„Die Sommer in Wien werden spürbar heißer – tagsüber wie auch in der Nacht“, heißt es in der Einleitung zur COOLing Fibel der österreichischen Hauptstadt, „als Folge des Klimawandels hat sich die Zahl der Hitzetage in Österreichs Städten bereits mehr als verdoppelt.“ Die Stadt hat auf 90 Seiten viele Beispiele zusammengetragen, was man gegen Hitzeinseln innerhalb der dichten Bebauung tun kann. Wir haben die Best-Practice-Beispiele auf die Verwendung von Stein durchforstet und stellen zahlreiche Möglichkeiten vor.
Man kann die Publikation kostenlos im Netz herunterladen; aufgrund der vielen Bilder sind die Wiener Erfahrungen auch für diejenigen Leser zu verstehen, die nicht Deutsch sprechen.
In drei große Themenbereiche ist die Broschüre gegliedert: Wasser, kühle Oberflächen, Schatten.
Wenn es um Wasser in der Stadt geht, geht es auch um Naturstein. Denn das Nass braucht Leitlinien, damit es nicht einfach wegläuft.
Das einfachste Beispiel sind Rinnen, aber die Wiener Stadtgärten als Autoren der Broschüre zeigen Beispiele, an denen man schon beim bloßen Betrachten Freude hat: Es gibt kleine Fontänen, die nur in Gang kommen, wenn jemand sie anschaltet; neben solchem Wasser von unten gibt es auch Wasser von der Seite.
Zahlreiche Wasserspielplätze werden in der Broschüre gezeigt. Sie reichen von Wasserläufen bis hin zu Bereichen mit Sand und Matsch.
Brunnen sind ein weiteres Thema, natürlich. Sie sind ein altbekanntes Mittel, den Bürgern und den Tieren Trinkwasser zu bieten und gleichzeitig die Stadt zu verschönern.
Bei Nebelduschen, Nebelstelen oder Bodennebel ist die Rolle von Naturstein meist auf den Bodenbelag oder die Sockel der Anlagen begrenzt.
Generell spielen Pflasterflächen beim Thema Wasser in der Stadt eine wichtige Rolle. Denn ihre Fugen bieten Gelegenheit, dass der Regen nicht gleich wieder abläuft, sondern versickert. Das ist wichtig für Konzepte wie die Schwammstadt (siehe unten: See also) und trägt auch zur Belüftung und Fruchtbarkeit des Bodens bei.
Die Broschüre empfiehlt helle Pflastersorten. Denn die haben eine hohe Albedo und strahlen viel Sonnenwärme wieder ab.
Vorgehängte Fassaden mit Naturstein bieten für ein Gebäude eine zusätzliche Isolation der Außenhaut. Sie fallen jedoch in den Bereich Architektur und werden in der Broschüre nicht diskutiert.
Was Schatten als dritten großen Themenbereich beim Kampf gegen die städtische Überhitzung angeht, stehen Pflanzen im Vordergrund. Bei Bäumen betreiben die Wiener Stadtgärten eine „intensive Jungbaumpflege, verwenden ein speziell entwickeltes Baumsubstrat, wenden das Schwammstadt-Prinzip an und haben ein Wiener Straßenbaumsortiment“ entwickelt.
Am wirkungsvollsten sind natürlich die Sorten mit ausladenden Kronen. In Zonen, wo andere Nutzungen im Untergrund Vorrang haben, kann man sich an der Oberfläche auch mit Hecken behelfen. Die Beispiele, die gezeigt werden, sind so groß, dass sie für den Laien schon in die Kategorie der Bäume fallen.
Generell gilt: Begrünte Flächen, seien es Parks, Fassaden oder Dächer, schaffen Verdunstung und reduzieren die Temperaturen vor Ort. Wenn sie auch noch naturnah gestaltet sind, etwa als Wiesen, bieten sie auch noch Lebensraum für tierische Lebensgemeinschaften.
Unsere Fotos zeigen Beispiele aus vielen Städten.
Wiener Stadtgärten (mehrsprachig)
COOLing Fibel download (deutsch)









