Im Verlauf des Jahres 2026 wird es erstmals eine Ausgabe der weltweit wichtigsten Möbelmesse in der saudischen Hauptstadt Riad geben: „Red in Progress“ ist der Titel, den sich die Messe Salone del Mobile.Milan für ihren Start auf dem wichtigsten Markt der Golfregion gegeben hat. „Red“ bezieht sich auf die Markenfarbe der Messe. Der Termin für 2026 wurde noch nicht bekannt gegeben.
Bekanntgegeben wurde, dass, ganz im Stil einer großen Oper, das November-Event (26. – 28.) quasi das Vorspiel zum großen Auftritt sein soll, nämlich im King Abdullah Financial District in der Stadtmitte von Riad. Wir zitieren aus den Presseunterlagen der Messe: „Die Initiative präsentiert Möbel, Beleuchtung, Oberflächen und Accessoires von mehr als 35 italienischen Unternehmen, die aufgrund ihrer Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit ausgewählt wurden.“
Wir zeigen Renderings der Installation.
Auch Firmen der Naturbranche werden unter den Ausstellern sein. Der herausragende Name ist die Firma Citco, die mit ihren Designideen für edle Natursteine auf dem Messegelände Rho in Mailand jedes Jahr Aufsehen erregt.
Zum vorbereitenden Event im November zählt laut Pressemitteilung auch „ein internationales Kulturprogramm mit Beiträgen aus Italien und Saudi-Arabien. In der Business Lounge finden unterdessen Treffen und Präsentationen mit wichtigen saudischen Entscheidungsträgern statt.“
Und weiter: “An international cultural programme will bring together voices from Italy and Saudi Arabia. Meanwhile, the Business Lounge will host meetings and presentations with key Saudi decision-makers.“
Die Messegesellschaft umreißt das wirtschaftliche Potenzial, das allein die Hauptstadt bietet: „Riad ist zum Zentrum für die Gestaltung neuer Hotels, Einkaufszentren, Büros und Wohngebäude geworden, die das Land neu prägen… Das Tourismusministerium strebt bis 2030 150 Millionen Besucher an, unterstützt durch die Schaffung von 362.000 neuen Zimmern. Die vermietbare Einzelhandelsfläche soll auf 9,9 Millionen m² wachsen (Quelle: JLL Research)… Der saudische Markt für Möbel, Einrichtungsgegenstände und Ausstattungen für 2024 wird auf rund sieben Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 neun Milliarden US-Dollar erreichen (Quellen: TechSci Research, Mordor Intelligence). Diese Entwicklung wird vor allem durch den Wohnungsbau und das Gastgewerbe vorangetrieben.“
An zentraler Stelle steht bei „Red in progress“ wie bei allen Events im Königreich die „Vision 2030“ des Kronprinzen. Sie will erstens eine Wirtschaft aufbauen, die nicht völlig anhängig ist vom Erdöl, zweitens im eigenen Land die qualifizierten Leute dafür heranzuziehen und drittens das sehr von Traditionen geprägte behutlich Land modernisieren.
So heißt es in der Pressemitteilung auch: „Außerdem sollen lokale Talente gefördert, Nachhaltigkeits- und Innovationsstandards im Einklang mit der Saudi Vision 2030 vorangetrieben und die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Ideen und Projekte Gestalt annehmen können – von Baustellen über Innenausstattung bis hin zu ganzen Städten.“
Den Aspekt der Qualifizierung der Bürger des Königreichs gibt es neuerdings auch beim internationalen Tuwaiq Sculpture Symposium, dessen Werke zur Verschönerung der Hauptstadt dienen sollen: 2026 findet erstmals das Sculpture Apprenticeship Program (Programm für Bildhauer-Lehrlinge) statt, wo junge saudische Künstler während des Symposiums zehn Tage lang im Kreis der erfahrenen Bildhauer aus der ganzen Welt das handwerkliche Know-how lernen können.
Salone del Mobile: „Red in progress“
Fotos/Renderings: Salone del Mobile.Milan



