Budri erschließt mit seiner neuen Kollektion „Fragment“ der Verwendung von Naturstein-Reststücken neue Dimensionen

Budri, Gwenael Nicolas: „Fragment“.Budri, Gwenael Nicolas: „Fragment“.

Mit der patentierten Technologie Budri SLIM lassen sich aus schmalen und dünnen Streifen Objekte mit geringem Gewicht fertigen

„Fragment“ ist der Name der neuen Kollektion der italienischen Firma Budri, die schon traditionell alle paar Jahre mit innovativen Verwendungen von Naturstein aufwartet. Der Name ist Programm und es wird ein Thema weitergeführt, mit dem sich die Kreativen, Techniker und Steinexperten der Firma mit Sitz in Mirandola in der Emilia-Romagna schon seit einigen Jahren auseinandersetzen: es geht um die Verwendung von dem, für das es bisher auch beim besten Willen keine Verwendung gab – es geht um das, was aufgrund seiner Größe eigentlich nur Abfall sein kann.

Budri hatte sich erstmals im Jahr 2011 im Rahmen von „Marmomacc Meets Design“ mit dem Thema beschäftigt, als die Designerin Patricia Urquiola kleine Steinstücke zu witzigen Installationen komponierte (siehe Verlinkung unten).

Einen weiteren Markstein hatte es 2019 auf der Möbelmesse Salone del Mobile gegeben: damals hatte der Designer Gwenael Nicolas vom Studio Curiosity Tokyo winzige Steinschnipsel zu neuen Platten für Tische oder Wände zusammengesetzt. „Marmor Natvm“ (Geburt des Steins) war der Name der Kollektion.

Budri, Gwenael Nicolas: „Fragment“.

Nun: „Fragments“, wieder mit Gwenael Nicolas, bringt die bisherigen Erfahrungen mit solchen Materialresten zu einem (vorläufigen) Abschluss: diesmal geht es um schmale Streifen von Stein, die lang aber dünn sind. Die Technologie zur Stabilisierung und Verarbeitung dieser Materialreste wurde inzwischen patentiert. Die Produkte sind als Budri SLIM Marble und Budri SLIM System als vorläufige Warenmarke TM registriert.

Ausgeschrieben steht „SLIM“ für Sustainable Light Innovative Marble (Marmor nachhaltig, leicht und innovativ).

Auf einen besonderen Aspekt dieses Upcyclings müssen wir hinweisen: was Budri mit dieser Innovation auch geschafft hat, ist, dass sich die Abfallstücke in einer Eigenschaft über das Originalmaterial herausheben, weil sie leicht sind, was Naturstein normalerweise nicht ist: ein Quadratmeter des SLIM-Materials wiegt nur 12 kg, während normaler Marmor rund 60 kg auf die Waage bringt (berechnet für eine Standarddicke von 2 cm).

Zur Kollektion gehören Tische in verschiedenen Größen und Höhen mit Füßen aus spiegelndem Metall. Außerdem gibt es eine Konsole.

Budri, Gwenael Nicolas: „Fragment“.

Dass auch Vasen und eine Stehlampe zur Kollektion gehören, hängt wohl damit zusammen, dass runde Formen sich leicht aus Streifen komponieren lassen. Auch der Kronleuchter über dem großen Esstisch und die selbsttragenden Wandplatten gehören dazu.

Die Objekte sind in vielen Stein- und folglich Farbvariationen möglich. Herstellen lassen sich damit auch Beläge für Boden, Decke und Wand. Im Herbst 2022 sollen Ideen für den Objekt- und Handelsbereich vorgestellt werden.

Nichts wegwerfen, alles verwerten, nennen wir als Leitlinie, die Budri damit für die Steinbranche vorgibt. Das klingt absurd, ist aber nur jenes Konzept, nach dem die Natur grundsätzlich arbeitet, zum Beispiel beim Kreislauf der Gesteine.

Budri

Fotos: Budri / Peter Becker

Budri, Gwenael Nicolas: „Fragment“.Budri, Showroom Mailand.

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(08.07.2022)