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Naturstein nicht als Spektakel, sondern als Diener an der Gesamtwirkung eines Bauwerks

1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Architektur / Mitiska Wägerarchitekten: Montforthaus.

In diesem Jahr wurde wieder der österreichische „Pilgram – Preis für Architektur mit Naturstein“ vergeben

In diesem Jahr wurde wieder der österreichische „Pilgram – Preis für Architektur mit Naturstein“ vergeben. Benannt ist er nach dem Baumeister am Stephansdom in Wien. Vergeben wurde er zum 3. Mail. Auffallend war, dass nicht Luxusprojekte ausgezeichnet wurden, sondern eher Projekte, bei denen der Stein ein Diener für den Gesamteindruck des Projektes war. 33 Einreichungen gab es. Wir zeigen die Arbeiten der Gewinner und einen Teil der 22 Nominierungen, die in die Endausscheidung gekommen waren.

1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Architektur / Mitiska Wägerarchitekten: Montforthaus.

Der 1. Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Architektur / Mitiska Wägerarchitekten für das Montforthaus in der Stadt Feldkirch. Das Kultur- und Kongresszentrum hat eine gekrümmte Fassade, die um das Gebäude herumläuft. Um die Krümmung zu realisieren, wurden schmale Natursteinplatten (30 cm breit, bis zu 2 m lang und 5 cm dick) senkrecht nebeneinander angeordnet. Die Oberfläche ist unerwartet glatt, weil die Platten an den Längsseiten so gesägt sind, dass sie sich überlappen. Die Jury lobte auch, dass das Gebäude von seinem Material her in Verbindung zur Umgebung steht. Den Kalkstein lieferte die Lauster Naturstein.

2. Preis: Gsottbauer architektur.werkstatt: Dorfplatz Stans.

2. Preis: Die Gemeinde Stans hatte nie einen Mittelpunkt, weil es ihr an einem Dorfplatz fehlte. Den schufen nun die Architekten von Gsottbauer architektur.werkstatt und verwendeten ein ganz traditionelles Natursteinpflaster. Die Nutzungszonen sind in der Pflasterung deutlich erkennbar gemacht. Die Oberfläche des österreichischen Granits ist geschliffen. Den Stein lieferte Winkler Steinmetz GmbH, die Firma Ribo war für die Pflasterung zuständig.

3. Preis: Ernst Beneder Anja Fischer Architekten: Pfarrkirche, Weidling.3. Preis: Ernst Beneder Anja Fischer Architekten: Pfarrkirche, Weidling.

3. Preis: Bei der Pfarrkirche in Weidling lobte die Jury, dass Naturstein „unaufgeregt und zurückhaltend“ und dennoch prägnant eingesetzt wurde. Besonders herausgestellt wurde die Verwendung Steins als Ornament: der Boden stellt einen christlichen Weinberg dar und der Weg durch diesen „Weinberg“ führt zum Altar. Der besteht aus großen Steinquadern.
Verwendet wurden verschiedene Natursteinsorten, vor allem Konglomerate. Die Architekten waren Ernst Beneder Anja Fischer. Naursteinarbeiten: Franz Bamberger.

Sonderpreis: Neumann + Steiner: Wiener Westbahnhof.Sonderpreis: Neumann + Steiner: Wiener Westbahnhof.

Einen Sonderpreis bekamen die Architekten Neumann + Steiner für die Sanierung der Bahnsteighalle im alten Wiener Westbahnhof. Der war ehemals einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Österreichs gewesen und mit einer entsprechende prächtigen Halle ausgestattet. Sie wurde in das neue Einkaufszentrum integriert, und zwar wiederum als eine Art von Willkommensbereich. Die verschiedenen österreichischen Natursteinsorten außen und innen wurden erhalten und saniert. Ergänzungen kamen, so weit es möglich war, aus den Originalbrüchen. Verwendet wurde unter anderem Adneter Marmor der Sorten Rottropf, Helltropf und Grauschnöll. Die Steinarbeiten führte Lauster Naturstein aus.

Sonderpreis: sps Architekten: Gemeindezentrum und Feuerwehr, Steinbach.

Ein weiterer Sonderpreis ging an sps Architekten für den Neubau der Gebäude für das Gemeindezentrum und die Feuerwehr in Steinbach. An der Fassade wurden Gabionen verwendet, auf dem Dach befindet sich eine Schüttung aus demselben Material. Verwendet wurde Dolomit aus der nahen Umgebung (Weissenbacher Naturstein). Die Jury lobte, dass diese Fassade nicht, wie allgemein üblich, weiß verputzt ist, sondern mit ihrem Material eine Beziehung zu den Bergen herstellt. Auch die Pflasterung verwendet lokalen Stein.

Die Jury setzte sich zusammen aus DI Barbara Jahn-Rösel (Architekturjournal wettbewerbe), DI Martin Wurnig (Architekt, Lehrer HTL Camillo Sitte), Mag. Georg Driendl (Architekt), Dr. Anton Helbich-Poschacher (Vereinigung Österreichischer Natursteinwerke) und Ing. Gabriele Stuhlberger (Österreichische Bundesinnung der Steinmetze). Beratender Teilnehmer und Moderator war Richard Watzke (Fachjournalist und Steinmetz).

Preisträger und Nominierungen

Fotos: Pilgram

Die Pilgram-Trophäen. Die Idee stammt von Anna Singer vom Steinzentrum Hallein, gefertigt wurden die Stücke von Steinmetz Kienesberger, Schlüsslberg.Die Gewinner und Richard Watze, fachlicher Berater und Moderator der Preisverleihung (ganz re.) sowie Matthias Scheffer, Präsident der Vereinigung Österreichischer Natursteinwerke (Sölker Marmor) (4.v.re.).Bau:Kultur Rudolf Paschek, Murau: Urnenanlage St. Egidi.Kieran Fraser Landscape Design, Wien: G3 Shopping Resort Gerasdorf.Project A01 architects, Wien: Seevilla Pörtschach. Foto: Philipp KreidlHauptplatz Melk.Ernst Beneder, Anja Fischer Architekten, Wien: Pfarrkirche Dornbirn.Restaurierung Mittelrisalit Rathaus Wien.Staab Architekten: Max Planck Institut, Frankfurt/Main.DieLandschaftsplaner.at, Bruck a.d. Leitha: Hauptplatz Bad Deutsch Altenburg.Architekturbüro Arkade, Linz: Wohnhaus Sierning.Architekturbüro Arkade, Linz: Ferienhütte Hinterstoder.Team M Architekten, Linz, Arkan Zeytinoglu, Wien: Therme Geinberg, Hamam Massageliege.Wehdorn Architekten, Wien: Stadtpalais Liechtensten, Wien.Backraum Architektur, Wien: Privathaus am Attersee.Hariri & Hariri Architects, NY, arinco, Traun: Sternbrauerei, Salzburg.Bernhard Edelmüller, Wien: Schauküche Hotel Bristol, Wien. Dominique Perrault Architecture, F Hoffmann-Janz Architekten, Wien: Treppe im DC Tower 1, Wien.

(20.12.2016)