Der schwedische Natursteinpreis 2021 ging an die Kopie der mittelalterlichen Fensterrosette im Dom zu Linköping mit 300 Stunden Arbeit einer CNC-Maschine

Die neue Fensterosette im Dom zu Linköping. Fotos: Borghamns Stenförädling
Die Erneuerung der Fensterosette im Dom zu Linköping.

Prämiert werden Arbeiten, die sich durch „Ästhetik, Nachhaltigkeit und Innovation“ auszeichnen

Die Arbeit von Restauratoren stand im Jahr 2021 im Mittelpunkt des schwedischen Natursteinpreises: die Auszeichnung für, wie üblich „Ästhetik, Nachhaltigkeit und Innovation“ beim Umgang mit Naturstein, ging an die Diözese Linköping für ihre Erhaltung des Doms der Stadt. Dabei handelt es sich um die größte Steinkirche des Landes; Linköping liegt ziemlich genau in der Mitte Schwedens.

Gewürdigt wurden die jahrelangen Anstrengungen, die Substanz des Gebäudes aus dem 12. Jahrhundert zu sichern beziehungsweise zu erneuern. Als Symbol prämierte die Jury den Nachbau einer Fensterrosette aus dem 13. Jahrhundert. Für die Arbeiten am Stein setzte die Steinmetzfirma Borghamns Stenföradling eine Maschine mit CNC-Steuerung ein. „Innovation kommt hier mit Tradition zusammen“, sagt dazu Kai Marklin, Präsident des schwedischen Natursteinverbands und jährlicher Initiator des Wettbewerbs.

Das Original hängt nun im Inneren der Kirche hinter dem Altar an der Wand. „Damit hat sich ein Kreis geschlossen“, zieht Marklin Bilanz.

Der ursprüngliche Kalkstein war nicht mehr verfügbar. So griffen die Steinmetze auf den Borghamn-Kalkstein zurück, der ganz in der Nähe gewonnen wird und schon Material für Restaurierungen am Göta-Kanal, dem Kloster Alvastra oder der Festung Karlsborg lieferte.

Die Erneuerung der Fensterosette im Dom zu Linköping.Die Erneuerung der Fensterosette im Dom zu Linköping.Die neue Fensterosette im Dom zu Linköping.

Rund 300 Stunden war die CNC-Maschine im Einsatz. Installiert wurde die neue Rosette von der Firma Gulberg.

Dieser 1. Preis war aus einem Kreis von 4 Nominierungen ausgewählt worden. Dazu gehörten außerdem:
Nominierung: Fußboden im Einkaufszentrum Nordstan in der Stadt Göteborg. Foto: Sweco
* der Fußboden im Einkaufszentrum Nordstan in der Stadt Göteborg. Das Design kam vom Architekturbüro Sweco und dem Bildhauer Pål Svensson. Wir werden dieses und das folgende Projekt demnächst ausführlicher vorstellen.

Nominierung: Neugestaltung des zentralen Platzes Stora torg in der Stadt Eslöv. Foto: Sveriges Stenindustriförbund
* in der Stadt Eslöv war der zentrale Platz Stora torg neu gestaltet worden. War es ehemals eine eher langweilige Fläche, sollte sie Gestaltung nun Vielfalt wiederspiegeln, dies sowohl durch unterschiedliche Materialien und Farben als auch durch verschiedene Bodenniveaus.

Nominierung: Hochhaus in Dalénum auf der Insel Lidingö. Foto: Sveriges Stenindustriförbund
* mit dem Hochhaus in Dalénum auf der Insel Lidingö hat die Bucht von Stockholm ein neues Wahrzeichen. 68 m (22 Etagen) hoch ist das Wohngebäude. Seine Fassadenfläche von rund 4800 m² ist mit dem norwegischen Schiefer Otta Rost verkleidet, dies auch um die runden Balkone herum. Ein 2. Gebäude daneben hat noch einmal 3500 m² Fassadenfläche. Der Naturstein wurde von der Firma Nordskiffer geliefert. Die Architekten waren Wingårdhs Arkitektkontor Sie entschieden sich für Naturstein, weil sie „haltbare Materialien (wollten), die schön altern“, wie es auf der Webpage von Nordskiffer heißt. Eine besondere Anforderung stellte der Brandschutz dar. Um alle denkbaren Eventualitäten hier durchzuspielen, wurden die Schieferplatten im Jahr 2018 einem aufwändigen Brandtest unterzogen und Temperaturen von bis zu 550 Grad ausgesetzt. Es zeigte sich, dass die Elemente nicht in Brand gerieten und die Flammen ihrerseits weitertrugen und auch nicht Teile des Fassadensystems von der Gebäudehülle herabfielen.

Sveriges Stenindustriförbund (schwedisch)

See also:

(17.01.2022)