Shona-Kunst aus Simbabwe in einer Ausstellung im Schwetzinger Schlossgarten, der vom europäischen Barock geprägt ist

Ausstellung von Skulpturen aus Simbabwe im Schlossgarten Schwetzingen.Ausstellung von Skulpturen aus Simbabwe im Schlossgarten Schwetzingen.

Die 50 großformatigen Skulpturen geben einen Einblick in die Vorstellungswelt der Menschen im südlichen Afrika

Die Steinsorten sind weiß leuchtend beziehungsweise grün-grau und sehr eindrucksvoll: Die 50 großformatigen Skulpturen aus Simbabwe sind noch bis zum 10. Oktober 2022 ein Blickfang im Schlossgarten von Schwetzingen. Die Kunstwerke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus Afrika versetzen die Gäste des Schlossgartens in den Süden des Kontinents und zeigen die außergewöhnliche Kunst der Shona-Kultur. Die Ausstellung trägt den Titel „Chapungu. Stories in Stone – An African Perspective of Family“.

Mit den eindrucksvollen Figuren präsentieren die Staatlichen Schlösser und Gärten das besondere Kunstschaffen der Shona-Kultur. Gezeigt werden Leihgaben aus der Sammlung von Roy Guthrie. Seit über 50 Jahren setzt Guthrie sich als Pionier für die Shona-Kunst ein. 1970 gründete er die älteste Privatgalerie für Shona-Kunst in Harare, der Hauptstadt Simbabwes. Daraus hat sich der heutige Chapungu Sculpture Park Harare entwickelt, die weltweit größte Sammlung von Shona-Kunst.

Simbabwe hat eine lange Tradition in der Bearbeitung von Stein. Ein Beispiel aus der Architektur sind die Bauten aus Great Zimbabwe im Südosten des Landes. Es handelt sich um Anlagen, die auf der Welterbeliste der Unesco eingetragen sind. Es wird vermutet, dass sich dort der Sitz eines alten Königreichs der Shona befand. Von dort stammen die Skulpturen mit dem Zimbabwe Bird, den Nationalsymbol des Landes, das sich auch in der Flagge findet.

Ausstellung von Skulpturen aus Simbabwe im Schlossgarten Schwetzingen.Ausstellung von Skulpturen aus Simbabwe im Schlossgarten Schwetzingen.

Mit der Ausstellung erweitern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ihren kulturellen Blickwinkel und zeigen zum ersten Mal eine große Ausstellung zeitgenössischer Kunst inmitten des Gartens der kurfürstlichen Sommerresidenz, der vom Stil des europäischen Barocks geprägt ist. Lange schon eingeführt sind ähnliche Ausstellungen etwa in den Sälen der Orangerie oder der Zirkelbauten. Aber: „Werke heutiger Künstlerinnen und Künstler im direkten Dialog mit dem barocken Garten – das gab es bislang noch nicht“, erklärt Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Die afrikanischen Künstler verschmelzen in ihren Skulpturen archaische und moderne Elemente zu unverwechselbaren Kunstwerken mit geheimnisvollem Eigenleben – Objekte von großer Ruhe und Schönheit. In acht Themenbereichen vermitteln die Skulpturen einen Eindruck der Lebens- und Vorstellungswelt der Menschen in Simbabwe: Brauch und Legende, die Rolle der Frauen, Familie und der Vorfahren, Natur und Umwelt, die Geisterwelt, die Dorfgemeinschaft, Stellungnahmen zur Gesellschaft.

„Chapungu. Stories in Stone – An African Perspective of Family”, Schlossgarten Schwetzingen, bis 10. Oktober 2022

Unesco Great Zimbabwe

Fotos: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

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(08.09.2022)