Ein Empfangstresen wie ein massiver Steinblock, der zu einem langen Tisch erweitert werden kann

Julia Marmi, Designer Davide Vercelli: langer Tisch „Mont“.

Der Designer Davide Vercelli hat für die Firma Julia Marmi mit dem Kalkstein Pietra Piasentina aus Norditalien gespielt

„Mont“ war der Name des Empfangstresens aus dem Kalkstein Pietra Piasentina, den die Firma Julia Marmi an ihrem Stand auf der Messe Cersaie im letzten Jahr präsentierte und benutzte. Wir hatten damals über die Fliesen der Firma im Design des menschlichen Chromosoms 22 („Genoma“) berichtet, deshalb holen wir hier nun den Blick auf „Mont“ nach.

Der Designer Vercelli hat mit dem Thema eines massiven Steinblocks, der noch teilweise unbehauen ist, gespielt. Natürlich war der Empfangstresen auf der Cersaie nicht aus massivem Stein, sondern bestand nur aus einer Kruste als Vorderseite, geflammten Seitenteilen und einer Deckplatte.

Julia Marmi, Designer Davide Vercelli: Empfangstresen „Mont“.

Das ist eine altbekannte Idee. Vercelli aber hat sie weitergedacht, und aus dem Empfangstresen einen langen Tisch gemacht, indem Mittelteile eingeschoben werden können. Auch dieses ebenfalls „Mont“ genannte Objekt wirkt massiv, eben weil die Endstücke massiv wirken und weil man erst ganz aus der Nähe in die Fugen zwischen den Mittelteilen hineinschauen kann.

Julia Marmi, Designer Davide Vercelli: langer Tisch „Mont“.

Der komplette Tisch war auf der Kunstmesse in Bologna im Januar 2020 in der VIP-Lounge zu sehen. Er bestand aus 4 Teilen: den Frontstücken von 200 x 100 x 10 cm (Breite x Länge x Dicke des Steins) und den Mittelteilen 70 x 60 x 6 cm. Insgesamt war der gesamte Tisch damit rund 3,30 m lang.

Die Einzelteile für die einzelnen Elemente sind zusammengeklebt. Das kann auch vor Ort geschehen. Das Endstück wiegt komplett rund 700 kg, ein Mittelteil etwa 360 kg.

Julia Marmi, Designer Davide Vercelli: langer Tisch „Mont“.

Hinter dem Namen „Mont“ steckt für Eingeweihte eine Botschaft: Im Dialekt, der in der historischen Region Friaul [Friuli] zwischen Venedig und der Grenze zum heutigen Slowenien gesprochen wird, bedeutet das Wort in der weiblichen Variante „Gebirge“, und in der männlichen „Welt“ – Firma und Designer wollten damit ausdrücken, dass ihr Pietra Piasentina für sie beides bedeutet, also Heimat und weite Welt.

Der Kalkstein wird nur in einem schmalen Bereich in jenem Höhenzug abgebaut, der weiter nördlich in die Alpen übergeht. Der Stein wird seit seit langen Zeiten am Bau oder für Dekorationselemente genutzt. Der Name Pietra Piasentina bezieht sich auf den alten Ausdruck „Una pietra che la piase“ (Ein Stein der gefällt).

Der Name der Firma, die 1967 gegründet wurde und ihren Sitz in der Ortschaft Cividale del Friuli hat, hat einen anderen Bezug: er erinnert an die Militärzeit des Gründers bei den Gebirgsjägern, die in der Stadt Udine eine Division mit dem Namen „Julia“ haben. Die Soldaten engagieren sich traditionell in vielfältigen sozialen Projekten.

Die Firma ist Mitglied im 1965 gegründeten Consorzio Produttori Pietra Piasentina, das sich um den Schutz der Marke und deren weltweite Vermarktung kümmert.

Julia Marmi

Fotos: Julia Marmi

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(21.09.2020)