Auf einen Blick: was neu ist an der Ausbildungsverordnung seit dem 01. August 2018

Bei den Steinmetzen wie auch in allen anderen Berufen ändert sich manches, während anderes bleibt. Der Impressionist Robert Sterl (1867-1932) hat in seinen Gemälden zahleiche Szenen von Arbeiten im Steinbruch eingefangen. Das <a href="http://www.robert-sterl-haus.de/"target="_blank">Robert-Sterl-Haus</a> im Ort Struppen unweit von Pirna zeigt seine Arbeiten. Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Aus unserem ZVK-Newsletter:

Aufgenommen oder verstärkt wurden die Themen CNC-Technik, Kunststein, Kundenorientierung und das „situative Fachgespräch“

Alfred Paschek, Bildungsreferent beim bbw, bringt für den ZVK-Newsletter noch einmal die wichtigsten Veränderungen in der Ausbildungsverordnung auf den Punkt:

Für den Beruf des Steinmetz und Steinbildhauers wurde zum 01. August 2018 die Ausbildungsverordnung neu geregelt. Der alte Verordnungstext stammte noch aus dem Jahr 2003. Grund für die Neuordnung war, das Berufsbild an die Veränderungen in der Berufspraxis anzupassen.

Die wesentlichen Neuerungen im Überblick:

– Verwendung moderner Fertigungstechnik. Die neue Berufsbildposition Nr. 13 „Einsetzten von programmierbaren Maschinen“ macht erstmals CNC-Technik zum Gegenstand der Ausbildung.
– Höhere Relevanz künstlicher Materialien. Mit der Position Nr. 11 „Verarbeiten von künstlich hergestellten Steinen“ ist der Kunststein aus dem Schatten des Natursteins getreten. Auch das Gesellenstück darf in der Fachrichtung Steinmetzarbeiten fortan aus künstlichem Material gefertigt werden.

– Mehr Kundenorientierung. Den Themen Kommunikation und Kundenkontakt wird mehr Raum gegeben. Auszubildende sollen von Beginn an in entsprechende Prozesse mit eingebunden werden. Hierzu ist besonders die Berufsbildposition Nr. 1 „Gestalten von kundenorientierten Arbeitsprozessen“ einschlägig.

– Sprachkompetenz im Prüfungswesen. Für die jeweiligen Arbeitsaufgaben in der Zwischen- und Gesellenprüfung ist ein sogenanntes „situatives Fachgespräch“ mit einer Dauer von höchstens 10 Minuten vorgesehen. Es findet während der Durchführung statt und soll über die jeweils gestellte Aufgabe geführt werden.

Insgesamt definiert die neue Ausbildungsordnung das Bild eines vielseitigen, anspruchsvollen und zukunftsfähigen Berufes. Ihr Ziel sind Fachkräfte mit großer Einsatzbreite, die auf die Erfordernisse der beruflichen Praxis mitsamt deren Wandlungen und Entwicklungen sehr gut vorbereitet sind.

Das Berufsbildungswerk des Steinmetz und Bildhauerhandwerks e.V. (bbw) ist eine gemeinsame Einrichtung der Tarifvertragsparteien Bundesinnungsverband des Deutschen Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks (BIV) und Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Form eines eingetragenen Vereins zur Verfolgung gemeinnütziger Zwecke. Der Zweck des bbw besteht in der Förderung und Sicherung einer qualifizierten Berufsausbildung und Berufsfortbildung. Es wurde 1976 gegründet.

Berufsbildungswerk des Steinmetz und Bildhauerhandwerks e.V. (bbw)

(26.03.2020)