Die griechische Designerin Alex Mint bringt in ihrer Kollektion „Oceanides“ Marmor vom Peloponnes mit Seegras vom Meer drumherum zusammen

Alex Mint: „Oceanides: Oceanus“.

In der Lebenserwartung der Pflanze von 80.000 Jahren und der Haltbarkeit des Steins bringt sie die wirklich großen Zeiträume zusammen

Wenn es stimmt, was französische Meeresforscher herausgefunden haben, dann erreicht das Seegras Posidonia Oceanica unter den Lebensformen auf der Erde das höchste Alter: 80.000 Jahre könnte die Lebenserwartung solch einer Pflanze sein, so die Erkenntnis aus Genanalysen. Kein Wunder, dass die griechische Designerin Alex Mint dieses Wunder der Natur, allgemein unter dem profanen Namen Seegras bekannt, für ihre aktuelle Kollektion von Beistelltischen gewählt hat: denn sie arbeitet gerne mit Naturstein, und der erreicht ja auch Haltbarkeiten von Millionen von Jahren, bevor er wieder in den Kreislauf der Gesteine eintaucht.

Jenseits dieser zeitlichen Dimensionen gibt es dann nur noch die Ewigkeit, wo bekanntlich die Götter zuhause sind.

Und klar jetzt auch, dass in Alex Mints aktuellen Möbelstücken die Götter vorkommen, genauer: die schillernden Gestalten aus der griechischen Mythologie. „Oceanides“ heißt die Kollektion, die Einzelstücke tragen die Namen „Oceanus“, „Tethys“ und „Calypso“.

Es gibt sie in rund und eckig und in unterschiedlichen Größen.

Alex Mint: „Oceanides: Tethys“.

Als Gemeinsamkeit haben zwei von ihnen, dass die Tischbeine einfache Marmorsäulen sind, die unten am Fuß einen deutlich verringerten Durchmesser haben. Beim Betrachten eines Fotos von „Thetys“ aus dem pdf zur Kollektion fühlten wir uns unwillkürlich an Botticellis Renaissance-Gemälde erinnert, wo die Venus aus dem Meer geboren wird.

Gemeinsam ist den Möbelstücken außerdem das Material für die Tischplatte. Hierfür wurde das Seegras verwendet. Hergestellt hat die Platten das griechische Startup Phee. Es entwickelt Nutzungen für die Reste dieser Pflanzen, die an die Strände gespült werden und normalerweise von den Gemeinden für teures Geld wegeräumt werden. Andere Objekte der Firma sind Geschenkboxen, Handy-Bezüge oder Rackets.

Alex Mint: „Oceanides“.

Upcycling ist ihr Konzept: was in der üblichen Betrachtung immer nur Abfall ist, wird getrocknet, aufgearbeitet und mit natürlichem Harz zu wertvollen Platten zusammengeklebt. Da steckt viel Handarbeit drin, und auch lokales Know-how, wie man mit dem Material umzugehen hat.

Alex Mint: „Oceanides“.

Sowohl die Handarbeit als auch das Handwerk aufzuwerten, ist eines der Anliegen der Designerin, die auch den Stein in Griechenland bearbeiten lässt. Es handelt sich um den heimischen Tortora Marmor vom Peloponnes. Das ist der Landesteil jenseits des Kanals von Korinth.

Alex Mint Studio

Phee

Alex Mint: „Oceanides: Calypso“.

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(16.05.2022)