Greenpeace versenkt vor Rügen Granitbrocken in der Ostsee, um ein Schutzgebiet zu retten

Einer der Granitfelsen wird in der Ostsee versenkt.

Die Barrieren sollen die Schleppnetzfischerei im Adlergrund stoppen und die artenreichen Riffe und Miesmuschelbänke schützen

Greenpeace hat wieder Granitsteine in der Ostsee versenkt, diesmal zum Schutz des Adlergrunds vor der Insel Rügen. Ziel ist, mit den bis zu 1 t schweren Steinen die Schleppnetzfischerei auf dem Meeresboden des ausgewiesenen Schutzgebietes zu stoppen und so die artenreichen Steinriffe und Miesmuschelbänke vor der Zerstörung zu bewahren.

Behörden und Fischer wurden über die Positionen der dicken Brocken informiert.

Granitbrocken im Bauch der „Beluga II“. Die Granitbrocken werden an Bord der „Beluga II“ geladen.

In der Pressemitteilung von Greenpeace heißt es: „Obwohl das Bundesumweltministerium sowie das Bundeslandwirtschafts- und Fischereiministerium schon im Frühjahr 2019 angekündigt hatten, unter anderem im Adlergrund die Grundschleppnetzfischerei verbieten zu wollen, fehlt offensichtlich der politische Wille, dies in die Tat umzusetzen und die Meere tatsächlich zu schützen. Mit ihren Grundschleppnetzen durchpflügen Fischer daher immer noch sogar in ausdrücklichen Schutzgebieten den Meeresboden. In kilometerlangen Stellnetzen verenden jährlich tausende Seevögel. Auch Sand- und Kiesabbau sowie Ölförderung ist in deutschen Schutzgebieten immer noch erlaubt.“

„Der Adlergrund braucht echten Meeresschutz“, sagt Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe.

In der Pressemitteilung wird auch darauf hingewiesen, dass intakte Meere „wichtige Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise und das Artensterben“ sind. „Sie stabilisieren das Weltklima, haben rund 90 Prozent der atmosphärischen Treibhausgaswärme aufgenommen und rund 30 Prozent des menschengemachten CO2 gespeichert.“

Greenpeace

Fotos: Gregor Fischer / Greenpeace

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(30.07.2020)