Paolo Ulian, Bufalini: „Spacco“.Paolo Ulian, Bufalini: „Ingo“.

Paolo Ulian, Designer aus Carrara, widmet sich seit einiger Zeit intensiv dem Wiederverwenden von Reststücken aus der Marmorverarbeitung. In der aktuellen Kollektion mit dem Titel „Thinking in Marble” (In Marmor Denken) für die Firma Bufalini hat er sich auch mit dem Erzeugen des Abfalls beschäftigt, der wieder in neue Produkte münden soll: Zunächst wird ein Bücherregal ganz aus Marmor hergestellt, aus dem Verschnitt werden danach Leuchten.

Um das zu verstehen, muss man sich Paolo Ulians Kollektion „Pixel“ aus dem Jahr 2015 ins Gedächtnis rufen: Hier hatte er die Außenseiten von Vasen oder Waschbecken in senkrechte und waagerechte Linien zersägt und dann die so entstandenen Würfelchen weggeschlagen.

Paolo Ulian: „Pixel“ (2015).

Es entstand ein ganz individuelles Kunstobjekt, das auch ein Konsument für sich selber gestalten kann.

Bei „Spacco“, so heißt das neue Bücherregal, geht Paolo Ulian wieder mit Säge und Hammer zu Werke, nur sind die Schnitte diesmal tiefer und folgen nicht mehr dem Pixelraster. Zunächst werden die Scheiben im Stein abgeschlagen, so wie sie für das Bücherregal gebraucht werden. Das Regal, wieder ganz individuell, ist fertig.

Nun werden die (Abfall-)Scheiben in das Beleuchtungsobjekt „Ingo“ umgewandelt. In der Mitte der Scheiben hängt die Lichtquelle, deren Helligkeit und Schattenwürfe sich auf die Platten überträgt.

Paolo Ulian, Bufalini: „Spacco“.Paolo Ulian, Bufalini: „Spacco“.

Das Objekt ist gewissermaßen ein Gedankenexperiment, das praktisch umgesetzt wurde – bei der gezeigten Lampe stammen die Scheiben nicht aus dem gezeigten Regal.

Wir zeigen vier weitere Objekte, die neu in der Zusammenarbeit von Bufalini und Paolo Ulian entstanden sind.

Paolo Ulian

Bufalini

Fotos: Bufalini / Paolo Ulian

Paolo Ulian, Bufalini: „Emersa“.Paolo Ulian, Bufalini: „Vulcanico“.Paolo Ulian, Bufalini: „Velato“.Paolo Ulian, Bufalini: „Arcaica“.