Pierre De Valck: Schränkchen und mehr mit Lapislazuli, Jasper sowie versteinertem Holz als besondere Akzente

Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.

Der belgische Designer kombiniert die uralten Schmucksteine mit dem modernen Material Aluminium

Ein neues Beispiel für Funktionale Skulpturen sind die Möbelstücke des belgischen Designers Pierre De Valck, bei denen besondere Schmuckstein-Sorten mit Platten aus modernem Metall verknüpft sind: einerseits erfüllen sie ihren Zweck als Alltagsgegenstände und zählen deshalb zum Produktdesign, andererseits reichen sie aber auch weit in die Welt der Skulptur, sind also Kunst.

Wobei Pierre de Valcks Arbeiten eine Besonderheit aufweisen: anders als bei Funktionalen Skulpturen üblich spielen sie nicht mit der Form der Objekte, sondern mit deren Material. Zusammengebracht sind hier nämlich Lapislazuli, Jasper sowie versteinertes Holz mit Platten aus Aluminium, aus denen die Schränkchen, Tische oder Lampen der Kollektion „Stücke mit Stein“ bestehen.

Die Leser ahnen es schon: die Schmucksteine dienen nur als Akzente.

Da mussten wir nachfragen, warum der Designer statt der massiven Alu-Platten nicht vielleicht Holzplatten verwendete und sie nur mit Alu verkleidete. Worauf wir eine Antwort der PR-Agentur zurückbekamen: „Möbelobjekte mit einem Millionen Jahre alten Stein verdienen einen handgefertigten Schrank aus hochwertigen, langlebigen Materialien. Wir glauben an kulturelle Nachhaltigkeit.“

Schauen uns die Objekte genauer an.

Originell ist, wie der Designer den Nutzer zunächst in die Irre führt – zumindest uns ging es so beim Betrachten der Fotos: wir meinten nämlich, bei den Schränkchen würden die Steine als Griffe dienen.

Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.

Jedoch sitzen die Steine gar nicht in den Türen, sondern sind in die Alu-Platten des Gehäuses dahinter eingefügt. Das erklärt auch, wieso der Designer behaupten kann, die Steine „bleiben unberührt“.

Es geht aber nicht nur um Respekt vor deren Alter, sondern auch um die Rolle, die diese Sorten in der Kultur vergangener Jahrhunderte gespielt haben. Zum Beispiel: der Lapislazuli wurde gerne für Altäre verwendet, sein kräftiges Blau üblicherweise für die Darstellung des Himmels.

Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.Jan van Eyck: „Mann mit rotem Turban“. Quelle: National Gallery / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Aus dem Jasper wurden Pimente gewonnen, so das Rot für das kräftig gefärbte Tuch, das die Person in Jan Van Eycks Gemälde „Mann mit rotem Turban“ auf dem Kopf trägt.

Pierre De Valck (geboren 1991), war schon als Kind fasziniert von der Archäologie und dem Sammeln von Objekten aus der Vergangenheit: „Seine Möbel versuchen, die Kraft alter geologischer Prozesse für ein zeitgenössisches Stück zu nutzen. Es sind moderne Antiquitäten, die die Wiederentdeckung der Vergangenheit möglich machen“, heißt es in den Presseunterlagen.

Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.

Damit man die Schränkchen öffnen und schließen kann, gibt es Magnete. Überraschend ist bei manchen Möbelstücken, in welche Richtung sich die Türen öffnen.

Neben den Schränkchen in verschiedenen Größen und Formen gehört zur aktuellen Kollektion auch noch eine Stehlampe mit Quarzkristall. Die Steine stammen aus der ganzen Welt.

Die Aluminiumplatten sind von Hand bearbeitet. Es gibt sie natürlich gewachst und schwarz patiniert: „Aufgrund der Handarbeit hat jedes Stück eine einzigartige wolkenartige Oberfläche, die Farbvarianten und heterogener Alterung unterliegt.“

Pierre de Valck: Modern Antiquities

Fotos: Cedric Verhelst

Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.Pierre de Valck: „Pieces with Stone”.Pierre de Valck.

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(07.06.2021)