„Percorsi d’Arte“ führte vor, welche Möglichkeiten die neuen Technologien den Bildhauern öffnen (5)

Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.

Vier Künstler um den Industriedesigner Raffaello Galiotto zeigten Arbeiten, die bislang nicht möglich waren

Neue Technologien schlagen sich auch in der Kunst nieder. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist die Umwandlung des Eisens zu Stahl, die um 1800 eine Vollendung erreicht und etwa von 1850 an zu entscheidenden Neuerungen im Klavierbau führte. Erst mit dem neuen Konzertflügel mit Stahlsaiten und Rahmen aus Gusseisen konnten Künstler wie Franz Liszt ihr ganzes Können ausleben.

Im Moment vollzieht sich etwas Ähnliches im Bereich der Steinbildhauerei: hier sind der CNC-gesteuerte Roboterarm und das Diamantseil sowie die Wasserstrahltechnologie die wichtigsten Neuheiten.

Vier Bildhauer um den Industriedesigner Raffaello Galiotto haben sich im Projekt „Percorsi d’Arte“ (Wege der Kunst) mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt. Ihre Arbeiten wurden in Halle 1 der Marmomac gezeigt.

Wir stellen die Künstler und ihre Ideen vor.

Diesmal: Raffaello Galiotto selbst mit „Symmetrisch” (Symmetric).

Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.

Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.„Dieses Triptychon aus Marmor untersucht die faszinierende Beziehung zwischen natürlich und künstlich. Die zufällige Verteilung der Adern in Stein wird durch ein computergestütztes Design verdoppelt. Numerisch gesteuerte Fräsmaschinen setzen dieses Bild im Stein um. Die symmetrische Anordnung der beiden Hälften jedes Werks erweckt den Eindruck von Gleichgewicht und Regelmäßigkeit. Dahinter verbirgt sich eine Anspielung auf tierische und pflanzliche Formen und deren Logik.”

Produktion: Emmedue

Software: DDX

Behandlung der Steinoberfläche: Fila Industria Chimica

Material: Azul Macaubas by Essegra International, Avorio Venato AZ

Werkzeuge: Nicolai Diamant

Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.

Nach seinem Kunststudium in Venedig gründete Raffaello Galiotto 1993 in Chiampo in der italienischen Provinz Vicenza sein eigenes Designstudio. Sein Interesse an Produktentwicklung, insbesondere im Möbelbereich, geht einher mit einem Faible für Forschung, Materialien, Produktionsprozesse und Technologie. Er hat als Designer viele Produkte und Kollektionen für große Unternehmen vor allem der Branche gestaltet. Vielfach hat er sich mit den besonderen Merkmalen des Natursteins beschäftigt wie etwa Oberfläche, Schwerkraft, Transluzenz oder Farbe. Genauso steht der Einsatz digitaler Technologien und die Vermeidung von Abfall m Mittelpunkt seiner Arbeit. Galiotto hat Ausstellungen und Konferenzen zum Thema Design initiiert und war Mitglied des Leitungsgremiums der Vereinigung der italienischen Industriedesigner (ADI) in Veneto und Trentino Südtirol. Seine Projekte wurden in zahlreichen Büchern und Zeitschriften beschrieben und in Museen und auf internationalen Veranstaltungen präsentiert. Seit 2014 ist er Kurator der Halle 1 (Italian Stone Theater) der Marmomac in Verona.

Raffaello Galiotto

Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.Raffaello Gaiotto: „Symmetric“.Raffaello Gaiotto.

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(27.02.2020)