Konsum sich mit Ereignissen wie Tod, Sterben oder Krankheit nicht auseinandersetzen wollten.

Das ist nicht beweisen zumindest nicht, was ältere Jahrgänge angeht.

Was sich allerdings weltweit in den Industrieländern vor allem christlicher Prägung zeigt, ist, dass die herkömmliche Art der Bestattung mit Grabmal und Grabstein nicht mehr wertgeschätzt wird. Friedhöfe werden von vielen Bürgern als fremdbestimmt und unwirtlich erlebt, und uniforme Grabsteine werden oft böse als „Seelenrutschen“ bezeichnet.

Sich um solche Ort zu kümmern und sie zu pflegen widerstrebt vielen. Oft ist es auch gar nicht möglich, weil die Kinder heutzutage nicht mehr unbedingt dort leben, wo ihre Eltern begraben sind.

Timothy Vincent: Ewigkeitsbrunnen.

Timothy Vincent stellt das Erinnern in den Mittelpunkt seines Ewigkeitsbrunnens. Dafür gibt es rund um den Brunnen 4 Stelen aus heimischem Naturstein, in die ein Steinmetz die Namen der Verstorbenen einmeißeln kann.

Allerdings: der moderne Bürger lässt sich auch hier nicht gerne Vorschriften machen, und so kann die Asche eines Verstorbenen im Ewigkeitsbrunnen auch beigesetzt werden, ohne dass der Name auf einer der 4 Stelen rund um den Platz erscheint.

Der Brunnen als solcher hat das Aussehen einer Wasserstelle aus früheren Zeiten, wo die Leute ihre Behältnisse in die Tiefe ließen und das trinkbare Nass heraufzogen. Der Rand ist in Naturstein gemauert – es bietet sich an, denselben Stein zu benutzen wie für die Namensstelen.

Rund um den Brunnentrog gibt es eine Art von öffentlichem Platz mit Sitzgelegenheiten und mit Bepflanzung, für die die Friedhofsverwaltung zuständig ist.

Hier denkt Vincent an die Lebenden, denen er einen Ort für die Erinnerung an den Verstorbenen oder für das Gespräch miteinander geben will.

Timothy Vincent: Ewigkeitsbrunnen.

Unter dem gemauerten Brunnentrog befindet sich im Boden eine Kaverne von 3 m Höhe. Auf ihrem Boden liegt Schotter. Von oben wird die Urne aus ungebranntem Ton durch einen ausgeklügelten Mechanismus herabgelassen und kippt unten sanft auf die Steine.

Allmählich wird also die Natur auch in dieser Unterwelt den Weg aller Dinge gehen und die Asche mitsamt dem Ton zersetzen.

Der Brunnen hat oben einen Deckel. Für das Herablassen der Urne gibt es eine Handkurbel, die außerhalb von Beerdigungen weggesperrt bleibt. Weitere Rituale für die Beisetzung sind denkbar.

Beerdigt werden können dort auch Urnen, für die in einer Urnenwand die Ruhezeit abgelaufen war. Der Ewigkeitsbrunnen garantiert auch ihre Bestattung für alle Zeiten – nun ja, ebenso lange, wie der jeweilige Friedhof besteht.

Timothy Vincent hat sich das Konzept patentieren lassen.

Ewigkeitsbrunnen

Steinbildhauerei Timothy Vincent

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(08.07.2019)