Im virtuellen Showroom der Möbelfirma Draenert sind auch individuelle Führungen oder Vorführungen der Ausziehtische möglich

Screenshot: Draenert „360 Grad Virtuelle Tour“.

Jedoch ist das 3D-Angebot nur eine Angel, die aus der Ferne ausgelegt ist und beim Kunden den Wunsch nach einem echten Besuch im Werk wecken soll

Derzeit kommt auch in der Natursteinbranche die 2. Generation der virtuellen Showrooms zum Einsatz. Wir hatten in einem Bericht das „Metaverse“ der türkischen Firma Alimoğlu beschrieben, wo der Kunde nicht mehr wie bisher vor dem Bildschirm verbleibt und sich durch ein Abbild der echten Präsentation hindurchzoomt, sondern mit einem Avatar die virtuelle Welt betritt und dort bestimmte Dinge tun kann. Eine weniger aufwändige Form hat die deutsche Firma Draenert entwickelt: dort wird zwar keine virtuelle Welt vor dem Kunden ausgebreitet, aber es ist eine Interaktion zwischen Verkäufer und Kunde möglich, indem digitale Führungen veranstaltet werden können.

Grundlage solcher Führungen ist die „360 Grad Virtuelle Tour“. Sie basiert auf dem altbekannten Prinzip, wo man sich mit der Maus durch eine Animation bewegt: der Blickwinkel kann variiert werden und einzelne Objekte lassen sich dabei näher in Augenschein nehmen.

Zwei Besonderheiten gibt es bei jedoch Draenert, und diese heben seine virtuelle Tour über das Übliche hinaus.

Das sind zum einen die virtuellen Führungen, nicht bloß Rundgänge auf eigene Faust: dazu verabredet sich der Besucher oder eine Gruppe mit einem Verkäufer, der ihn mitnimmt durch den Showroom. Das geschieht ähnlich etwa den Meetings bei Zoom, wenn auch ohne Download von Software, sondern einfach auf Einladung des Verkäufers.

Dabei stellt die virtuelle Führung den echten Besuch im Showroom nach: der Verkäufer geht virtuell vorneweg, und die anderen sind über seine Perspektive dabei. Nachfragen oder Ähnliches sind möglich über die akustische Verbindung. „Wir können unser Produktsortiment für unsere Kunden auf der ganzen Welt jederzeit erlebbar machen“, sagt Anette Pfeifer, Pressesprecherin der Firma.

Hier kommt die 2. Besonderheit von Draenerts virtuellem Showroom ins Spiel: denn ein Markenzeichen der Firma ist die ausgefeilte Mechanik, mit der ihre Möbel ausgestattet sind. Berühmt sind etwa ihre Ausziehtische, die sich, trotz des Gewichts der Tischplatten aus Stein, mühelos wie von Geisterhand bewegen lassen. Ein anderes Beispiel ist ein Tisch, den man verschieben und wieder feststellen kann, ohne dafür auf dem Boden herumkriechen zu müssen.

Diese Produkte gilt es vorzuführen, nicht bloß zu zeigen. Dafür hat Draenert Filmszenen in seinen virtuellen Showroom integriert: der Standort dieser Objekte wird auf der Übersicht rechts oben auf dem Bildschirm angezeigt, und wenn man auf die dicken Punkte, die so genannten „Hot Spots“ klickt, zeigt sich das Möbelstück aus der Nähe mit einem virtuellen Pfeil drüber. Wenn man diesen anklickt, wird ein kurzes Video abgespielt.

Wichtig ist dabei, wie immer in der virtuellen Welt: alles ist in die jeweilige Situation eingebettet, man muss also nicht zwischen verschiedenen Ebenen hin und her wechseln.

Außerdem: Draenert hat seine virtuelle Welt (und die Spielszenen drin) von der Datenmenge sehr reduziert: zum Beispiel sind die Oberflächen der Möbelstücke unverkennbar künstlich belassen.

Die Firma will mittels der virtuellen Welt Lust auf einen Besuch am Firmenstandort animieren. Dort halten die Verkäufer dann echte Erlebnisse parat, etwa einen Besuch in der Werkstatt neben dem echten Showroom oder im Steinlager.

Draenert „360 Grad Virtuelle Tour“

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(25.05.2022)