Die Stone+tec bekommt einen neuen Veranstalter, bleibt aber auf dem Messegelände in Nürnberg

Das Logo der Stone+tec.

Die AFAG Messen und Ausstellungen GmbH wird die nächste Ausgabe ausrichten, jedoch steht der Termin noch nicht fest

Die NürnbergMesse wird nicht weiter die Stone+tec veranstalten. Die deutsche Schau rund um Naturstein, Steinbearbeitung und Grabstein wird künftig von der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH ausgerichtet. Austragungsort soll aber weiter das morderne Messezentrum in Nürnberg sein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die AFAG ist gegenüber der NürnbergMesse nur ein kleiner Player, zählt jedoch in ihrer Klasse zu den erfolgreichen Veranstaltern hierzulande. „Seit 1947 operiert die AFAG von Nürnberg und seit 1991 auch von Augsburg aus. Bisher hat sie fast 800 Messeveranstaltungen für die unterschiedlichsten Branchen und Themen inszeniert“, heißt es in der Pressemitteilung.Und weiter: „Ihr Portfolio umfasst derzeit 20 Veranstaltungen. Dazu gehören sowohl internationale Fachmessen als auch überregionale Publikumsmessen. Darüber hinaus werden auch Special-Interest-Messen, Kongresse, Events und Showveranstaltungen von der AFAG durchgeführt.“

Damit gibt es einen Bruch in der langen Tradition der Stone+tec, die zuletzt für die NürnbergMesse vermutlich einfach zu klein geworden war. Sie in die sehr erfolgreiche GaLaBau zu integrieren, was gelegentlich diskutiert wurde, war wohl nicht machbar: wahrscheinlich wäre der Grabmalbereich der Stone+tec hier untergegangen, zudem findet die GaLaBau jährlich statt.

Die Stone+tec hatte 1979 zum ersten Mal stattgefunden und für einige Jahrzehnte einen internationalen Rang vergleichbar der Marmotec in Carrara erreicht, wie diese ebenfalls mit einem 2-Jahres-Rhythmus. Seitdem hat sie aus verschiedenen Gründen an Bedeutung verloren:
* einer Handvoll Großhändler in Deutschland ist es gelungen, viele Steinmetzbetriebe als Abnehmer an sich zu binden. Folglich macht es für die vorherigen Lieferanten – vor allem aus Italien – keinen Sinn mehr, nach Nürnberg zu kommen und ihre Steine den Steinmetzen zu präsentieren;
* gleichzeitig haben die Hersteller von Maschinen, Werkzeugen und Zubehör die Idee von Hausmessen entwickelt. Das Internet hat es diesen Firmen leicht gemacht, die Zielgruppe mit Mailings direkt zu erreichen;
* die großen Natursteinbetriebe aus Deutschland finden auf der Stone+tec ihre Zielgruppe nicht mehr: denn in Deutschland wie auch anderswo sind sie gleichzeitig Steinbruchbesitzer, ausführender Verarbeiter und auch noch Händler für fremde Steinsorten. Für solche Firmen sind Architektur- oder Designmessen mehr interessant, und das ist ein ungelöstes Problem aller Steinmessen weltweit.

Die NürnbergMesse hatte immer betont, die Marke Stone+tec nicht aufgeben zu wollen. 2013 hatte man eine Neuorientierung versucht, weg vom internationalen Geschäft hin zum Fokus auf die Steinmetze in den deutschsprachigen Ländern (D-A-CH).

Bei der letzten Schau im Jahr 2018 schien es, als hätte die Zielgruppe die Stone+tec als Familientreffen der Branche und als Pool für Ideen und Anregungen wieder schätzen gelernt.

Gibt es überhaupt Platz für eine Stone+tec?

Vermutlich ist die Natursteinbranche in den D-A-CH-Ländern groß genug. Deutschland allein ist einer der Mega-Verbraucher weltweit: in den letzten Jahrzehnten wurden in dem Land jährlich rund 600 Millionen € an Natursteinwaren umgesetzt, so Zahlen des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV). Vor allem waren es Endprodukte.

Dazu kommen noch die Maschinen, Werkzeuge usw.

Vielleicht aber haben Mono-Material-Messen nur noch dann eine Chance, wenn sie direkt an die Endverbraucher herangehen, also an private Bauherren, Immobilienbesitzer oder Hausverwaltungen. Immerhin gab es während und wegen Corona – in Deutschland wie auch weltweit – eine stark gestiegene Nachfrage nach Naturstein von privater Seite für Bauprojekte, bei denen Eigenheime und Gärten verschönert wurden.

Pressemitteilung

Zahlen und Daten Stone+tec 2018

Das Konzept der Stone+tec aus dem Jahr 2013

(30.06.2021)