„Gothenburg floor“ (Göteborger Bodenbelag) als Markenzeichen für die Neugestaltung eines Einkaufszentrums in der schwedischen Stadt

Architekturbüro Sweco mit Bildhauer Pål Svensson: „Gothenburg floor“.Architekturbüro Sweco mit Bildhauer Pål Svensson: „Gothenburg floor“.

Das Architekturbüro Sweco und der Bildhauer Pål Svensson verteilten zwischen Granitplatten Messingstreifen mit Bürgerdaten

Normalerweise, wenn eine Stadt Geburtstag feiert, wird an die Berühmtheiten von dort erinnert und werden deren Denkmale geputzt. Zum 400. Jahrestag der Stadtgründung von Göteborg in Schweden 2021 hatte sich das Architekturbüro Sweco zusammen mit dem Bildhauer Pål Svensson für die Neugestaltung des Einkaufszentrums Nordstan etwas anderes einfallen lassen: dort wurden in den Fußboden kleine Messingstreifen mit Vornamen und Geburtsdaten von Personen erinnert, die in der Stadt das Licht der Welt erblickt hatten, aber nie bekannt wurden.

Die Idee war für den schwedischen Natursteinpreis des Jahres 2021 nominiert.

Es ging bei diesen Erinnerungsstreifen also um die so genannten Kleinen Leute. Und die Architekten wollten sie auch ganz gezielt NICHT als die in Wirklichkeit ganz Wichtigen und ganz Großen herausstellen. Vielmehr werden nur die Vornamen und Geburtsjahre genannt.

Architekturbüro Sweco mit Bildhauer Pål Svensson: „Gothenburg floor“.

Dennoch: es handelt sich um wirkliche Bürger, die anhand der Stadtarchive identifiziert worden waren. „Ein Weg, um die Menschen zu würdigen, die die Stadt formten,“ schreibt uns Margareta Diedrichs von Sweco, die federführend an dem Projekt beteiligt war und die Umsetzung zusammen mit PeGe Hillinge realisierte.

Die 350 Messingstreifen sind auf dem Boden nach Jahrhunderten gruppiert. Um die Streifen herum liegen Bodenfliesen aus 2 Sorten Naturstein, der helle Ganit Tossene Grå aus der Umgebung und der dunkle Gabbro Nero Assoluto, letzterer mit zweierlei Oberflächenbarbeitungen.

Architekturbüro Sweco mit Bildhauer Pål Svensson: „Gothenburg floor“.Architekturbüro Sweco mit Bildhauer Pål Svensson: „Gothenburg floor“.

Besonders markant sind die Flächen gestaltet, wo sich die Wege mit den Streifen durch das Einkaufszentrum kreuzen: hier spielen die Architekten mit der Trapezform. Die zufällige Verteilung lässt immer wieder größere Einheiten entstehen, in denen, wer will, die großen Ereignisse sehen kann, bei denen sich die kleinen Wege der Menschen kreuzten.

Die Gestaltung hat inzwischen unter dem Namen „Gothenburg floor“ (Göteborger Bodenbelag) Bekanntheit erlangt.

Sweco

Fotos: Sweco

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(29.03.2022)