Marmomac 2019: sechs Startups aus dem weiten Umfeld der Natursteinbranche

Die Präsentation der Startups in Halle 1 der Marmomac 2019.

Vier der Firmen präsentierten Verwendungen für das Steinmehl aus dem Zersägen der Blöcke

Erstmals gab es 2019 auf der Marmomac eine Präsentation von Startup-Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleitungen eng mit der Natursteinbranche zu tun haben. Insgesamt 6 Firmen wurden an einer Zwischenwand in der Halle 1 vorgestellt; leider bekamen die Besucher kaum etwas davon mit. Immerhin sagte Giovanni Rodia, Direktor für Außenhandel bei der Italiens Außenhandelsagentur ICE [Director of External Relations of ICE-Trade Agency], bei der Eröffnungsfeier der Messe: „Die Steinbranche muss sich mehr und mehr um junge Leute, Startups und die Kreislaufwirtschaft kümmern und Innovationen in die Branche holen.“

Sämtliche der vorgestellten Innovationen verwendeten auf die eine oder andere Art und Weise neue Technologien. Bei 4 der Unternehmen ging es um die Verwendung der Reststoffe aus der Steingewinnung und -verarbeitung. In einem der Projekte spielte auch Design eine Rolle.

Die einzelnen Projekte:

Fili Pari ist der Firmenname von 2 italienischen Designerinnen, die den Marmor tragbar gemacht haben. Für ihr innovatives Material namens „Veromarmo“ wird Marmorpulver verwendet, wie es beim Zersägen der Blöcke anfällt. In einem aufwändigen Verfahren wird daraus ein Gewebe, das sich zusammen mit gewöhnlichem Stoff zum Beispiel zu Wind- oder Regenjacken verarbeiten lässt. Wohlgemerkt: es handelt sich nicht um Ölzeug, sondern um schick geschnittene Mode, denn Alice Zantedeschi und Francesca Pievani sind diplomierte Designerinnen von der Polytechnischen Hochschule Mailand. Wir hatten berichtet.
https://filipari.com/en/
 

Desamanera ist eine Firma, die großformatige 3D-Drucker entwickelt . Das Material, das hier verwendet wird, sind mineralische Stoffe, zum Beispiel Natursteinpulver. „Uns fasziniert die Schönheit der Minerale und wir wissen, wie man mit ihnen umgehen muss, um damit besondere Formen zu schaffen“, heißt es auf der Webpage. Vor allem auf künstlerische Verwendungen zielt die Firma.
MarbleSkin ist eine ihrer Entwicklungen. Mit dem Material kann man andere Oberflächen beschichten oder Kunstwerke in Dünnstein herstellen. Da das Material in seinen Eigenschaften am Reißbrett voreingestellt werden kann, lässt sich zum Beispiel die gewünschte Korngröße festlegen.
Wir hatten berichtet
https://www.desamanera.com
 

Auch Trip (Techniques Recovery Innovative Printable) entwickelt Wege, wie in großen 3D-Druckern Steinmehl verwendet werden kann. Ein Aspekt der Verwendung liege im Baugeschehen, wird auf der Webpage angedeutet. Dafür hat man aus dem Steinpulver das innovative Material Nibiru entwickelt, aus dem sich Mauersteine fertigen lassen.
„Das große Ziel in naher Zukunft liegt darin, den ganzen Schlamm, der beim Zersägen anfällt, mittels des 3D-Druckens wwiterzuverwenden“, heißt es auf der Webpage.
https://www.triptechnology.com/
 

Die Catalyst Group widmet sich ebenfalls der Verwendung von Steinmehl. Eine neu entwickelte Anlage produziert daraus Bausteine. Besonderheit ist, dass die Gerätschaften unmittelbar an Ort und Stelle aufgebaut und eingesetzt werden kann. Das hilft, unnötige Transporte zu vermeiden.
Auch für Material aus Abbruchhäusern ist die Anlage geeignet, heißt es in einer Beschreibung. „RI-Block“ ist die Bezeichnung der so gewonnenen Bausteine.
http://www.catalyst-group.it
 

Luigi Carmignani präsentierte für die CGT Group seinen Detektor mit dem Namen „ZaNai“.Luigi Carmignani präsentierte für die CGT Group seinen Detektor mit dem Namen „ZaNai“. Mit dem Gerät lässt sich die radioaktive Strahlung von Gesteinen und Erzen messen. Dafür gibt es strenge Grenzwerte innerhalb und außerhalb der EU.
Besonderheit des Gerätes ist, dass es handlich und transportabel ist und auch im Gelände eingesetzt werden kann. Die Bedienung erfolgt mit einer App.
https://www.cgtgroup.org
 

Poplab versteht sich als Labor, das den Einfluss digitaler Technologien auf Architektur und Design untersucht und junge Leute dafür fit macht. Ziel bei jedem der Projekte ist, das Alltagsleben der Menschen zu erleichtern und dies ohne negative Einflüsse auf die Umwelt zu erreichen. „Poplab ist ein Labor für die Fertigung, ein professionelles Designstudio und ein Raum für Qualifizierung“, heißt es in einer Selbstdarstellung.
http://www.poplab.cc

(27.12.2019)