Wichtig für die Natursteinbranche in der EU: die Kommission in Brüssel bittet Interessierte, ihre Einschätzungen zu den geplanten Geschützten Ursprungsbezeichnungen abzugeben

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Solch ein Schutz würde den Import von Stein-Produkten unter falschem Namen verbieten / Deadline ist am 22. Juli 2021

Das Thema ist enorm wichtig für die Natursteinbranche, und nun bietet sich eine neue Chance, es im eigenen Sinne zu voranzutreiben: die Europäische Kommission hat alle Firmen, Verbände oder Privatpersonen aufgerufen, ihre Meinung zu den geplanten EU-weit Geschützten Ursprungsbezeichnungen für Nicht-Agrarprodukte (EU geographical indication (GI) protection system for non-agricultural products) abzugeben.

Gäbe es einen solchen Schutz, dürften Natursteine mit falschen Namen (zum Beispiel: ein angeblicher Carrara Marmor, der in Wirklichkeit aus China oder der Türkei kommt) nicht mehr in die EU gebracht und dort unter jenem Namen verkauft werden.

Beinahe noch wichtiger: das Gleiche würde für gezielt falsch benannte Kunststeine gelten!

Interessierte können ihre Meinung in einem Fragebogen im Netz in den 23 Sprachen der EU kundtun. Sie müssen sich zuvor mit Name, Vorname und E-Mail-Adresse dort ein Konto einrichten. Es dient dazu, Missbrauch zu vermeiden sowie zum Unterbrechen des Vorgang und zur späteren Fortführung.

Deadline ist am 22. Juli 2021, 24 Uhr.

Wichtig ist, dass viele Personen, Firmen und Institutionen aus der Natursteinbranche sich zu Wort melden. Denn es ist zu befürchten, dass die Importeure beziehungsweise Händler von Produkten mit falschen Namen alle möglichen Gegenargumente gegen die geplante Neuerung vortragen werden.

Ähnliche Schutzvorschriften gibt es bereits, jedoch gelten sie bisher nur für Lebensmittel, etwa den Parma-Schinken oder den Bordeaux-Wein. Nun geht es um die Frage, ob dieser Schutz auch für Nicht-Agrarprodukte gelten soll, zum Beispiel für Naturstein, der bekanntlich ebenfalls einen starken regionalen Bezug hat.

Hintergrund des Aufrufs der Kommission ist offenbar, dass die Diskussionen und Expertisen während der vergangenen Jahre die Mitglieder der zuständigen Generaldirektion nicht endgültig vom Nutzen solch eines Schutzes überzeugen konnten beziehungsweise dass sie sehen wollen, dass das Thema wirklich die Bürger und Firmen betrifft.

Wir hatten das Thema und den aktuellen Stand der Dinge in einem Bericht vor kurzem ausführlich dargestellt.

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See also:

(03.05.2021)