Die Stadt Bern vergibt Preise für „handwerklich und künstlerisch beispielhafte“ Grabmale und hat sogar einen Berater für die Gestaltung

Bildhauer Atelier Karl Imfeld, Lungern; Eichenholz und Jurakalkstein.

Die Angehörigen bekommen einen Gutschein für Blumenschmuck im Wert von 100 Franken und eine Urkunde / Die Arbeit der Bildhauer wird mit einer Urkunde honoriert

In Bern wurden wieder die Grabmalpreise vergeben. Alle 2 Jahre werden Gestaltungen ausgezeichnet, die „handwerklich und künstlerisch beispielhaft“ sind, wie es auf einer Webpage der Schweizer Bundeshauptstadt heißt. Damit will die Stadt „ein positives Zeichen für die Grabmalkunst und die Friedhofskultur setzen“.

Seit 1957 werden die Preise vergeben. Als Anerkennung erhalten die Angehörigen einen Gutschein für Blumenschmuck im Wert von 100 Schweizer Franken sowie eine Urkunde. Die Arbeit der Bildhauerinnen und Bildhauer wird mit einer Urkunde honoriert.

Für die Auswahl hat die Stadt seit dem Jahr 2000 eine ständige Kommission ins Leben gerufen. Eines der aktuellen Mitglieder ist der Bildhauer und Grafiker Josef Loretan, der die Hinterbliebenen bei der Gestaltung berät.

Diesmal wurden Grabmale aus den Jahren 2020 und 2021 prämiert. Ein Beispiel ist der Grabstein, den 3 Kinder für ihre Mutter beim Bildhauer Karl Imfeld bestellten (Foto oben). In der Luzerner Zeitung ist der Hintergrund beschrieben: die Familie hatte den Vater früh verloren und die Mutter musste sich und die Kinder mit Putzen und Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Die Skulptur des Künstlers zeigt nun eine Krone mit 4 Zacken als Zeichen der Gemeinsamkeit. Die Anordnung von Geburts- und Todesjahr auf dem hölzernen Sockel spiegelt den christlichen Glauben.

Wir zeigen 9 der in diesem Jahr 12 prämierten Grabmale.

Luzerner Zeitung

Video (Schwyzerdeutsch)

Fotos: Stadt Bern, Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün

Links: Bildhauer Richard Wyss, Wohlen; Bollinger Sandstein. Rechts: Bildhauerei Sini GmbH, Grenchen; Kaplan Marmor.Links: Jeker Natursteine AG, Bern; Basaltsäule. Rechts: Bildhauerei 2und, Köniz, Beatrice Altwegg; Basaltino (grau), Glas, Text, verspiegelt.Links: Bildhauerei 2und, Köniz, Beatrice Altwegg; Tessiner Gneis. Rechts: Bildhauer Richard Wyss, Wohlen; gewalztes Stahlblech.Links: Kälin & Wymann AG, Düdingen; Blausee Kieselkalk. Rechts: Franziska Dietiker; Eiche, Keramik, Buchstaben aus Aluminium.Bildhauer Albert Schenk; Cortenstahl.

See also:

(17.12.2021)