Sonderausstellung „STEIN BRUCH ZEIT“ im StadtMuseum Pirna würdigt die Bildhauerkunst der DDR

Gruppenarbeit an einem Brunnen. Foto: StadtMuseum Pirna / Ulla Zernicke

1974 initiierte der Bildhauer Karl Möpert das erste Berliner Bildhauersymposium im sächsischen Steinbruch Reinhardtsdorf

2024 blickt das Berliner Bildhauersymposium im sächsischen Steinbruch Reinhardtsdorf auf ein halbes Jahrhundert zurück. Diesem Jubiläum ist die Sonderausstellung „STEIN BRUCH ZEIT“ im StadtMuseum Pirna gewidmet. Bis zum 23. Juni werden dort Arbeiten gezeigt, die während der Symposien in Reinhardtsdorf entstanden sind.

Eva Backofen, Günter Blendinger, Marguerite Blume-Cárdenas, Inka Gierden, Karin Gralki, Ursula Güttsches, Sigrid Herdam, Ulrich Jörke, Liz Kratochwil, Karl Möpert, Emerita Pansowová, Robert Schmidt-Matt, Karin Tiefensee, Annette Tucholke-Bonnet und Berndt Wilde präsentieren ihre Skulpturen aus Sandstein und Arbeiten auf Papier.

1974 initiierte der Bildhauer Karl Möpert das erste Berliner Bildhauersymposium im Steinbruch Reinhardtsdorf. Schirmherr war damals der Verband Bildender Künstler der DDR mit Sitz in Berlin. An jedem Symposium nahmen sieben bis zehn Bildhauerinnen und Bildhauer aus Berlin und den Bezirken der DDR teil. Außerdem wurden Gäste aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Finnland und Österreich eingeladen.

Der Kulturfonds der DDR förderte das Symposium mit Stipendien, Kosten für Unterkunft, Steinmaterial, Werkzeugen und Transporten. Der VEB Elbenaturstein Dresden wurde fester Partnerbetrieb. Den Teilnehmenden standen jeweils 1/3 m³ Stein zur Verfügung. Alle konnten frei ohne Vorgabe eines Themas arbeiten. Die fertigen Skulpturen blieben Eigentum der Künstlerinnen und Künstler. Einige davon befinden sich heute in Museen.

Ab 1991 wurde das Symposium vier Wochen im Juni unter eigener Finanzierung mit Unterstützung der Sächsische Sandsteinwerke GmbH weitergeführt. Als der Bildhauer Karl Möpert im Jahr 2010 aus gesundheitlichen Gründen ausschied, übernahm die Bildhauerin Marguerite Blume-Cárdenas, die seit Beginn des Symposiums aktiv mitgearbeitet hatte, die Organisation bis heute.

Blick in den Sandsteinbruch. Quelle: Foto: StadtMuseum Pirna / Privatarchiv

Während der übrigen Sommermonate konnten der Neue Sächsische Kunstverein, Studierende der Hochschule für Bildende Künste Dresden, der Kunsthochschulen Berlin-Weißensee und der Burg Giebichenstein Halle die im Steinbruch geschaffenen Arbeitsmöglichkeiten auch für ihre Symposien und Studienaufenthalte nutzen.

Berliner und Dresdner Kunstschaffende organisierten gemeinsam mit dem Caritasverband für Dresden e.V. und der Gemeinde Reinhardtsdorf internationale Jugend- und generationsübergreifende Bürgerprojekte.

Ein Skulpturenwanderweg verbindet heute Steinskulpturen in der Landschaft in und um Reinhardtsdorf, die während der internationalen Bildhauersymposien und anderer Projekte im Steinbruch entstanden sind.

Gruppenfoto Bildhauersymposium 1984. Foto: StadtMuseum Pirna / Privatarchiv

Ein Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks zur Ausstellung gibt Informationen zu den Sandsteinen: „Ursula Güttsches, Bildhauerin mit Atelier in Dresdens Neustadt, hat die hübsche, kleine Ausstellung im Stadtmuseum Pirna kuratiert. Güttsches kennt die Unterschiede der verschiedenen Elbsandsteine und –brüche in Reinhardtsdorf, Cotta im Lohmengrund bei Pirna und in Wehlen. ,Der eine ist eben sehr weich, dann gibt es einen, der ist sehr hart, der ist geeignet für den Bau, und es gibt diesen Reinhardtsdorfer Stein, der ist perfekt für Bildhauerarbeiten.‘“

Quelle: Stadtmuseum Pirna

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

(07.03.2024)