30 m hoch und 280 t schwer ist der neue Obelisk aus Bohus-Granit auf dem dem Boulevard Slottsbacken in Stockholm

Der Slottsbacken Obelisk mit dem Sockel und den Stufen drumherum.

Das Projekt stellte für die Branche höchste Anforderungen und bekam den Natursteinpreis 2020 des Landes

Ein wahrhaft monumentales Projekt wurde von der Jury des schwedischen Natursteinpreises 2020 auf dem 1. Platz gesetzt: es ist der neue Obelisk in Stockholm mit 30 m Höhe und 280 t Gewicht, davon allein 43 t für den 5 m hohen Sockel. Die Aufgabe verlangte von den Beteiligten im Steinbruch über Transport und Bearbeitung bis hin zur Aufstellung Höchstleistungen, nicht nur in Sachen Größe und Gewicht sondern auch in Sachen Präzision.

Der Preis wird seit 2013 jährlich vom schwedischen Branchenverband (Sveriges Stenindustriförbund) an Projekte mit heimischem Stein vergeben, die sich durch besondere „Ästhetik, Nachhaltigkeit und Innovation“ auszeichnen, so Kai Marklin, Präsident des Verbands. Die Auszeichnung ist nicht mit Geld dotiert und besteht aus einem Würfel aus dem jeweiligen Stein des Jahres, diesmal dem Kalkstein Norrvange aus Gotland.

Der Slottsbacken Obelisk.

Für den Obelisken auf dem Boulevard Slottsbacken unmittelbar am Schloss und an der Kathedrale wurde der Bohus-Granit der Variante Tossene Grå verwendet. Das Vorläufer-Monument hatte aus Stockholm Granit bestanden, der jedoch nicht mehr abgebaut wird. Es war ein Geschenk von König Gustav III. an die Stadt für ihre Rolle im schwedisch-russischen Krieg 1788–1790.

Früh schon waren Probleme aufgetaucht, unter anderem durch Risse aufgrund von rostenden Eisenklammern zwischen den Einzelteilen des Obelisken.

2012 galt er als nicht mehr standfest, im Juni 2017 erfolgte die Demontage.

Der Slottsbacken Obelisk.

Der Wiederaufbau mit neuem Material erfolgte von April bis August 2020. Zahlreiche Herausforderungen waren zu meistern:
* im Bruch musste man für den Sockel erst 4 Blöcke entnehmen, bis man ein Stück mit der notwendigen Qualität gefunden hatte;
* beim Zusammensetzen musste jedes Element 5 bis 10 mal angehoben und neu ausgerichtet werden;
* zwischen den Elementen liegen Bleiplatten mit 1 bis 5 mm Dicke;
* im Inneren verbindet eine Stange aus Edelstahl die Konstruktion von oben nach unten;
* die Fugen sind nur 5 mm breit.

Nach den vielen technischen Angaben noch eine menschelnde Geschichte: unter dem Schlussstein ganz oben liegt ein goldener Ring. Er stammt von Bauleiter Hans Bergsten: dessen Vater hatte ihn als Kind immer zum Obelisken mitgenommen, und der alte Herr war begeistert gewesen, die Erneuerung zu erleben – er starb jedoch im Frühjahr vor der Fertigstellung an Corona.

Den Stein lieferte und bearbeitetet Hallindens Granit. Der Stein ist gestockt [bushhammered], beziehungsweise am Sockelteil mit der Inschrift poliert.

Weitere prämierte Projekte:

„Nordisk Djungel“.

„Nordisk Djungel“ (Nordischer Dschungel) nennt sich ein neu gestalteter Teil des Parks in der Stadt Lund. Der Landschaftsarchitekt Ulf Nordfjell gestaltete Wasserfälle, Holzstege und Feuchtgebiete, und durchzog sie mit markanten Natursteinzonen. Verwendet wurden die Schiefersorten Oppdal und Offerdal für Pflaster, Wände oder Felsbrocken. Die Formate der Steine variieren zwischen 38 t bis hin zu kleinen Elementen.

Nordisk Kompaniet, Hauptsitz Stockholm.

Nordisk Kompaniet heißt Schwedens bekannte Marke für Kaufhäuser der Luxusklasse. Deren Flaggschiff in Stockholm wurde modernisiert. In Innenhof unter einem Glasdach findet man die heimischen Marmorsorten Marmorsorten Brännlyckan, Ekebergsmarmor und Kolmårdsmarmor, insgesamt „das Beste, was die schwedische Steinindustrie in Form von Steinqualität, Handwerkskunst und neuen technischen Lösungen zu bieten hat“, wie es die Jury beschreibt.

Ängskastellet von Emma Nilsson und 0ssian Trotzig.

Der Preis für Studenten war vom Friedhofs- und Krematoriumsverband (SKKF) gemeinsam mit dem Natursteinverband organisiert worden und mit 10.000 schwedischen Kronen (~ 1200 US-$ ) dotiert. Er ging an das Projekt Ängskastellet von Emma Nilsson und 0ssian Trotzig. Sie hatten für die Erweiterung eines Urnenhains die Form alter Grabhügel nachgeahmt, indem sie einen oben offenen Hügel schufen, der an den Innenwänden Steinplatten trägt.

Natursteinverband Schweden (schwedisch)

Die Zeitschrift des Verbands (schwedisch)

Fotos: Sveriges Stenindustriförbund

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(14.02.2021)