Der französiche Staatspräsident hat eine neue offizielle Karosse, den Renault Rafale Présidentiel, mit allen Details und Sicherheitsschikanen und auch ein bisschen geschichtsträchtigem französischem Marmor an Bord.
Bevor wir uns diesem Automobil widmen, wollen wir unsere eigene Renault-Geschichte zum Besten geben: Wir hatten nämlich in jungen Jahren einen R4, und das Tolle an jenem Gefährt war die Heckklappe, die ganz bis nach unten ging, sodass man ohne schweres Heben Dinge zum Trinken, Essen, Schlafsäcke und ein Zelt hineinschieben und mit vielen Leuten zu Wochenendparties ins Gelände aufbrechen konnte.
Wie es Präsent Emmanuel Macron mit seinem Rafale hält (oder halten muss) und ob der Dienstplan ihm und der Première Dame gelegentlich spontane Ausflüge mit Freunden erlaubt, wissen wir nicht. Zugegeben: Was die Beschaffenheit der Heckklappe betrifft, haben wir bei der Pressestelle von Renault auch gleich gar nicht nachgefragt. Das ist vermutlich Staatsgeheimnis, aus gutem Grund.
Nicht zu den Staatsgeheimnissen zählt aber das Innere der Limousine, deren Motorisierung mit der technischen Beschreibung „Hyper Hybrid E-Tech 4×4“ daherkommt.
An ein paar Stellen im Innenraum, etwa am Armaturenbrett und am Lenkrad, sind dezent dünne Platten des Marmors „Grand Antique“ verarbeitet, den man aus dem Schloss von Versailles kennt und dessen Brüche in den französischen Pyrenäen erst kürzlich von einer italienischen Firma wiederentdeckt und nutzbar gemacht wurden.
Die Steinarbeiten mit dem könglichen Marmor für das Präsidenten-Auto hat übrigens die Firma Mineral Expertise mit Hauptsitz in Paris ausgeführt.
Rafale heißt im französischen „Böe“ und es ist der Name jener neuen Produktlinie, von der die Präsidenten-Kutsche eine besondere Variante darstellt. 300 Ps bringt der Motor auf die Straße, und die reichen wohl, um das aufgrund der Panzerung schwergewichtige Gefährt leichtfüßig in Ganz zu setzen. „Das Fahrwerk wurde speziell auf ein geschmeidiges und stabiles Fahrverhalten auch im Stadtverkehr abgestimmt“, lesen wir in den Presseunterlagen.
Details zu Fahrwerk und Lenksystem werden kurz abgehandelt: „Das Ziel: Schutz, Komfort, Diskretion und Effizienz ohne Kompromisse zu verbinden.“
Die Innenausstattung der Limousine bekommt mehr Beachtung, nicht nur mit dem Marmor. Denn an zahlreichen Stellen findet man die drei Farben der Nation: bleu, blanc, rouge. Selbst die Nähte der Sitze im Quasi-Büro auf der Rückbank sind an einigen Stellen so ausgeführt.
Ebenso der Kühlergrill, wie unser Aufmacherfoto zeigt.
„Dieses Projekt ist das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen den Teams des Élysée-Palasts, Renault und französischen Handwerkern“, klingt Renaults Pressemitteilung staatstragend. Und weiter: „Seit 105 Jahren ist Renault nicht nur ein Automobilhersteller, sondern auch ein Akteur der republikanischen Geschichte.“
Leider. Als wir damals unseren R4 verkaufen mussten, war klar, dass vor der Heckklappe der Ernst des Lebens wartete.
Übrigens: Es gibt einen Vorläufer zum Renault Rafale Présidentiel, nämlich den Renault 5 Diamant aus dem Jahr 2022. Dem hatte Designer Pierre Gonalons ein exklusives Lenkrad aus Marmor gegeben, hergestellt nach dem Verfahren Eco-Mineral-Process® von Mineral Expertise.
Fotos: Yves Forestier/Alkama Photo; Thomas Antoine/Cetadi Prod







