Alcarol: „Marble Ways“-Kollektion.

Zeit ist das große Thema des italienischen Designstudios Alcarol – nicht Zeit als jene seltsame Sache, deren Vergehen zum Beispiel eine Uhr anzeigt, die aber nicht in der Uhr drin ist, und auch nicht Zeit als jenes Empfinden, das wir Menschen im Kopf haben und das je nach der Situation schneller oder langsamer vergeht. Eleonora Dal Farra und Andrea Forti, die 2012 Alcarol gegründet haben, finden die Zeit in bestimmten Materialien beziehungsweise in Überbleibseln aus den Arbeitsschritten, mit denen diese Materialien verändert werden.

Dabei bringen sie Hölzer, die Tausende von Jahren alt sind, oder Steine, die sogar vor Millionen Jahren entstanden, mit Kunstharz zusammen, das seinerseits zu den neuen Stoffen aus unserer Gegenwart zählt.

Wir hatten schon ihre Kollektion „Dolomyth“ vorgestellt, wo sie aus Dolomitfels Kuben herausschnitten, Harz draufgossen und den Kubus mit Rollen zu einem Hocker gemacht hatten.
 

Inzwischen haben sie die Kollektion „Marble Ways“ herausgebracht: Die Tische bestehen aus jenen dicken Brettern, auf denen Natursteinplatten oder Rohblöcke aufgelegt und in Streifen geschnitten werden.

Wie immer bei solchen Arbeiten, schneidet die Säge etwas tiefer als der Stein dick ist, und dabei zieht sie dann dünne Linien schnurgerade durch das Holz.

Wenn zum Schluss das Wasser abgelaufen ist, aber noch die Reste von steinernem Schnittmehl in den Furchen stecken, schaltet sich Alcarol ein und friert den Augenblick ein, indem es glasklares Harz über die Fläche gießt.

Eigentlich werden diese Schnittbretter als Abfall weggeworfen – bei Alcarol „bekommen sie einen neuen Daseinszweck“, wie die Designer es formulieren.

Alcarol: „Stone Leg Edition“.

Bei der „Stone Leg Edition“ kommt zu Marble Ways noch eine weitere Ebene hinzu: Dort sind die Beine für die Tische nicht aus Metall, sondern selbst aus Stein.

Alcarol

Fotos: Alcarol

Alcarol: Eleonora Dal Farra und Andrea Forti.

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