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Die Euroroc-Generalversammlung auf der Marmomac überraschte mit neuem Schwung

Das Euroroc-Logo.

In Verona diskutierten die Vertreter der nationalen europäischen Natursteinverbände, wie sich die Branche besser aufstellen kann

Gleich 3 neue Teilnehmer gab es bei der letzten Generalversammlung von Euroroc, der Dachorganisation der europäischen Natursteinverbände: Sini Laine ist neue geschäftsführende Direktorin des finnischen Verbandes und stellte sich vor, ebenfalls präsentierte sich Hermann Graser vom deutschen Verband, der im kommenden Jahr die Euroroc-Präsidentschaft übernehmen wird, und schließlich ist auch der türkische Verband IMIB neues Mitglied bei Euroroc, vertreten durch Okan AK, Manager im Bereich der mineralischen Bodenschätze.

Vielleicht, dass es die neuen Gesichter waren, die unerwarteten Schwung in die Veranstaltung im Verlauf der Marmomac 2019 in Verona brachten. Jedenfalls gab es so etwas wie Aufbruchstimmung.

Vielleicht aber war es auch eine Reaktion der Delegierten auf die Arbeit der beiden belgischen Euroroc-Präsidenten.

Denn der Bericht von Stijn Renier und Kristof Callebaut nach einem Jahr Präsidentschaft im Duo zeigte eine ganze Reihe von Ergebnissen. Wir erinnern uns: in einem Interview mit Stone-Ideas.com im September 2018 zum Beginn der 2 Jahre dauernden Präsidentschaft hatten sie angekündigt, dass für sie „mehr Kommunikation und Kooperation“ die zentralen Belange sein würden.

Die Ergebnisse nun können sich sehen lassen. Dies auch, weil Euroroc weder über große Finanzmittel noch über eine wirkliche Geschäftsstelle mit Mitarbeitern verfügt, sondern nur Professor Gerd Merke als Generalsekretär hat.

Ergebnisse des Jahres mit belgischer Präsidentschaft waren die neugestaltete Webpage von Euroroc, der Auftritt bei Facebook und genauso wie die Arbeit des ersten „Virtuellen Teams“. Das ist eine Idee von Renier und Callebaut, mit der Experten aus ganz Europa bestimmte Themen per Distanzkommunikation bearbeiten sollen. Im vergangenen Jahr wurden Fragen zu Tests für Steine und zum CE-Label behandelt.

Weitere Virtuelle Teams sollen sich mit Marketings und Sicherheit am Arbeitsplatz beschäftigen, kündigte das Präsidentenduo an.

Dabei forderten sie auch gleich im Sinne der von ihnen propagierten Kooperation die Delegierten auf, die neue Webpage aktiv mit Inhalten zu bestücken. Dort gibt es die Rubriken „Publications“ und „Knowledge“, die auf Beiträge von Seiten der Euroroc-Mitglieder warten. Wobei die Sprachenvielfalt in Europa kein Hindernisgrund sein muss, denn inzwischen gibt es Programme, die automatisch und in annehmbarer Qualität übersetzen.

Gleiches gilt für den Facebook-Auftritt.

Euroroc-Generalsekretär Gerd Merke (li.) begrüßt Diamantino Pedro de Azevedo, Minister für Bodenschätze aus Angola (2. v. li.).

Die folgenden Programmpunkte der Generalversammlung wollen wir nur noch in Stichworten vorstellen, um sie, sobald sie aktuell werden, im Detail zu behandeln:

* weiterhin ist die Gefährdung am Arbeitsplatz durch Quarz-Feinstaub weltweit eine großes Thema in der Branche. Es gab dazu Berichte aus Australien und Spanien, wo betroffene Arbeiter vor Gericht gezogen sind;

* in einem brandneuen Thema geht es um weltweite ISO-Standards: hier hat der internationale Verband der Hersteller von Engineered Stone (AStA Worldwide) den Antrag gestellt, dass ein einheitlicher Standard sowohl für seine künstlichen Materialien als auch für Naturstein erarbeitet werden sollte. Jim Hieb vom US-amerikanischen Natural Stone Institute (NSI) hatte extra die Generalversammlung besucht und appellierte an die Delegierten, bei ihren nationalen Normungsinstituten Druck gegen solche ein Gleichsetzungen zu machen. Ein Stimmungsbild unter den Delegierten ergab eine einstimmige Ablehnung des AStA-Antrags;

* Umweltbelange tauchten in verschiedenen Beiträgen auf: die EU-Kommission legt weiterhin einen Schwerpunkt auf die Kreislaufwirtschaft; in Finnland verlangt ein neues Gesetz, dass innerhalb von 5 Jahren für alle Produkte ein CO2-Fußabdruck ermittelt werden muss; just am Tag der Euroroc-Generalversammlung gab es in ganz Italien Fridays-for-Future-Demonstrationen mit geschätzt etwa einer Million Teilnehmer und es wurde die Frage gestellt, ob die Natursteinbranche die Bewegung für sich nutzen könne; überall in Europa wird es zunehmend schwierig, Steinbrüche zu betreiben oder neue Lizenzen zu erhalten, besonders in Griechenland wird die Situation dramatisch;

* ein Vortrag aus Norwegen informierte über skandinavische Quarzite und deren Besonderheiten;

* Angola will seine Natursteine auf die internationalen Märkte bringen: der Minister für Bodenschätze und Öl, Diamantino Pedro de Azevedo, warb bei Euroroc um Investitionen. Bereits im Vorjahr hatte eine Delegation des Landes die Möglichkeiten präsentiert.

Euroroc

AStA Worldwide

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(22.11.2019)