Der Andesit, benannt nach den Anden und bekannt vor allem aus dem Computerspiel „Minecraft“, ist Gestein des Jahres 2020

Andesit im Steinbruch Juchem, Niederwörresbach, Rheinland-Pfalz. Foto: Roger Lang, Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz

Genutzt wird das sehr harte vulkanische Material hauptsächlich als Schotter und Splitt sowie als Zuschlag für Beton und Asphalt

Dr. Christof Ellger, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, hat die folgende Pressemeldung zum Gestein des Jahrs 2020 geschrieben:

Der Berufsverband deutscher Geowissenschaftler (BDG) hat den Andesit zum Gestein des Jahres 2020 erklärt. Nach dem Schiefer 2019 wird damit wieder ein vulkanisches Gestein ein Jahr lang durch geowissenschaftliche Publikationen und Veranstaltungen hervorgehoben.

Der Andesit ist ein sogenannter intermediärer Vulkanit. Entstanden ist er vor allem bei der Bildung von Schichtvulkanen im Zusammenhang mit der Kollision von ozeanischer und kontinentaler Platte, zum Beispiel in den Anden Südamerikas (daher der Name). Als Ergebnis früherer Gebirgsbildungsphasen kommt der Andesit aber auch in Deutschland vor, wo er als Hartgestein zur Schottergewinnung abgebaut wird.

„Andesit? – nie gehört“ werden viele jetzt sagen – aber für mindestens 170 Millionen Menschen weltweit ist der englische Name „Andesite“ ein Begriff: nämlich den Nutzern des Computerspiels „Minecraft“, des derzeit meistverkauften Spiels der Welt. Darin geht es unter anderem darum, Rohstoffe als würfelförmige Blöcke abzubauen („mine“) und daraus Bauwerke, Werkzeuge und andere Gegenstände herzustellen („craft“); einer der Gesteinsrohstoffe des Spiels ist der Andesit.

Andesit entstammt neben anderen vulkanischen Gesteinen dem Vulkanismus der Subduktionszonen, bei denen eine tektonische Platte unter die andere und in den Erdmantel abtaucht und zum Teil aufgeschmolzen wird. An den Plattengrenzen bilden sich Vulkane, und falten sich Gebirgsketten wie zum Beispiel die Anden auf. Auch entstehen sogenannte Inselbögen wie die Philippinen, die Marianen, Japan oder die Alëuten.

Der Andesit ist somit eines der entscheidenden Gesteine des „Pazifischen Feuerrings“, jener Vulkankette, die sich entlang der Plattengrenzen nahezu komplett einmal rund um den Pazifik zieht. Aber auch auf Vulkaninseln wie Island – daher sein zweiter, weniger bekannter Name „Islandit“ – oder bei kontinentalen Vulkanen fernab von Subduktionszonen finden sich Andesite.

Andesit, Schotter aus dem Werk Cronenberger, Mammendorf, Sachsen-Anhalt. Foto: Heinrich Adams

In Deutschland findet man ihn unter anderem im Saar-Nahe-Gebiet, im Westerwald, im Thüringer Wald, im Flechtinger Höhenzug, in der Vorerzgebirgssenke, der Döhlen-Senke und in Nordwest-Sachsen. Die Vorkommen hierzulande bilden sich im Permokarbon vor ungefähr 300 Millionen Jahren.

Der Andesit ist ein besonders hartes und widerstandsfähiges vulkanisches Gestein. Er findet Verwendung als Schotter oder Splitt im Straßen-, Wege,- und Gleisbau sowie als Zuschlag für die Beton- und Asphaltherstellung.

Es gibt in Europa auch Standorte, an denen der Andesit als Naturwerkstein abgebaut wird, zum Beispiel in Südtirol oder auf dem Peloponnes bei Sparta. Die letztgenannte Lagerstätte ist schon seit der Antike bekannt („Lapis Spartanus“ oder „Lapis Croceus“ – Krokeischer Stein).

Das „Gestein des Jahres“ wird jährlich von einem Expertengremium unter Leitung des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler e.V. ausgewählt. Ziel ist, Gesteine, die aufgrund ihrer geologischen Entstehung und wirtschaftlichen Bedeutung bemerkenswert sind, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG)

GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung

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(28.01.2020)