Zu den besten Momenten bei unserer Arbeit als Redakteur von Stone-Ideas.com zählt, wenn wir mal wieder endlos viele Mails überflogen und weggeklickt haben, und dann plötzlich etwas kommt, an dem wir hängenbleiben. Das Waschbecken „Juno“ von Bruno Tarabella war so ein Bild, zu dem wir zurückkehrten um nachzuschauen, was wir da gerade gesehen hatten: tatsächlich, „Juno“ war unverkennbar ein Frauenkörper aus weißem Marmor mit bläulichen Adern im Gestein, und natürlich war es der Sexappeal dieses Einrichtungsgegenstands, an dem wir hängen geblieben waren, aber…
… was der italienische Designer da zusammen mit der Firma Rapsel schon 2024 auf den Markt gebracht hatte, kam beinahe ohne all jenes aus, was man üblicherweise in den Medien zum Thema weiblicher Sexappeal sieht, nämlich aufgeblasene Busen, lange Beine, Wespentaille, und markante Gesichter mit Makeup nach dem Motto: die Augen schwarz unterstrichen, damit man sie besser sieht.
Tarabella aber schnitt für seine Göttin alles das weg, was die Modemacher von heute von den armen Modells verlangen, und beließ es für seine „Juno“ allein bei der Hüfte und dem Po.
Und zu denen fügte er gar einen Bauchansatz hinzu, den die Girls sich normalerweise mit einer radikalen Diät – von geschätzt einem Blatt Salat pro Woche – weghungern.
Tarabellas „Juno“ zeigt außerdem, dass Sex-Appeal auch dezent sein kann und nicht nur hemmungslose Nacktheit.
* Aus der Badezimmerperspektive betrachtet: mit „Juno“ lädt Tarabella den männlichen Betrachter dazu ein, jeden Morgen das Waschbecken mit Freude in Augenschein zu nehmen, bevor er sich der eigenen verschlafenen Körperhygiene widmet und am Hintern kratzt;
* aus der Schlafzimmerperspektive wird man als Mann am Abend von Tarabella umgekehrt dazu eingeladen, aus dem Bett einen erwartungsvollen Blick zur Badezimmertür zu schicken, wann denn die eigene Juno endlich unter die Decke kommt.
Wir wollen die Maße nicht verschweigen: maximale Breite W 60 x D 41 x H 90 cm
Übrigens: Warum eigentlich gibt es keine „Juno“ mit Männerkörper?
„Splash“ (Spitzer), eine Arbeit von Tarabella aus dem Jahr 2011 für die Firma Up Group, widmet sich der Frage, inwieweit mit Naturstein Momentaufnahmen möglich sind, also schnelle Schnappschüsse. Normalerweise ist alles im Zusammenhang mit Stein auf Ewigkeit hin ausgelegt, weil das Material selber Millionen von Jahre alt ist.
Der Name benennt eine gänzlich andere Alltagssituation, die der Künstler mit seiner Vase oder seiner Skulptur nachstellt.
Produziert wurde das exklusive Alltagsobjekt am Computer: Tarabella schuf per Software einen Wasserstrahl, den dann der Roboterarm mit einem Werkzeug aus einem kleinen Natursteinblock herausarbeitete.
Maße: W 20 x D 20 x H 30




