Unser Bericht über das Symposium 2025:
https://www.stone-ideas.com/112266/6-tuwaiq-symposium-riyadh/
Die Bildhauerarbeiten des Symposiums 2025:
https://www.stone-ideas.com/112096/tuwaiq-sculpture-symposium-2025/
Jedes Jahr entstehen im Rahmen des Tuwaiq Sculpture Symposium in Riyadh 30 monumentale Arbeiten in Stein. Sie sollen in der saudi-arabischen Hauptstadt verteilt werden, dort zentrale Orte verschönern und die Bürger an die Kunst heranführen, so die Zielsetzung der Veranstalter. Das war bei den bisherigen sechs Durchgängen des jährlichen Symposiums immer wieder herausgestellt worden.
Nicht bei allen Symposien weltweit werden die Kunstwerke wirklich noch geschätzt, sobald das touristische Event vorbei ist.
In Riyadh brachten die Organisatoren dieses Jahr eine Besuchergruppe zum King Abdulaziz Historical Center, sprich: zum Park am Nationalmuseum des Königreichs. Dort wurden in der Umgebung inzwischen 35 Werke aus dem Symposium aufgestellt. Stone-Ideas.com war Gast in dem Besuchsprogramm.
Unsere Erkenntnis: Die Veranstalter haben ihr Versprechen eingehalten, dass ihnen die Kunstwerke am Herzen liegen. Die Arbeiten sind so in dem Park platziert, dass sie gut zur Wirkung kommen. Auch tragen alle Plaketten, auf denen die Künstler, der Titel des Werks und die Entstehung genannt wird.
Bemerkenswert ist der Park selbst: Er ist einer Oase in der Wüste nachempfunden. So gibt es neben Palmen und Felsgrotten auch Rollrasen, damit Familien mit Kindern dort picknicken können. Bewundernswert ist, mit welchen Mühen die Stadt das Grün über die Sommerperiode mit wochenlang mehr als 50 Grad Außentemperatur bringt.
Man leistet sich sogar den Luxus eines Wasserlaufs mit Mosaikverzierungen. Wir hatten schon in unserem Bericht vom Tuwaiq-Symposium angedeutet, dass Geld hier keine Rolle spielt.
Sarah Fahad Alruwayti, Vordenkerin des Symposiums und in leitender Funktion bei der Königlichen Kommission für die Hauptstadt (Royal Commission for Riyadh City) tätig, betont immer wieder, dass bei der Platzierung der Werke die Künstler mitreden dürfen. Denn besondere Werke verlangen manchmal besonderen Aufwand, etwa wie in dem Fall, wo der Künstler den Schattenwurf als Teil seines Kunstwerks eingeplant hatte.
„Manchmal gibt es deshalb Verzögerungen bei der Aufstellung“, gibt sie zu.
Insgesamt sollen einmal 1000 Kunstwerke über ganz Riyadh verteilt werden. Sie entstehen nicht in Stein nur im Rahmen des Tuwaiq Symposiums, sondern in vielen anderen Materialien im Rahmen der 12 Sparten des Programms Riyadh Art.
Zwei kann man schon jetzt in der Metro-Station KAFD bewundern: „LOVE (Red Outside Blue Inside)“ von Robert Indiana und „Janey Waney“ von Alexander Calder, beides US-Künstler.
Ziel ist, mit den Werken einen Dreiklang zwischen den Bürgern und ihrer Stadt zu verwirklichen: Dialog, Identifikation, mehr Lebensqualität sind die Schlüsselbegriffe.
Dazu gehört auch, dass es Verträge mit Firmen über die Pflege und Sicherung der Werke gibt.
Die Servicefirmen werden bald noch viel mehr zu tun bekommen. Omar Nasser Albraik, Senior Director of Art bei der Royal Commission for Riyadh City, kündigte bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Symposiums an, dass Aufträge für 85 Kunstwerke für Stationen der Metro vergeben werden.
Nach seinen Angaben ist auch geplant, den großen Straßenkreuzungen der Stadt mit monumentalen Werken ein wiedererkennbares Gesicht zu geben. Denn Riyadh ist eine autogerechte Stadt: Ein quadratisches Raster ist von vielspurigen Straßen durchzogen, über die sich rund um die Uhr Autoverkehr und Transport wälzen.
Rundgang durch das Viertel Ghirnatah
Wir hatten bei einem privaten Rundgang durch das Viertel Ghirnatah unweit der Metro-Station Granadia den Eindruck, dass man hier mit Kunst an den Straßen tatsächlich viel erreichen könnte. Denn im Moment gibt es zwischen den Straßen nur Häuserblocks mit zwei Geschossen und beghbarem Dach, die mit Mauern nach außen abgeschottet sind. Der Grund für die Mauern ist jedoch nicht Kriminalität, die es in Riyadh praktisch nicht gibt, sondern die Tatsache, dass die Mauern Schatten geben für die beiden unteren Geschosse des Gebäudes dahinter.
Viele schmucke Villen gibt es dort. Ihre Schönheit kann man anhand der Fassaden erahnen. Wir zeigen ein paar Fotos.
Die Straßen selbst aber sind schmucklos, dies vermutlich deshalb, weil niemand die Bürgersteige benutzt.
Wo die Straßen aber zu kleinen oder größeren Plätzen zusammenkommen, wäre Gelegenheit für Kunst. Mitunter gibt es bereits solche Orte, wenn zum Beispiel Spielplätze angelegt sind.
Kunstwerke könnten auch helfen, die besondern Gebäude in solchen Zonen hervorzuheben. In Ghirnatah gibt es zum Beispiel die al-Dakheel Moschee mit einem großen Parkplatz davor. Mit ihrer modernen Architektur und der Fassadenverkleidung aus Sandstein verdient sie besondere Wertschätzung.










