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Marmomac 2019: kaum Stände mit der üblichen Opulenz

Marmomac 2019. Foto: Marmomac / Ennevi

Backt Italiens Steinbranche angesichts von aktuell schlechten Exportzahlen und weltweiten Ungewissheiten kleinere Brötchen als üblich?

Ungewöhnlich zurückhaltend äußerte sich die Veronafiere zum Erfolg der Marmomac in diesem Jahr: Genannt wurden zwar die Zahlen der Aussteller (1650 aus 61 Ländern) und der Besucher (69.000 aus 154 Ländern), nicht jedoch wurde der sonst übliche Vergleich zum Vorjahr gezogen. Das überrascht, denn nach den Zahlen, die in unserem Archiv vorliegen, hatte es 2018 nur 68.000 Besucher (aber aus 62 Ländern) gegeben, so dass die 1000 Gäste mehr in diesem Jahr eigentlich ein erwähnenswerter Anstieg waren. Die Zahl der Aussteller belief sich diesmal auf 1650 (gegenüber 1600 im Jahr 2018).

Erwähnt wurde nur, dass 62% der Besucher aus dem Ausland kamen.

Quelle: Veronafiere

Wir wollen nicht spekulieren über die Zahlen als solche, sondern die Frage stellen: Ist diese Zurückhaltung vielleicht der Ausdruck einer allgemeinen Abkühlung in Italiens exportorientierter Steinbranche?

Schließlich war das Jahr 2018 nicht gut gelaufen und es hatte nach Angaben des Verbands Confindustria Marmomacchine einen leichten Rückgang bei den Ausfuhren gegenüber sehr erfolgreichen Vorjahren gegeben. Im 1. Halbjahr 2019 verzeichneten die Ausfuhren gar einen Rückgang bei verarbeiteten Produkten nach Wert um (-)6,1%, bei Rohmaterialien hingegen einen Anstieg um +3,0%, wie wir in der Tageszeitung L’Arena gelesen haben.

Jedenfalls waren viele der großen italienischen Stände unerwartet zurückhaltend gestaltet. Man beachte: auf der Marmomac hat Italiens Steinbranche ihr Heimspiel, aber sowohl die heimischem Firmen in Vitória (Brasilien), als auch in Xiamen (China) und genauso in Izmir (Türkei) in der 1. Hälfte dieses Jahres hatten bei ihren Präsentationen wie üblich die ganz große Schau aufgefahren.

Einzig in Halle 1 der Marmomac mit ihrem „Italian Stone Theatre“ präsentierte sich Italiens Natursteinbranche wie üblich opulent. Allerdings fließt hier viel staatliche Unterstützung in die Inszenierungen, namentlich seitens der Außenhandelsorganisation Italian Trade Agency (ICE).

„Naturalità“ (Natürlichkeit) war diesmal das Thema. Wir zeigen die einzelnen Arbeiten als pdfs, die weiter unten zum download bereit stehen. Wichtige Projekte daraus werden wir in separaten Berichten während der kommenden Monate aufarbeiten.

Nur eine kurze Anmerkung zu Italiens Selbstdarstellung in Halle 1: während die Keramikbranche auf der Cersaie in Bologna das Thema „grün“ so exzessiv vortrug, dass man am Ende beinahe mit dem Glauben nach Hause ging, dass Keramiken wirklich umweltfreundliche Produkte sind, wurde das Thema in Halle 1 abgehoben künstlerisch behandelt.

Neu bei der diesjährigen Marmomac (25.-28. September 2019) war der Fokus auf Afrika: es gab 50 Aussteller von dort, wie es in den Reden zur Eröffnung hieß. Dort trat Hicham Lahlou als Referent auf, einer der bekanntesten Designer aus Afrika.

Neu war auch, dass die Messegesellschaft neben den üblichen Buyers-Programmen (240 Einladungen an so genannte Top-Einkäufer) und Weiterbildungsveranstaltungen im Rahmen ihrer Marmomac Academy erstmals das Thema „Möbeldesign“ auf die Agenda gesetzt hatte: „Meet the Inspiration“ war der Titel der Kurse an 2 Vormittagen. Für Architekten hieß das Thema „Designing With Natural Stone“.

Erstmals wurden in Halle 1 Startups mit neuen Produktideen vorgestellt. Leider waren sie kaum zu entdecken.

Bei der Zeremonie zur Eröffnung kündigte der Bürgermeister von Verona an, dass das ehemalige Rangiergelände zwischen Bahnhof Porta Nuova und Messe eine neue Nutzung bekommen soll. Damit werde es eine besseren Anbindung an die Hochgeschwindigkeitszüge geben, versprach er.

Irgendwie war bei der Eröffnung dennoch die Stimmung unter den Offiziellen ganz schlecht, so dass die Tageszeitung L’Arena mit der Schlagzeile „Marmomac, partenza con polemiche“ (Die Marmomac startet mit Polemik) vom 1. Messetag berichtete. Sie bezog sich darin auf die Schelte vieler Redner an die Adresse der neuen Regierung von Ministerpräsident Conte, weil der, anders als seine Vorgänger, keinen Vertreter nach Verona geschickt hatte.

Flashmob (1, 2, 3)

Marmomac 2020 (30. September – 03. Oktober)

Halle 1: Italian Stone Theatre
* Lithic Garden (pdf)
* Natural Things (pdf)
* Brand & Stone 2.0 (pdf)
* Ristorante-d’Autore/Wine bar (pdf)
 

* Marmomac 2019 events (pdf)
* Best Communicator Award 2019 (pdf)
* Archmarathon Stone Award 2019 (pdf)
* Icon Award 2019 (pdf)

See also:

 

 

 

 

(11.11.2019)