Befragung des schwedischen Natursteinverbands: junge Leute wünschen sich eher traditionelle Formen der Bestattung, also eine Beisetzung auf dem Friedhof und einen Grabstein

Die Ergebnisse der Befragung: Frage 1 (linke Spalte) - Frage 2 (rechte Spalte); farbig die verschiedenen Altersgruppen (siehe rechts). Die Antworten: bevorzugt wird (von oben nach unten) ein traditonelles Grab mit Grabstein, Gemeinschaftsgrab, Urnenhain oder Friedwald, Ich weiß nicht.

Zum 1. Mal hat ein Verband sich eine Datengrundlage zu diesem Thema verschafft

Unerwartete Erkenntnisse kommen aus Schweden im Bezug auf die Einstellung der Bürger zu Friedhof und Grabmal: Junge Leute wünschen sich eher traditionelle Formen der Bestattung, während die Älteren sich eher für Trends der letzten Jahrzehnte wie Urnenhain oder Friedwald interessieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der schwedische Natursteinverband beim renommierten Novus-Institut dort in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden 1001 Personen, die in ihren Altersgruppen repräsentativ für die schwedische Bevölkerung sind.

Zweifellos ist das Ergebnis überraschend, könnte man darin doch ein Ende des Wandels in der Bestattungskultur im Westen sehen.

Verbandspräsident Kai Marklin äußert sich jedoch zurückhaltend und gibt zu bedenken: Vielleicht steckt hinter der Einstellung der jungen Leute einfach nur die Tatsache, dass sie eine längere Zeit zum Trauern als die Älteren vor sich haben und sich folglich dafür einen verlässlichen Ort – wir fügen hinzu: vielleicht sogar schönen Ort – wünschen.

Ob sie mit zunehmendem Alter bei dieser Einstellung bleiben, weiß man jedoch nicht.

Besonders interessant ist deshalb das Ergebnis der 2. Frage aus der Studie: die erhob, wie die Befragten sich die Bestattung eines nahen Angehörigen wünschten, etwa die Bestattung ihrer Eltern oder von Freunden. Und auch hier räumten die jungen Leute den traditionellen Formen eine deutliche Priorität ein, die Älteren selber wiederum bevorzugten aktuelle Formen.

Tatbestand also und wichtig zu wissen für die Grabmalfirmen in Schweden ist: zumindest derzeit interessieren sich die jungen Konsumenten für den Friedhof und die Grabsteine.

Das heißt: wenn man Grasteine promoten will, muss man primär mit den jungen Leuten reden, weniger mit den Älteren.

Die Zahlen im Einzelnen: in der Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen wünschen sich 49% der Befragten ein traditionelles Grab. Nach Geschlechtern betrachtet, hatte hier eine deutliche Mehrheit bei den Männern (57%) diesen Wunsch.

Mit zunehmendem Alter aber ändert sich diese Einstellung, so dass bei den 65- bis 79-Jährigen nur noch 23% ein traditionelles Grab bevorzugen.

Ein noch deutlicheres Ergebnis brachte die Frage nach der Bestattung für Angehörige. 57% aus der Gruppe der Jüngeren würden eine traditionelle Bestattungsform wählen. Bei den Älteren hingegen würden umgekehrt 46% einem Hain den Vorzug geben.

„Unseres Wissens gab es bisher nirgendwo eine solche Befragung“, sagt Verbandspräsident Kai Marklin.

Die Studie bringt für die Branche erstmals eine verlässliche Grundlage für Marketingentscheidungen. Denn bisher ist es generell schlecht bestellt um Statistiken über den Verbrauch von Naturstein: zwar ist für die einzelnen Länder bekannt, wieviel Stein jeweils produziert und ein- beziehungsweise ausgeführt wird. Auf internationaler Ebene sammelt Dr. Carlo Montani in seinem Statistik-Jahrbuch diese Daten.

In welche konkreten Produkte diese abgebauten Steine jedoch münden – ob sie zu Fensterbänken, Flußbodenfliesen oder Wandplatten werden beziehungsweise in die Gärten oder auf die Friedhöfe gehen, einige der Möglichkeiten zu nennen – weiß niemand. Vielleicht erheben einzelne Verbände diese Daten, jedoch wurden sie bisher nirgendwo veröffentlicht oder tauchten in den Geschäftsberichten auf.

Hinter der Befragung steckt eine umfassende Strategie des Sveriges Stenindustriförbund, so der Verbandsname auf schwedisch: mit insgesamt 4 Analysen will man den Interessen des Verbrauchers an Naturstein auf den Grund kommen. In 2 Befragungen bisher war es darum gegangen, welche Materialien die Schweden für Küchenarbeitsplatten bevorzugen beziehungsweise welche Materialien sie generell für besonders umweltfreundlich halten. Wir haben unseren Bericht über die Ergebnisse unten verlinkt.

Sveriges Stenindustriförbund (schwedisch)

See also:

(15.08.2022)