Designerin Elena Salmistraro und Firma Lithea: „Pensieri Panteschi“ (Gedanken aus Pantelleria)

Designerin Elena Salmistraro, Lithea: „Pensieri Panteschi“.
Die Kollektion setzt in Naturstein Merkmale der Vulkaninsel auf halbem Weg zwischen Sizilien und Afrika um

Lithea ist eine Firma für Natursteindesign, die auf der Insel Sizilien zuhause ist und deren Gestaltungsideen immer einen Bezug zum Mittelmeer haben. Bei den Kollektionen der vergangenen Jahre ging es um meist um Inspirationen anhand von alten handwerklichen Techniken, die rund um das Meer zwischen Europa und Afrika entwickelt worden waren, etwa um Flechtwerk, Gewebe oder Keramiken.

In der aktuellen Kollektion „Pensieri Panteschi“ (Gedanken aus Pantelleria) treibt die Designerin Elena Salmistraro die Abstraktion noch einen Schritt weiter: sie hat sich die Insel Pantelleria als Vorbild genommen und spielt mit markanten Elementen, die man dort findet.

Es sind vor allem Wellenformen, die sie auf der Platte des großen Tischs und in den Wandpaneelen (120 x 60 x 3 cm) abbildet. Darin kann man unschwer das Meer rund um das kleine Inselchen etwa 100 km südlich von Sizilien und 60 km vor der afrikanischen Küste wiedererkennen.

Designerin Elena Salmistraro, Lithea: „Pensieri Panteschi“.

Aber: Elena Salmistraro hat die Wellenformen aus Naturstein geschnitten – damit kommt Pantelleria selbst und auch die Geologie dort in den Blick. Denn das Eiland liegt auf der Riftzone, wo die europäische und die afrikanische Kontinentalplatte zusammenstoßen.

Vulkanismus geht damit einher – zuletzt gab es im Jahr 1831 einen unterirdischen Ausbruch, bei dem sich ein neues Inselchen aus dem Wasser hob. Seitdem aber wurde es von den Wellen und Stürmen schon wieder abgetragen.

Auf Pantelleria, das 14 km Länge und 8 km Breite an keiner Stelle überschreitet, leben auch Menschen und gibt es Zeugnisse von alten Kulturen. Berühmt sind die Dammusso, runde Natursteinmauern mit einer Kuppel als Dach darüber. Man findet sie bei Elena Salmistraro als Kreise in den Wandelementen und auch in den Sitzflächen der Schemel wieder. Im Original dienten sie als Sammelbecken für Regenwasser.

Noch ein markantes Detail von der Insel ist anhand der Kreise dargestellt: es sind jene halbhohen Trockenmauern, die die Gärten vor dem anhaltenden Wind schützen.

Designerin Elena Salmistraro, Lithea: „Pensieri Panteschi“.

Zum Esstisch (220 x 100 x h 73 cm) hat sich Elena Salmistraro von dem Speccio di Venere (Spiegel der Venus) inspirieren lassen. Es handelt sich um einen See auf der Insel, der von heißen Quellen gespeist wird. Wenn man will, kann man in den Linien aufsteigende Säulen von heißem Gestein sehen.

Ehemals war Obsidian ein wichtiges Handelsgut der Insel: das glasartige tiefschwarze Gestein entsteht, wenn Lava schlagartig im Meerwasser abgekühlt wird. Wird es gespalten, sind die Kanten messerscharf (brechen aber auch leicht).

Zur Kollektionen gehören auch Vasen und ein Centerpiece, von den wir jedoch keine Fotos haben.

Designerin Elena Salmistraro, Lithea: „Pensieri Panteschi“.

Die Kollektionen von Lithea darf man nicht als Produktdesign missverstehen. Sie sind Beispiele für „Funktionale Skulpturen“, bei denen die künstlerische Gestaltung im Vordergrund steht und dennoch Objekte entstehen, die mehr sein wollen als Dekoration.

Elena Salmistraro definiert das Konzept nüchtern auf ihrer Webpage: „Meine Kreationen sind das Ergebnis der Kombination von Kunst und Design.“ Lithea drückt es poetisch aus: „Die klugen Hände von heute stehen fest in Verbindung mit denen der Väter, von denen sie die Bewegungen, die Kontrolle, den Rhythmus und das Formen des Materials gelernt haben.“

Lithea

Elena Salmistraro

Fotos: Lithea

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(19.01.2022)