Mitgliederversammlung des DNV: die Kassen sind endlich einmal gut gefüllt, so dass man Projekte wie die Online-Kampagne „zukunft.naturstein“ realisieren kann

Mitgliederversammlung des DNV 2021: Gruppenbild der Teilnehmer in Präsenz mit Blick auf die Festung Marienberg im Hintergrund.

Die Branche ist „mit einem blauen Auge“ durch das Corona-Jahr gekommen, so Verbandspräsident Hermann Graser jr

Für den Präsidenten waren die Tage turbulent. An diesem Wochenende (30. und 31. Juli) fand in Würzburg die Mitgliederversammlung des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV) statt, Hermann Graser jr wurde als Präsident bestätigt und passend dazu war am Tag zuvor in einem seiner Steinbrüche der versteinerte Kiefer eines 230 Millionen Jahre alten Sauriers gefunden worden. Der Bayerische Rundfunk und die lokalen Blätter hatten von einer „Sensation“ gesprochen oder vom Fund einer „Saurier-Mama“ fabuliert.

Die Sachlage: im Steinbruch Kammergrund des Bamberger Natursteinwerks in Obersteinbach hatten Arbeiter einen mehr als einen halben Meter langen Knochen mit einer Reihe von spitzen Zähnen freigelegt. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hieß es dazu, es handele sich um den Unterkiefer eines Mastodonsaurus. Der Bayerische Rundfunk vermeldete: „Dieser Saurier soll einem Urzeit-Krokodil und einem Riesenlurch geähnelt haben und vier bis fünf Meter lang geworden sein.“

Die Mitgliederversammlung des DNV – ganz zeitgemäß mit Präsenz- und Online-Beteiligung – jedenfalls fand in bester Stimmung statt. Einer der Gründe dafür war die aktuelle Lage der Branche in Zeiten von Corona. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so Hermann Graser jr in seiner Begrüßung, und, etwas deutlicher: „Im Vergleich zu anderen Branchen können wir uns glücklich schätzen.“

Verbandspräsident Hermann Graser bei seinem Jahresbericht.

Denn der Bau hat sich als stabildes Zugpferd durch die Krise erwiesen, und von privater Seite gab es sogar eine gestiegene Nachfrage nach Naturstein, wenn Eigentümer zum Beispiel die eigene Küche oder den Garten verschönerten.

Außerdem trug wohl auch die aktuelle Finanzlage des DNV zur guten Stimmung bei. „Der Verband hat die beste Bilanz aller Zeiten“, so Graser und spielte damit auf die zurückliegenden Jahre an, wo oft wenig Spielraum für Aktivitäten war.

Der Geldsegen geht zurück auf reduzierte Ausgaben in Zeiten der Pandemie und – mehr noch – auf die Beteiligung des Verbands an Forschungsprojekten der EU. Joachim Grüter, über 20 Jahre Verbandschef und nun Ehrenpräsident, hatte in Kooperationen mit europäischen Partnern diese Finanzquelle aufgetan.

Spaßeshalber bezeichnete Graser ihn deshalb „als Money-Making-Präsident“ – er und die Anwesenden trugen Grüter als Elder Statesman der deutschen Natursteinbranche wie üblich auf Händen.

Der Verband sei jetzt endlich einmal „handlungsfähig“, hieß es.

Im Kern der neuen Aktivitäten steht die Online-Kampagne „zukunft.naturstein – natürlich.nachhaltig“, die in den Social Media dem Material ein zeitgemäßes Image und eine größere Bekanntheit verschaffen soll. Derzeit beteiligen sich 11 Mitgliedsfirmen an der Kampagne. Geschäftsführer Reiner Krug hofft, dass weitere Unternehmen dazukommen.

Wie üblich standen bei der Mitgliederversammlung auch Wahlen auf dem Programm. In den Vorstand wurden gewählt: Thomas Hipplein (Schön + Hippelein Natursteinwerk), Heinrich-Georg Hofmann (Hofmann Natursteinwerk), Marcus Hofmann (Kirchheimer Kalksteinwerke), Johannes Kern (Hans Kern Naturstein), Ulrich Klösser (Traco), Reiner Krings (Mendiger Basalt Schmitz), Josef Kusser (Granitwerke Kusser), Karl Tratz (Franken Schotter) und Tim Wesling (Obernkirchener Sandstein). Der Vorstand wählte als Vizepräsidenten Josel Kusser und Karl Tratz und Hermann Graser jr als Präsident.

Weitere Themen der Versammlung wollen wir bei späterer Gelegenheit ausführlich behandeln:
* die soeben fertiggestellte Nachhaltigkeitsstudie zu Bodenbelägen im Außenbereich;
* Statistik zu Gewinnung, Verbrauch und Exporten;
* der aktuelle Fachkräftemangel;
* der DNV und die Stone-tec.

Deutscher Naturwerkstein-Verband

Kampagne „zukunft.naturstein – natürlich.nachhaltig“ (1, 2)

Bayerischer Rundfunk

(02.08.2021)