Im Elsass führt der „Chemin des Carrières“ zu 4 ehemaligen Porphyr-Steinbrüchen der Schottergewinnung

Der „Chemin des Carrières“.Der „Chemin des Carrières“.

Die Architekten des norwegischen Büros Reiulf Ramstad Architekter stellen die Landschaft und die Menschen in den Vordergrund

Seit Sommer 2019 gibt es im Elsass in Frankreich zwischen den Ortschaften Saint-Nabor und Rosheim den „Chemin des Carrières“ (Weg der Steinbrüche). Gestaltet haben ihn die Architekten des norwegischen Büros Reiulf Ramstad Architekter, die etwas ganz Besonderes gemacht haben: sie zeigen mit dem Weg über 11,5 km Länge und 5 Haltstationen die Geschichte der Landschaft und die der Leute – jedoch der Porphyr, der ehemals dort abgebaut wurde und der doch eigentlich der Anlass für das Ganze ist, wird nur nebenbei präsentiert.

Seit den Zeiten von Ludwig XIV war die Gewinnung vor allem von Schotter unweit von Straßburg ein wichtiger Wirtschaftszweig. Für Straßenarbeiten wurde der Stein bis nach Paris transportiert. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr hart und sehr haltbar ist.

Zuletzt gab es in der Gegend 4 Steinbrüche. Ihre Produktion etwa für den Eisenbahnbau erreichte im 19. Jahrhundert solche Ausmaße, dass die Ortschaften Saint-Nabor und Rosheim mit einer Bahnlinie verbunden wurden. Diese diente auch zum Personentransport.

2002 wurde die Porphyrgewinnung eingestellt. Von 2009 an begannen vorbereitende Arbeiten für die Sicherung der ehemaligen Betriebsgelände.

Der „Chemin des Carrières“.

Der Chemin des Carrières verbindet sie und bietet an 5 Stationen reichlich Gelegenheit zum Anhalten, damit man weit in die Landschaft schauen oder gedanklich in die Vergangenheit schweifen kann.

Aus Cortenstahl sind einige sehenswerte Installationen an den Stationen. Das ist jene Variante des Eisens, die sich mit einem natürlichen Rost überzieht und dann nicht mehr weiterrostet, aber uralt aussieht.

Die Atmosphäre von Schwerindustrie hat die labyrinthartige Skulptur bei Rosheim, wo sich ehemals der Endpunkt der Bahnlinie befand.

Schwer und massiv wirkt auch die Treppe bei Saint-Nabor, auf der man den Aussichtspunkt in Form eines Kleeblattes erreichen kann (Fotos ganz oben).

Der „Chemin des Carrières“.

Jede der Stationen symbolisiert einen anderen Gedanken: Renaturierung (Glück), Reisen, Wasser, Landschaft, Kontemplation.

Der Chemin folgt der ehemaligen Bahnlinie, so dass man auch nie den Porphyr ganz vergisst. Denn der tritt als Schotter für den Schienenweg in Erscheinung und liegt ansonsten überall in der Nähe der ehemaligen Brüche herum.

Ein markanter Punkt in der Umgebung ist der Berg Sainte Odile, schon am Rand der Vogesen gelegen.

Region Mont Sainte Odile

Chemin des Carrières (französisch)

Video (elsässisch/französisch)

Fotos: MSO-Tourisme / Christophe Hamm

Der „Chemin des Carrières“.

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(26.02.2020)