Beispiele für Naturstein im Möbelbau gab es wieder auf dem FuoriSalone in Mailand zu sehen

Visonnaire, Alessandro La Spada: Beistelltisch „Building“.

Trotz der Pandemie wurden außerhalb der Messe Salone del Mobile in der Innenstadt viele Designideen präsentiert

Der FuoriSalone und die große Möbelmesse in Mailand (Salone del Mobile) gehören seit Jahren wie 2 ungleiche Geschwister zusammen. Übersetzt etwa „Messe außerhalb der Messe“ ist der FuoriSalone eine Präsentation von Designobjekten in der Innenstadt, wo Galerien, Showrooms oder auch alte Fabrikanlagen für die Zeit der Messe umgenutzt werden.

Auch in diesem Jahr fand der FuoriSalone statt. Und wieder zeigte sich: Die Möbelbranche nimmt Naturstein und Kunststein als Material immer stärker in den Blick.

Wir zeigen einige Beispiele.

Neuheit bei der Firma Visonnaire war der Beistelltisch „Building“ aus Patagonia Marmor (Foto oben): hierfür war eine große Platte in 5 kleinere Flächen zerschnitten worden, die ihrerseits als unterschiedlich hoch in einem Beistelltisch angeordnet waren. Aus einiger Entfernung konnte man also die Ursprungsplatte noch ahnen. Der Stein, eine Mischung aus Marmor und Quarz, gab je nach Beleuchtung interessante Effekte, wenn der Quarzit plötzlich durchscheinend wird. Designer war Alessandro La Spada, der schon oft Naturstein für die Möbelstücke der Firma verwendet hat.

Visonnaire, Alessandro La Spada: Lampe „Barnaby“.

Ebenfalls von ihm stammt die Lampe „Barnaby“. Deren Marmorfuß dient gleichzeitig als elektrische Ladestation, so dass die Lampe ohne Kabel auskommt. Auch das Handy kann geladen werden.

Wir verweisen auf ein Video auf der Webpage der Firma, in dem von einer Erkenntnis aus den Zeiten der Pandemie berichtet wird: künftig müssten sowohl die Räumlichkeiten in einer Wohnung oder einem Haus als auch die Möbelstücke flexibler einsetzbar und multifunktional ausgerichtet sein. Gezeigt wird das Sofa „Babylon“, dessen Rückseite offen ist und Ablageflächen bietet.

Visionnaire
 

Mircea Anghel: „Lose Control“.Mircea Anghel: “Lose Control“.Im Palazzo Litta, selber ein prachtvoller Bau mit viel Naturstein, zeigte MoscaPartners unter dem Motta „Design Varitations 2021“ unter anderem Arbeiten von Mircea Anghel. „Lose Control“ nennt er seine Tische mit einem rohen Natursteinblock als Fuß, der durch die fein gearbeitete Platte aus hindurchstößt.

Mosca Partners

Mircea Anghel
 

Linvisible.Linvisible ist ein Hersteller von Türen und Schiebetüren. Er hat sich seit Juni 2021 im Showroom der Fensterfirma Gorlini eingemietet. Zusammen mit der Natursteinfirma Testi Group wurden dünne Natursteinscheiben entwickelt, die durchscheinend sind und auf andere Materialien auf den Türflügeln aufgebracht werden.

Linvisible

Testi Group
 

La Chance, Hannes Peer Architecture: Chaiselongue „Marmini I“.La Chance, Hannes Peer Architecture: Taburett „Marmini II“. La Chance, Hannes Peer Architecture: Tisch „Lamina“
La Chance ist ein in Paris ansässiges Designunternehmen, das Möbel und Accessoires herstellt. In Zusammenarbeit mit dem Studio Hannes Peer Architecture aus Mailand entstanden die Chaiselongue „Marmini I“, das Taburett „Marmini II“ und der Tisch „Lamina“. Bei ihnen sind Marmorplatten zusammengefügt. Um den Sitzkomfort zu erhöhen, sind die beiden Sitze mit einem Lelievre-Stoff bezogen.

La Chance

Hannes Peer Architecture
 

Cosentino Group, Mariana und Gustavo Martini: Tisch “O“. Die spanische Cosentino Group präsentierte den Tisch „O“ aus dem Engineered Stone Dekton im Farbton Nilium. Die Designer waren Mariana und Gustavo Martini, die sich von der Form eines Kreises hatten inspirieren lassen. In den Presseunterlagen wird auf die besonderen Eigenschaften dieses Engineered Stone hingewiesen: Er ist „resistent gegen Chemikalien, UV-Strahlen und extreme Temperaturen, so dass seine Farb- und Dimensionsstabilität unverändert bleibt. Seine Wasserbeständigkeit und sein geringer Wartungsbedarf machen ihn zu einer äußerst vielseitigen und langlebigen Lösung.“

Cosentino
 

Michele Perlini: Wagen der Straßenbahn K35.
Der Architekt Michele Perlini hatte einen historischen Wagen der Straßenbahn K35 als Wohnraum gestaltet und Im Inneren nicht nur für Bequemlichkeit gesorgt, sondern sogar eine kleine Kochinsel integriert. Die Initiative kam von bekannten Einrichtungsmarken und dem Kunststeinhersteller Lapitec. Der Wagen verkehrte während der Design Week durch den Distrikt Brera.

Studio Perlini

Fotos: Firmen

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(25.10.2021)