Foto: Valentia Slate.Foto: Valentia Slate.

Das Material hat eine außergewöhnliche Härte und kann zu großen Platten für Billardtische verarbeitet werden

Der Valentia Slate wurde 2024 in die Liste der sogenannten Heritage Stones aufgenommen. Er wird seit 1806 auf der irischen Insel Valentia abgebaut und ist aufgrund seiner Eigenschaften weltweit geschätzt. So lässt er sich zum Beispiel zu großen Platten verarbeiten und diente deshalb häufig als Material für Billardtische. Außergewöhnlich ist auch seine Härte, wie in Materialtests nachgewiesen.

Der Titel Heritage Stone (auch: Geoheritage Stone) wird von der International Union of Geological Sciences (IUGS) vergeben und würdigt einen Naturwerkstein, der über die Jahrhunderte eine wichtige Rolle in der Kultur gespielt hat und noch spielt.

Das Inselchen Valentia mit etwa elf Kilometern Länge und drei Kilometern Breite unmittelbar vor der irischen Küste ist einer der westlichsten Punkte Irlands. Bekanntheit erlangte es nach 1857, als dort das erste Transatlantikkabel verlegt wurde. Eine wirklich funktionierende Nachrichtenverbindung mit Amerika gab es jedoch erst von 1866 an, weiterhin mit Valentia als Endpunkt auf der europäischen Seite.

Damals aber hatte der Schieferabbau dort seine beste Zeit schon hinter sich. Begonnen worden war er 1816 im Norden der Insel unweit der Ortschaft Dohilla am Geokaun Mountain. Die Qualität des sehr harten Materials, seine gleichmäßige violette Farbe, die vielseitige Verwendbarkeit und nicht zuletzt der nahe Hafen hatten den Valentia Slate populär gemacht.

Foto: Valentia Slate.

1911 wurde die Schieferproduktion in Dohilla eingestellt. Der Hauptgrund war die Konkurrenz aus Wales.

Erst 1998 nahm die heutige Firma den alten Steinbruch wieder in Betrieb. Eine Nachfrage kam zunächst vor allen aus der Restaurierung alter Gebäude; seitdem gibt es aber auch wieder ein Kundeninteresse aus Neubau, Garten- und Landschaftsgestaltung oder Innenarchitektur.

Dem neuen Betreiber fiel mit den alten Anlagen quasi ein Geschenk in den Schoß: Da nämlich der Steinbruch seit 1840 nur noch unterirdisch betrieben worden war, reicht die Mine nun zirka 150 m in den Berg und umfasst eine gewaltige Kammer mit 20 x 20 m groß wie eine Theaterhalle.

In diese wird eine Whiskeydistillery einziehen. Für Einheimische und Tourismus sind Führungen durch die Herstellung und Verkostungen geplant. Auch als Schauplatz für Konzerte und Events soll der ehemalige Steinbruch genutzt werden.

Eingang zum Steinbruch. Foto: Kmcnamee / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

Der Zugang zu der Mine selbst ist eher unauffällig.

Der Abbau des Schiefers geht schon seit einigen Jahren unmittelbar nebenan weiter. Beide Zonen sind durch einen Tunnel verbunden.

Um den Titel als Geoheritage Stone zu bekommen, sind erhebliche wissenschaftliche Arbeiten zu unternehmen. Sie betreffen sowohl genaue Analysen des Gesteins als auch detaillierte Nachweise für seine wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Nur engl: Sie wurden durchgeführt von der Trinity research group Stonebuilt Ireland an der Geology in the School of Natural Sciences and led by Professor Patrick Wyse Jackson and Dr Louise Caulfield, in collaboration with colleagues at Valentia Slate Company Ltd and Carrig Conservation Consultants.

Wir haben unten zu einer wissenschaftlichen Veröffentlichung im Irish Journal of Earth Sciences verlinkt.

Valentia Slate

Irish Journal of Earth Sciences (Volume 40, 2022)

Bogen von John Crowley (2003). Foto: Raymond Norris / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>Foto: Valentia Slate.

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(31.07.2024)