Die Messe Marble in Izmir 2022 war geprägt von Euphorie, dass die Pandemie überstanden zu sein scheint

Waterjet-Inlay am Stand der Firma <a href="http://www.stoneterroir.com/"target="_blank">Stone Terroir</a>.Kunst am Stand der Firma <a href="https://yesmar.com.tr/en/"target="_blank">Yesmar Marble</a>.Kunst von <a href="https://www.ionicstone.com/"target="_blank">Ionic Stone</a>.

Innovatives Terrain betrat Alimoğlu mit „Metaversum“, einem Beispiel für die 2. Generation virtueller Shorooms

Wirtschaftliche Entscheidungen haben viel mit Bauchgefühl und mit Psychologie zu tun. Das stellte zeigte sich auch auf der diesjährigen Messe Marble in Izmir (30. März bis 02. April 2022): die Stimmung war richtig gut, geprägt von dem Gefühl, endlich die Corona-Pandemie überstanden zu haben und wieder zu Geschäften unter Normalbedingungen zurückzukehren. Dass aber mit dem andauernden Krieg in der Ukraine sogar eine Rezession für die Weltwirtschaft droht, wurde im Hochgefühl des Neustarts schlichtweg verdrängt.

Der Messeveranstalter Izfas hatte für diese 27. Ausgabe seiner Marble vorab über 1000 Aussteller und mehr als 80.000 Besucher angekündigt. Das war, zumindest von der Zahl der Aussteller, beinahe wieder der Stand von 2019 vor der Pandemie. Und tatsächlich: die Hallen waren wieder komplett mit Ständen belegt, in den Gängen gab es reichlich Besucherverkehr, und wohin man auch schaute, waren an den Ständen die Leute in intensive Gespräche vertieft.

Zur Erinnerung: 2020 hatte es keine Messe gegeben, und die 26. Ausgabe im Jahr 2021 war auf den August verschoben gewesen. Damals war der hintere Teil der Hallen geschlossen geblieben und hatten manche Stände trotzdem einsam wie Inseln mitten im Niemandsland dagestanden.

Hosted Buyers Program: Treffpunkt für die B2B-Meetings.

In dieser Hinsicht war die Marble 2022 wieder ein ganz normales Event. Wobei, das muss man anmerken, ein Teil der Besucher mit künstlichen Mitteln angelockt worden war: ein sehr umfangreiches Buyers Program brachte über 700 Besucher aus zahlreichen Ländern nach Izmir.

Erwähnen wollen wir nur jene 200 Leute aus Indien, die schon im Vorjahr eingeladen worden waren und die wegen der Pandemie erst jetzt anreisen konnten. Überall begegnete man Personen mit indischer Hautfarbe und Gesichtszügen – im letzten Jahr war es übrigens ähnlich gewesen mit Besuchern in der Kleidung der arabischen Länder.

Tatsächlich unterstützt die türkische Regierung ihre Natursteinbranche seit Jahren kräftig, schließlich sind Marmor, Travertin und Onyx verlässliche Devisenbringer. In Anbetracht der Schwäche der türkischen Lira ist es zudem im Moment leicht, türkische Blöcke nach China und Indien beziehungsweise Endprodukte in die USA und nach Europa zu verkaufen.

Sogar aus Brasilien waren Einkäufer eingeladen worden, auch wenn das Land selbst ein großer Player im internationalen Steinhandel ist. Offenbar ist die Gewinnspanne für Importeure dort so hoch, dass es sich lohnt, den türkischen Steinen diesen Markt zu erschließen.

Nur kurz die aktuellen Exportzahlen (wir werden sie in einem separaten Artikel detailliert präsentieren): 2021 übersprang die Türkei mit Natursteinausfuhren im Wert von 2,092 Milliarden US-$ eine magische Linie. Gegenüber den Vorjahr war das eine Steigerung um knapp +21%! Diese extreme Steigerung ist jedoch auf einen Nachholeffekt nach dem Pandemiejahr 2020 zurückzuführen.

Näher an die tatsächliche Entwicklung der türkischen Steinexporte kommt man über den Vergleich der aktuellen Summen mit dem letzten Normaljahr 2019: hier beträgt die Steigerung immerhin noch +13%. Bei den riesigen Dimensionen, um die es hier geht, ist auch das noch eine beachtliche Leistung. Kein Wunder, dass es am Abend vor der Messe eine Zeremonie gab, bei der der Verband İMİB (Istanbul Mineral Exporters’ Association) 20 Unternehmen für ihre Leistungen bei der Ausfuhr von Blöcken beziehungsweise Endprodukten auszeichnete.

Die Firma <a href="http://ciftyildiz.com.tr/"target="_blank">Çift Yildiz</a> setzte ihr Firmenlogo dreidimensional um.<a href="https://temmermarble.com/"target="_blank">Temmer</a> ließ den Fußboden über den Empfangstresen hinweglaufen.Temmer ließ den Fußboden über den Empfangstresen hinweglaufen.

Wir zeigen einige Fotos von Ständen, die uns aufgefallen waren, und von Produkten. Über die 4. Ausgabe des Design-Wettbewerbs für Studenten werden wir separat berichten.

Besonders hinweisen wollen wir auf eine Innovation aus dem Bereich der virtuellen Präsentationen. Schon vor der Pandemie hatte es seitens der Messen Versuche gegeben online zu gehen, und ebenso hatten sich Firmen an virtuellen Showrooms versucht. Nun präsentierte der Branchenriese Alimoğlu sein „Metaversum“: hier hier kann man die digitale Präsentation per Avatar durchlaufen und – vor allem – sich von einem virtuellen Verkäufer führen lassen.

Das ist eine neue Qualität in diesem Bereich, mit der der direkte Dialog aus der realen Welt nachgestellt wird. Wir werden das Projekt demnächst genauer präsentieren und auch andere Konzepte solcher virtuelle Showrooms diskutieren.

Interessant festzustellen ist dabei, dass es eine türkische Firma ist, die als erste das Thema aufgegriffen hat.

Auch am Mut, sich auf solche Möglichkeiten einzulassen und damit weltweit hervorzutreten, erkennt man das neue Selbstbild vieler türkischer Firmen, nicht nur an den oben genannten Exportzahlen.

Marble Izmir, 26. – 29. April 2023

Die Provinz Afyonkarahisar präsentierte Kunsthandwerk.Kleine Alltagsgegenstände aus Stein am Stand von <a href="http://www.mercanmermercilik.com/"target="_blank">Mercan Mermer</a>.Badewanne von <a href="http://www.orhanmarble.com/en/"target="_blank">Orhan Marble</a>.Stand von <a href="http://www.komurcuoglu.com.tr/"target="_blank">Kömürcüoglo Mermer</a>.Mosaikfliesen am Stand der Firma <a href="https://kopturoglu.com/"target="_blank">Koptoroglu Marble&Mosaic</a>.Mosaikfliesen am Stand der Firma <a href="http://assosmarble.com/"target="_blank">Assos Antique Marble</a>.

See also:

(05.04.2022)