Die „Grüne Hausnummer“ bietet für Steinmetze und Natursteinbetriebe einige Möglichkeiten

Die Grüne Hausnummer in Hilpoltstein. Grafik: Albert Kraus, Mediendesign, Hilpoltstein.

Eigentümer bekommen unter anderem für Naturstein auf dem Boden, an den Fassaden und im Garten Punkte, die zu einer Plakette für die Hauswand führen

Die „Grüne Hausnummer“ ist eine Initiative zahlreicher Gemeinden und einiger Bundesländer, um den Energieverbrauch im Wohnen zu senken und gleichzeitig heimische Materialien sowie Betriebe aus der jeweiligen Region zu fördern. Hauseigentümer müssen dafür in kurzen Formularen bestimmte Angaben zu ihrer Immobilie machen – erreichen sie eine bestimmte Punktezahl, dürfen sie sich eine grün eingefärbte Plakette an die Fassade hängen.

Das Thema ist interessant auch für Steinmetze und Natursteinbetriebe.

Schauen wir den Bewerbungsboden der Gemeinde Hilpoltstein in Bayern durch, der detaillierte Kriterien nennt: Abgefragt wird zum Beispiel, ob Sonnenkollektoren oder Solarzellen vorhanden sind, welcher Art die Heizung ist, ob die Außenwände gedämmt sind, ob es Wärmeschutzfenster gibt usw.

Bei Neubauten braucht der Bewerber sein Haus nur in die entsprechende KfW-Effizienzhausklasse einzuordnen.

Eine große Rolle spielen auch die Materialen im und am Haus. Bodenbeläge aus nachwachsenden oder natürlichen Materialien bringen Punkte. Auch im Bezug auf die Fassade kann der Eigentümer mit Naturstein punkten.

In Hilpoltstein gehört auch der Garten zum Haus, so dass man hier zum Beispiel mit Trockenmauern und Steinhaufen das Punktekonto aufbessern kann.

Die Grüne Hausnummer in Niedersachsen. Bild der Medienkampagne. Foto: Dawin Meckel

Erreicht man eine Mindestpunktezahl, geht die Bewerbung an die Stadtverwaltung. „Die eingereichten Nachweise wie Kopien von Handwerkerrechnungen und Fotos erleichtern die Vorbereitung eines Besichtigungstermins“, heißt es auf der Webseite der Stadt. „Ein Fachteam von 3 Personen“ gegutachtet die Angaben und „bespricht mit dem Bewerber seine Einschätzungen“.

Das Saarland unterstützt schon seit 1996 das umweltfreundliche Wohnen. Neue Popularität hat die Grüne Hausnummer durch die Klimaziele der Bundesregierung bekommen. Schließlich haben die Privathaushalte eine große Rolle für den Energieverbrauch und für die CO2-Freisetzung.

Auch Niedersachsen und Sachsen haben die Initiative aufgegriffen.

Das Verkaufsargument für die ausführenden Firmen ist, dass der Bürger mit solchen Baumaßnahmen etwas für die Umwelt und fürs Klima tut und dass die Grüne Hausnummer dafür die offizielle Bescheinigung ist.

Bewerbungsbogen Stadt Hilpoltstein

(21.06.2020)