Chinas Wirtschaft erholt sich langsam: zumindest bei den Importen gab es im März einen Anstieg um +2,4% gegenüber dem Vorjahr

Chinas Wirtschaft erholt sich langsam.

Die Regierung will die Produktion im Land wieder anschieben und erleichtert vorübergehend die Zollabfertigung

Chinas Wirtschaft nimmt allmählich wieder Fahrt auf: bei den Exporten gab es im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch einen Rückgang um (-)3,5% (zum Vergleich: Januar/Februar: -17,2%). Beim Import gab es sogar schon einen Anstieg um immerhin (+)2,4% (Januar/Februar: -4%). Insgesamt blieb Chinas Außenhandel im März gegenüber dem Vorjahresmonat beinahe stabil (-)0,8% (Januar/Februar: -9,5%). Das sind die aktuellen Zahlen von Chinas Allgemeiner Zollverwaltung (GAC) die deren Sprecher Li Kuiwen Mitte April 2020 vor der internationalen Presse in Beijing präsentierte.

Befragt nach den Abschätzungen für die kommenden Monate, betonte Li, dass es in China wieder eine starke Inlandsnachfrage gäbe. Die Einfuhren mancher Rohstoffe, elektronischer Bauteile und Konsumgüter seien im 1. Quartal dieses Jahres um (+)13% und mehr gestiegen. „Chinas starker Inlandsmarkt trägt zur Schaffung einer globalen Nachfrage bei“, so Li.

Aufgrund der Erholung im März fiel das 1. Quartal insgesamt ein bisschen weniger negativ aus, als nach den Monaten Januar und Februar zu befürchten gewesen war: der gesamte Außenhandel ging gegenüber den Vorjahreszeitraum zwar noch um (-)6,4% zurück. Das verteilte sich aber auf (-)11.4% beim Export und (-)0,7% beim Import.

Wie Li ausführte, bemüht sich die Regierung in Beijing, die Wirtschaft beim Neustart zu unterstützen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Vereinfachungen bei den Zollformalitäten, die auch auf den Webseiten der Zollverwaltung vorgestellt werden. Insbesondere geht es darum, die Produktion auch ausländischer Unternehmen wieder auf Touren zu bringen. Deshalb liegt der Schwerpunkt der Unterstützung bei Produktionsfirmen und bei deren Zulieferern.

Die Situation ist laut Wirtschaftsministerium im Moment so, dass bis zum 09. April „76% der Schlüsselfirmen in der Produktion über 70% ihrer Produktion wieder aufgenommen haben”. Li hob mehrfach die Stärke der heimischen Firmen hervor: „Man muss auch sehen, dass Chinas Außenhandel kräftig und konkurrenzfähig ist, und dass die Firmen in Sachen Innovation und Entwicklung neuer Märkte gut aufgestellt sind.”

Jedoch ist die Lage in den verschiedenen Provinzen sehr unterschiedlich, auch was die Ausgangsbeschränkungen angeht, wie wir aus chinesischen Quellen erfahren haben: während in den Industrieregionen im Süden und Osten entlang der Küste schon wieder weitgehend der Alltag – mit Atemmasken als Pflicht – eingekehrt ist, sind die Vorgaben in Beijing nach wie vor drastisch.

Trotz Coronakrise stieg Chinas Handel mit den Ländern Asiens auch im 1. Quartal 2020 weiter an. Mit den ASEAN-Staaten wurde von Januar bis März 2020 ein Wachstum von (+)6,1% erzielt. Damit ist dieser Wirtschaftsraum Chinas wichtigster Handelspartner und macht 15,1% seines Außenhandels aus. Besonders Vietnam und Malaysia erreichten kräftige Wachstumsraten, sowohl beim Bezug chinesischer Waren als auch bei den Lieferungen.

Mit den Ländern der Neuen Seidenstraße (Belt and Road) gab es von Januar bis März 2020 (+)3,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Wachstum lag hier um rund 10% über der durchschnittlichen Rate, so Li.

Beim Handel mit der EU wurde im 1. Quartal ein Rückgang um (-)10,4% verzeichnet, bei den USA waren es (-)18,3%, bei Japan (-)8,1%.

Chinesische Regierung (chinesisch)

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(17.04.2020)