5. Fortaleza Brazil Stone Fair (FBSF) mit Schwerpunkten auf Architektur und Design

Forum der Firma Granos mit Designstudenten und jungen Designern (vorne links Carlos Rubens Alencar).Forum der Firma Granos mit Designstudenten und jungen Designern.

Der Bundesstaat Ceará ist mit seinen reichen Lagerstätten und günstigen Verkehrsverbindungen ein aufkommendes Steinzentrum des Landes
 

Update: Im Dezember 2019 haben sich die Verbände von Brasiliens 3 größten Bundesländern im Natursteinexport (Espírito Santo, Minas Gerais, Ceará) zusammengetan, um zu mehr Ausfuhren zu kommen, wie die Presse berichtet (siehe Link unten). Offenbar gibt es Unzufriedenheiten mit dem Bundesverband Abirochas.
 

Die Schwerpunkte der diesjährigen Fortaleza Brazil Stone Fair (FBSF) lagen auf Architektur, Innenarchitektur [interior design] und Produktdesign mit Naturstein. Dazu gab es Vorträge und Veranstaltungen; als ein Beispiel zeigen wir oben ein Foto der Diskussionsreihe, mit der die Firma Granos Designstudenten und junge Designer ins Gespräch brachte. Nach Angaben der Messe kamen rund 500 Personen aus der anvisierten Zielgruppe als Besucher. Insgesamt verzeichnete die Messe in ihrer 5. Ausgabe vom 05. bis 07. November 2019 rund 5000 Besucher.

Weitere Teile des Programms war das Zukunftsforum, auf dem zum 2. Mal Experten sich über die Steinbranche in 50 Jahren Gedanken machten (Verlinkung siehe unten). Parallel fand das 10. Symposium über die Natursteine in Brasiliens Nordosten (X. Simpósio de Rochas Ornamentais do Nordeste) mit zahlreichen Vorträgen und einer Posterausstellung statt. Ein zentrales Thema waren hier „Krankheiten des Natursteins“ (patologias em rochas), das heißt Schäden durch Fehler in der Verwendung.

45 Aussteller zeigten ihre Produkte an den 3 Messetagen auf dem Gelände in Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará. Bei der ersten Messe vor 5 Jahren waren es nur 16 gewesen.

Ceará, schon fast am Äquator gelegen, dort wo Brasilien in den Atlantik hinausragt, gilt als aufkommendes neues Zentrum der Steinwirtschaft. Es hat vielfältige Lagerstätten mit vielen verschiedenen Sorten. Die prominentesten sind die so genannten Exóticos oder Superexóticos, die sich durch wilde Strukturen und Farben auszeichnen.

Eine Alleinstellung weltweit hat Ceará mit seinen Quarziten, die aktuell sehr gefragt sind. Große Härte ist ein Kennzeichen dieser Steine. Sie können erst seit ein paar Jahren gewonnen und verarbeitet werden.

Der seit Jahren bekannteste Stein aus dem Bundesstaat ist der Granit Branco Ceará, den man überall in Brasilien in Flughäfen oder Shopping Centern findet.

Nach einer Pressemitteilung des Steinverbands von Ceará (Simagran-CE) gehen monatlich rund 4000 m³ Granite und Quarzite in den weit entfernt im Süden gelegenen Bundesstaat Espírito Santo. Dort werden sie verarbeitet und danach wieder Richtung Norden transportiert, größtenteils als Platten in die USA.

Das soll sich in Zukunft ändern, damit die Wertschöpfung künftig im Norden verbleicht. Verbandspräsident Carlos Rubens Alencar sieht seinen Bundesstatt auf Wachstumskurs: „Während sich im Jahr 2015 in Ceará nur 14 Firmen der Prospektion und dem Abbau von Steinen widmeten, sind es inzwischen 55.“

Auch bei den Ausfuhren spielt Ceará eine wachsende Rolle: „2014 exportierten wir Steinprodukte im Wert von 16,1 Millionen US-$, 2018 waren es 28,1 Millionen“, so Carlos Rubens.

Jedoch ist der Abstand von Ceará zum Branchenführer Espírito Santo noch enorm: nach Angaben des Brasilien-weiten Bundesverbands Abirochas exportierte Espírito Santo im Jahr 2018 Steinprodukte im Wert von gut 791 Millionen US-$. Auf dem 2. Platz lag Minas Gerais mit knapp 121 Millionen US-$, dann folgte Ceará mit gut 28 Millionen.

Naturstein-Exporte der 10 wichtigsten Bundesländer Brasiliens 2018 (in 1000 US-$). Quelle: Abirochas

Dazuzusagen ist jedoch, dass der Newcomer kontinuierlich steigende Zahlen verzeichnet, während es bei den beiden anderen in den letzten Jahren Rückgänge gegeben hat.

Punkte machen kann Ceará nicht nur mit seinen Lagerstätten und seiner Nähe zu den Märkten auf der Nordhalbkugel. Der Hafen von Pecém unweit von Fortaleza ist auf dem neuesten Stand und hat nebenan eine Freihandelszone. Dort sind einige der Schwergewichte der Branche schon dabei, Werke für die Steinverarbeitung aufzubauen beziehungsweise haben Absichtserklärungen dafür abgegeben.

Eine Neuheit präsentierte Francisco José Fraias Adeodato auf der Messe: er hat den Kalkstein Pedra Cariri extrem dünn geschnitten und auf eine spezielle Träferschicht aufgebracht, so dass sich der Stein nun wie ein Tuch beliebig biegen lässt.Eine Neuheit präsentierte Francisco José Fraias Adeodato auf der Messe: er hat den Kalkstein Pedra Cariri extrem dünn geschnitten und auf eine spezielle Träferschicht aufgebracht, so dass sich der Stein nun wie ein Tuch beliebig biegen lässt.

Die wichtigsten Zentren der Branche in Ceará liegen im Nordosten des Bundestaates. Es handelt sich um die Gemeinden Massapê, Uruoca, Granja, Viçosa do Ceará, Santana do Acaraú, Santa Quitéria und um Regionen wie Banabuiú oder Mombaça.

Die wichtigsten Steine neben dem Branco Ceará sind aktuell die Quarzite Taj Mahal, Perla Venata, Perla Santana, Matira, Avohai, Elegance, Madrepérola, Nacarado, Cosmopolitan und Midnight Cristal. Landläufig als Kristalle (Christais de Quartzo) werden der Cristalo Pink, Amethiste oder der Ônix Vision bezeichnet. Superexotische Granite sind der Wood Stone, Palomino, Blue Mare, Roma Imperiali oder Elegant, um nur einige zu nennen.

Inzwischen sind auch die ersten Marmorsorten auf den Markt gekommen wie der San Pellegrino oder der Cariús.

Drei Bundesländer wollen gemeinsam den Export stärken (portugiesisch)

Fortaleza Brazil Stone Fair (FBSF)

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(10.01.2020)